Staatsanwaltschaft fordert fünfeinhalb Jahre für Erfurter Dopingarzt

Mark Schmidt (Mitte) im Gespräch mit seinen zwei Anwälten hinter Plexiglas im Gericht.

Doping | Prozess in München

Staatsanwaltschaft fordert fünfeinhalb Jahre für Erfurter Dopingarzt

Der Erfurter Dopingarzt Mark Schmidt habe gewerbsmäßig gehandelt und gefährliche Körperverletzung begangen - daher soll er mehr als fünf Jahre in Haft. Das fordert die Staatsanwaltschaft im Schlussplädoyer.

Die Staatsanwaltschaft München fordert für den Dopingarzt Mark Schmidt eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Diesen Antrag stellte Oberstaatsanwalt Kai Gräber am Freitag bei seinem Schlussplädoyer vor dem Landgericht München II. In dem Prozess sei bewiesen worden, dass der Mediziner jahrelanges Blutdoping an mehreren Winter- und Radsportlern durchgeführt und organisiert habe.

Schmidt habe Doping gewerbsmäßig betrieben

Mark Schmidt habe entgegen dessen eigenen Beteuerungen mit dem Doping Geld verdienen wollen, es daher auch gewerbsmäßig betrieben worden. Zudem sei er wegen gefährlicher Körperverletzung zu bestrafen, weil er einer Sportlerin 2017 eine Forschungschemikalie injiziert hatte. Damit habe er den medizinischen Eid "vollends in die Tonne getreten", sagte Gräber. Deshalb solle er auch ein fünfjähriges Berufsverbot erhalten.

Helfer sollen Haft- und Bewährungsstrafen bekommen

Für den wichtigsten Helfer Dirk Q. beantragte der Staatsanwalt eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren - durch die bereits abgesessene fast zweijährige Untersuchungshaft müsse der Helfer aber nicht mehr in das Gefängnis zurück. Für die anderen Komplizen wurden Bewährungsstrafen beantragt: zwei Jahre bei der Krankenschwester Diana S., eineinhalb Jahre bei dem Notfallsanitäter Sven M. und ein Jahr bei Ansgard S., dem Vater des hauptangeklagten Arztes.

dpa/dh

MDR | Stand: 08.01.2021, 12:57

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