Teamcheck Mitteldeutscher BC MBC startet die Mission Klassenerhalt - erneut

Stand: 28.09.2022 14:54 Uhr

Am Mittwoch (28.09.) startet die Basketball-Bundesliga (BBL) mit dem Duell des Meisters Alba Berlin gegen die Hamburg Towerstars in die neue Saison. Am Samstag geht dann auch der Mitteldeutsche BC erstmals wieder auf Korbjagd um Punkte. Wo steht das Team von Coach Igor Jovovic? Wir machen den Teamcheck.

Der Mitteldeutsche BC will in dieser Saison nach Möglichkeit nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Um das zu erreichen, haben sich die Verantwortlichen vor allem die Schwachstelle Abwehr vorgenommen - und mit Neuzugängen verstärkt. Von der Offensiv-Power der vergangenen Jahre will man in Weißenfels aber ebenfalls nichts einbüßen. Auch dafür ist das Spielermaterial vorhanden und konnte entweder gehalten, zurück- oder gänzlich neu geholt werden. Alles läuft unter der Leitung von Coach Igor Jovovic, der bei seinem zweiten Engagement in Weißenfels nun in seine zweite Saison geht.

Saison 2021/22 - Vorne hui, hinten pfui

Der Syntainics MBC hatte in der Saison 2021/22 mit einem altbekannten Problem zu kämpfen. Wie schon in den Jahren zuvor konnte die solide Weißenfelser Offensive, die ligaweit im Spitzenbereich anzusiedeln war, die enorme Schwäche in der Abwehr nicht kompensieren. Fast über die gesamte Spielzeit hieß das Ziel: Klassenerhalt. Der wurde mit dem ersten Nichtabstiegsplatz letztlich auch erreicht. Ein positiver Aspekt sei dabei gewesen, dass man nie auf einem Abstiegsplatz gestanden, und den Klassenerhalt faktisch sechs Spieltage vor Schluss geschafft habe, so MBC-Geschäfstführer Martin Geissler gegenüber "Sport im Osten". Was hängt besonders negativ nach? "Obwohl wir zwei Siege mehr hatten, als im Jahr zuvor, kam am Ende trotzdem nur Platz 16 heraus", so Geissler. Im BBL-Pokal gelang den Wölfen keine Überraschung: Nach einem 78:97 gegen Würzburg war im Achtelfinale Schluss.

Individuell konnte vor allem Jamel Morris der Saison seinen Stempel aufdrücken. Mit 16,6 Punkten im Schnitt war der 29-Jährige nicht nur Topscorer der Wölfe, sondern zählte auch zu den besten Werfern der Liga. Das Resultat: Der Guard spielt jetzt in Litauen beim Spitzenclub BC Lietkabelis. Auch Spielmacher Nikola Rebic gehörte zu den Säulen des Teams, das auf der Point-Guard-Position nun aber einen Neuanfang startet.

Bilder Bonn vs. Syntainics MBC - Jamel Morris Syntainics MBC 20

Jamel Morris (re.) spielt künftig nicht mehr beim MBC. (Archiv)

Neuzugänge sollen Defensive stärken

Beim MBC war eine Generalüberholung des Kaders bisher fast die Norm. In diesem Jahr hat sich das geändert. Der Verein, der stets mit einer meist deutlich finanzstärkeren Konkurrenz aus dem In- und Ausland um Spieler buhlen muss, konnte wichtige Stützen des Teams halten - allen voran Guard Kostja Mushidi, der zum Schlüsselspieler reifen soll und dafür Angebote anderer BBL-Clubs ausgeschlagen hat. An seiner Seite hat Lamont Jones das größte Star-Potenzial. Der Guard lief bereits für den MBC auf und war in der Saison 2017/18 sogar Top-Scorer, bevor ihn lukrative Angebote aus Weißenfels weglockten. Der 32-Jährige soll das Team mit seinem Offensiv-Punch tragen, Spiele auch mal alleine entscheiden und so den Abgang von Jamel Morris kompensieren. Auch Neuzugang Kris Clyburn, der als absoluter Wunschspieler der MBC-Verantwortlichen gilt, hat enormes Scoring-Potenzial, muss allerdings beweisen, dass er dieses auch in einer europäischen Top-Liga abrufen kann.

