Speerwurf-Olympiasieger Röhler warnt vor Langzeitfolgen im Breitensport

Thomas Röhler schaut enttäuscht nach der Qualifikation im Speerwerfen der Männer.

Leichtathletik

Speerwurf-Olympiasieger Röhler warnt vor Langzeitfolgen im Breitensport

Die Corona-Pandemie setzt vor allem dem Breitensport zu. So hat die Zahl der Vereinsaustritte im letzten Jahr deutlich zugenommen. Speerwurf-Olympiasieger verfolgt die aktuelle Entwicklung mit großer Sorge und warnt vor den Folgeschäden.

Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler macht sich in der Corona-Pandemie große Sorgen um den Breitensport in Deutschland. "Wir haben 2020 schon einen großen Einbruch des organisierten Sports gesehen. Und eines Tages haben wir einfach keine Top-Sportler mehr", sagte der 29-Jährige aus Jena in einem Bericht des Nachrichtenportals "t-online.de". "Wir müssen zusehen, dass das System die Schäden verdaut, die durch den Stillstand entstehen."

"Wissen die Lage zu schätzen"

Röhler kämpft dazu nach eigen Angaben wie andere Spitzensportler mit einem Gewissenskonflikt: "Was ich relativ schwierig finde, ist der Fakt, dass wir trainieren und so viele Menschen da draußen keinen Sport machen dürfen", erklärte der Goldmedaillengewinner von Rio 2016. "Man ist still, man sieht von den Sportlern weniger als gewohnt, weil wir die Lage zu schätzen wissen, aber auch, weil wir kein Salz in die Wunde streuen wollen."

DOSB-Präsident Hörmann malt düsteres Bild

Alfons Hörmann erklärte als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in dem Bericht: "Es gibt momentan so gut wie keine neuen Mitglieder in den Vereinen. Auf der anderen Seite treten viele aus. Das erleben wir im Breiten- und im Leistungssport." Viele hoffnungsvolle Nachwuchsathleten werden verloren gehen, prophezeite der Spitzenfunktionär: "Ganze Jahrgänge werden deutlich geschwächt in die Zukunft gehen."

dpa

MDR | Stand: 26.02.2021, 14:04

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