"Regenbogen"-Aktionen in Dresden, Erfurt, Halle und Magdeburg

Luftbildaufnahme vom Rudolf-Harbig-Stadion am späten Nachmittag

Fußball | Europameisterschaft

"Regenbogen"-Aktionen in Dresden, Erfurt, Halle und Magdeburg

Die Kontroverse um das UEFA-Verbot der "Regenbogen"-Arena beim EM-Spiel des DFB-Teams gegen Ungarn hat hohe Wellen geschlagen. Auch Fußballvereine in Mitteldeutschland solidarisierten sich anhand klarer Gesten auf ihren Socialmedia-Kanälen mit der Münchner Initiative und der betroffenenen LGBTQIA*-Community. Zudem hat es am Mittwochabend Aktionen in den Stadien in Dresden, Erfurt, Halle und Magdeburg gegeben.

Mit Solidarität in den sozialen Netzwerken und drei teilbeleuchteten Stadien in Dresden, Erfurt und Halle sowie einer Regenbogeninstallation in der Magdeburger MDCC Arena haben mitteldeutsche Fußballvereine und vier Stadionbetreiber auf die heftige Debatte um die vom europäischen Fußballverband UEFA untersagte "Regenbogen"-Arena in München beim EM-Gruppenspiel Deutschland gegen Ungarn reagiert.

Beleuchtung in Dresden, Erfurt und Halle – Installation in Magdeburg

Regenbogenaktion im Stadion Dresden

Oberligist Rot-Weiß Erfurt hat das "Hauptgebäude des Steigerwaldstadions" während der Partie in Regenbogenfarben leuchten lassen. Auch das Eventmanagement des Dresdner Rudolf-Harbig-Stadions ließ im Zuge des Public Viewings am Mittwochabend Teile des Stadions bunt anstrahlen.

Darüber hinaus wurde auch ein Teil des Hallenser Erdgas-Sportparks, Heimstätte von Drittligist HFC, entsprechend beleuchtet. "Die Regenbogenfarben sind Symbol für Vielfalt und Gleichberechtigung. Wir setzen mit unserer Aktion ein solidarisches Zeichen für Toleranz. Homophobie und Diskriminierung haben in Halle keinen Platz", wurde Bürgermeister Egbert Geier in einer offiziellen Mitteilung der Stadt zitiert.

In der MDCC Arena, dem Heimstadion des 1. FC Magdeburg, wurde in Zusammenarbeit zwischen Stadionbetreiber und dem örtlichen CSD e.V. ein 300 Quadratmeter großer Regenbogen auf der Tribüne installiert. Laut "Bild"-Zeitung beteiligten sich deutschlandweit mehr als 45 Stadionbetreiber und Klubs auf verschiedene Art und Weise an der Aktion.

RB, FSV, BSG, CFC und FCC – Solidarität via Socialmedia

Die Leipziger "Red-Bull-Arena" leuchtete laut "Sportbuzzer"-Informationen hingegen nicht regenbogenfarben. Demnach habe sich Bundesligist RB Leipzig, Eigentümer des Stadions, bereits vor geraumer Zeit der aktuell laufenden "Night of Light"-Aktion angeschlossen, die auf die Situation der pandemiegeplagten Veranstaltungsbranche aufmerksam machen will.

Jedoch schlossen sich RB, Drittligist FSV Zwickau oder die Regionalligisten BSG Chemie Leipzig, Chemnitzer FC und Carl Zeiss Jena auf offiziellen Klubkanälen via Instagram oder Twitter der Solidaritätsaktion und dem Aufruf zu Vielfalt, Toleranz und Gleichberechtigung an.

11.000 Regenbogenfähnchen – Orban sagt Besuch ab

Aus Protest gegen ein neues Gesetz in Ungarn, das die Informationsrechte von Heranwachsenden in Hinblick auf Homosexualität und andere sexuelle Minderheiten einschränkt, und Solidarität mit der LGBTQ-Community wollte die Stadt München durch Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei besagtem abschließenden EM-Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Ungarn die Arena komplett in Regenbogenfarben erstrahlen lassen.

Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, steht vor dem Spiel auf der Tribüne.

Dies hatte die UEFA am Dienstagabend (22. Juni) jedoch untersagt. Sie sei "aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage - eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt - muss die UEFA diese Anfrage ablehnen", teilte sie mit. Verschiedenen Organisationen und Initiativen wie der Christopher Street Day (CSD) haben stattdessen vor dem Stadion gut 11.000 Regenbogenfähnchen verteilt. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hatte seinen eigentlich avisierten Stadionbesuch abgesagt.

Gulacsi: "Jeder weiß, wie ich über die Welt denke"

Ungarn - Frankreich

Das Tor der Ungarn hütete Stammkeeper Peter Gulacsi. Der Profi des deutschen Vizemeisters RB Leipzig und zweimaliger ungarischer Fußballer des Jahres hatte anlässlich des Gesetzesentwurfs bereits im vergangenen Februar Gleichberechtigung für sexuelle Minderheiten in seinem Heimatland gefordert.

Vor der Partie meinte Gulacsi: "Das ist eine Entscheidung der UEFA. Wir Spieler können da nichts machen, wir haben da nichts zu sagen", so der 31-Jährige, aber "jeder weiß, wie ich über die Welt denke." Mit einem 2:2-Zitterremis nach zweimaligem Rückstand hatte die deutsche Nationalmannschaft gegen die damit ausgeschiedenen Ungarn schlussendlich das Achtelfinale am kommenden Dienstag gegen England in Wembley erreicht.

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red mit Material von dpa

Deutschland vor Ungarn: Kein Müller und keine Regenbogenfarben 01:02 Min. Verfügbar bis 24.06.2022

MDR | Stand: 24.06.2021, 10:27

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