MBC-Geschäftsführer Geissler über Mannschaft und Budget in der neuen Saison

Unter dem Korb soll der neue Center Martin Breunig, gemeinsam mit dem zweiten Big Man John Bryant, für klare Verhältnisse sorgen. Dass er Spiele dominieren kann, hat der 2,03-Meter-Mann Breunig in der Bundesliga schon unter Beweis gestellt. Die Frage ist nun, ob er seine Pferdestärken auch nach einer schweren Verletzung (Bruch des Schienbeinkopfes) wieder auf das Parkett bekommt. Die Abwehrarbeit ist eine Stärke des 30-Jährigen und da soll auch Defensiv-Spezialist Tremmell Darden, der mit seinen 40 Jahren viel Erfahrung und nach wie vor ein ruhiges Händchen aus der Distanz mitbringt, wieder seinen Beitrag leisten. Das Spiel lenken soll der 24-Jährige Slowake Mario Ihring, der einst als eines der größten Talente Europas galt, und jetzt als Starting Point Guard für den MBC auf dem Parkett stehen wird. Ralph Hounnou geht als Wundertüte in die Saison. Der 20-Jährige hat das Talent, um in der höchsten deutschen Spielklasse für Furore zu sorgen. Der prägnanteste Abgang, so MBC-Geschäftsführer Martin Geissler: Forward Reggie Upshaw, der dem Verein in der vergangenen Saison eine "neue Qualität" verliehen habe. "Leider haben wir es nicht geschafft, den Spieler zu halten", so Geissler.

Trainer Jovovic - Zum zweiten Mal ins zweite Jahr

Igor Jovovic geht in seine zwei Saison in Folge als Headcoach des Syntainics MBC. Insgesamt ist es seine vierte Spielzeit in der Verantwortung, nachdem er Weißenfels zwischen 2016/17 und 2017/18 über die ProA-Meisterschaft zurück in die BBL führte. Anschließend folgten Engagements in der ersten polnischen Liga, beim FC Bayern München und den Telekom Baskets Bonn, die ihn nach einem erfolglosen Start in die Spielzeit 2020/21 wieder freistellten.

In die neue Saison geht der 39-Jährige mit einer positiven Einstellung. Nicht zuletzt die erfolgreiche Generalprobe gegen den tschechischen Serienmeister ERA Nymburk trägt dazu bei. "Die Moral in der Mannschaft stimmt. Auf dem Feld läuft gewiss noch nicht alles rund, aber insgesamt überwiegen nun, wo die Vorbereitung ihrem Ende entgegengeht, die positiven Aspekte", so Jovovic. Beim MBC hat der Coach nun ein Team, das aus Spielern besteht, die er kennt - entweder aus Weißenfels oder von anderen Stationen seiner Laufbahn. Die Erwartungen an den Trainer sind nach Angaben von Martin Geissler klar: "Das Optimum aus dem erfahrenen Team herausholen und die Saisonziele erreichen."

Erwartungen an die Saison 2022/23

Das Ziel in Weißenfels ist ganz klar der Klassenerhalt. Den will man mit einer weiterhin starken Offensive und einer (hoffentlich) verbesserten Defensive erreichen. MBC-Geschäftsführer Martin Geissler formuliert das Saisonziel so: "Ziel Nummer eins ist, so schnell wie möglich den Klassenerhalt zu sichern und dann besser zu sein als im letzten Jahr. Das kann einen besseren Tabellenplatz bedeuten oder mehr Siege. Wenn alles optimal läuft, ist mit der Mannschaft ein Platz zwischen zwölf und 14 machbar." Dieses Ziel ist realistisch, wenn die Transformation von einem schwachen Defensivteam zu einem soliden Abwehrverbund gelingt. Greifen die Rädchen nahtlos ineinander ist sogar noch mehr drin, und der MBC kann an den oberen Mittelfeldplätzen kratzen.

MBC-Geschäftsführer Geissler über die Saisonziele

Eine besondere Saison wird es sicherlich für MBC-Forward Sergio Kerusch. Der Grund: Es ist die siebte Spielzeit im Wölfe-Trikot mit der Nummer sieben und genau das will der Verein nach der Saison unter dem Dach der Stadthalle Weißenfels verewigen.

  • ten

MBC-Geschäftsführer Geissler über mögliche Folgen der Energiekrise