Skispringen - Ein Freitag fehlt beim Heimspiel in Klingenthal

Klingenthal fiebert Weltcup entgegen 01:09 Min. Verfügbar bis 08.12.2022

Skispringen | Welctup in Klingenthal

Skispringen - Ein Freitag fehlt beim Heimspiel in Klingenthal

Der Name Freitag steht für Skispringen in Sachsen: Während Selina Freitag gerade auf dem Weg in die Weltspitze ist, kämpft Bruder Richard seit zwei Jahren um die Rückkehr ins Konzert der Besten. Auch beim Heimspiel vor der Haustür wird er fehlen.

In der winterlichen Vogtland-Arena in Klingenthal steigt ab Donnerstag (09.12.2021) der Doppel-Weltcup im Skispringen. Neben den Frauen tragen auch die Männer zwei Wettbewerbe aus. 148 Athletinnen und Athleten aus 22 Ländern sind dabei – mit Selina Freitag steht auch eine Lokalmatadorin im Aufgebot.

Selina Freitag - im Kinderwagen an der Schanze

Die 20-Jährige hat es in die erste Liga des Skispringens geschafft und freut sich auf das Event unweit des elterlichen Domizils in Breitenbrunn. "Ich kenne da sehr, sehr viele Leute. Wenn man die wiedersieht, ist es natürlich sehr schön. Auch die Schanze an sich ist einfach schön“, sagte Freitag, die nach eigenen Erzählungen schon mit dem Kinderwagen an die Schanze geschoben wurde und später "auch sehr viele Wettbewerbe" ihres Bruders in der Vogtland-Arena sah.

Der frühere Weltklasse-Skispringer Richard Freitag wird den Heimweltcup verpassen. Seit zwei Jahren ist für den mittlerweile 30-Jährigen kein Platz mehr im Weltcup-Aufgebot. Freitag springt im drittklassigen FIS-Cup, denkt aber nicht ans Aufhören. "Auf lange Sicht muss man irgendwann sicher drüber nachdenken. Das schiebe ich aktuell aber mal ganz weit weg", sagte der Sachse, der in der Saison 2017/18 Weltcup-Spitzenreiter war. Damals reiste er im Formhoch zur Vierschanzentournee. Ein schwerer Sturz in Innsbruck bedeutete das Aus. Freitag kämpfte sich zurück und gewann 2018 Team-Olympiasilber und schließlich den WM-Titel 2019.

Richard Freitag auf steinigem Weg zurück

Danach ging es steil bergab. 2020 bezeichnete Freitag als ganz mieses Jahr, dass er schnell abhaken wollte. 2021 wurde aus seiner Sicht nicht besser. Aufgeben kommt nicht in Frage: "Ich bin am Arbeiten" und dabei, mich "zurück zu kämpfen".

Die Konkurrenz ist groß. Die deutschen Skispringer sind so konstant und mannschaftlich stark, wie lange nicht mehr. Zuletzt schaffte auch der zweimalige Olympiasieger Andreas Wellinger, der ähnlich wie Freitag durch ein tiefes Loch ging, den Anschluss. Ex-Bundestrainer Werner Schuster: "Grundsätzlich sieht man, dass das deutsche Team am kompaktesten von allen ist." Herausragend in den bisherigen Springen und auch beim Heimspiel in Klingenthal Top-Favoriten auf den Sieg sind Karl Geiger und Markus Eisenbichler.

Fernziel WM 2023 - Zwei Freitags in Planica?

Richard Freitag wird nicht dabei sein. Er kämpft in der Schweiz am Kandersteg um gute Sprünge, die Selbstvertrauen geben und ihn wieder aufsteigen lassen – in die erste Liga, wo Schwester Selina gelandet ist und auf einen gemeinsamen Start bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft 2023 in Planica hofft. Zwei Freitags im Mixed-Team – momentan ein Wunschdenken, doch im Skispringen kann es schnell gehen – nach oben und nach unten.

Zeitplan

  • 09.12.2021 - Qualifikation Frauen
  • 10.12.2021 Einzelwettbewerb Frauen / Qualifikation Männer
  • 11.12.2021 Einzelwettbewerb Frauen / Einzelwettbewerb Männer
  • 12.12.2021 Einzelwettbewerb Männer

Sanny Stephan (mit dpa/sid)

MDR | Stand: 08.12.2021, 09:23

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