Reform ab 2024 geplant: Mehr Spiele im "Schweizer System"?

Kylian Mbappw im Duell gegen Konrad Laimer und Marcel Sabitzer

Fußball | Champions League

Reform ab 2024 geplant: Mehr Spiele im "Schweizer System"?

Derzeit biegt die Gruppenphase der Fußball-Champions-League auf die Zielgerade ein. Künftig könnte diese Gruppenphase eine ganz neue Gestalt annehmen. Das sagen Pläne, die bei der UEFA für 2024 umgesetzt werden könnten.

Der Plan klingt revolutionär. Dass die Champions League ab der Saison 2024/25 nach einem neuen Modus spielen wird, galt bereits als sicher. Nun allerdings sickert durch, welche Änderungen die Europäische Fußball-Union (UEFA) für ihre Gelddruckmaschine favorisiert. Wichtigster Punkt: Der Modus mit acht Vorrunden-Gruppen zu je vier Mannschaften wird abgeschafft, an seine Stelle tritt ein reichlich kurios anmutendes Liga-System.

Zehn Spiele garantiert

RB Leipzig - Istanbul Basaksehir -  Deniz Türüc (23, Basaksehir) und Kevin Kampl (44, RB Leipzig)

Nach Informationen der britischen Zeitung "The Times" könnte die Gruppenphase in Zukunft in einer Art Liga-Modus gespielt werden. Jedes Team würde dann in der Vorrunde gegen zehn Gegner antreten. Die Punkte aus diesen Spielen würden in einer gemeinsamen Tabelle mit allen 32 Teams gelistet, aus der sich die ersten 16 für die K.o.-Phase qualifizieren und die auf den Positionen 17 bis 24 in der Europa League weitermachen. In der K.o.-Runde träfe dann der Tabellenerste auf den-16. und so weiter. Offen ist, ob es dabei Hin- und Rückspiele geben wird oder nur ein Duell, bei dem die besser platzierte Mannschaft der Vorrunde Heimrecht genießt. Letzteres würde den überfüllten Spielplan nicht weiter aufblähen.

Planungen im Schatten der drohenden "Super League"

Dieses sogenannte "Schweizer System", das ab 2024 eingeführt werden könnte, wird laut "Times" von der UEFA favorisiert. Damit erhoffen sich die Verantwortlichen auch, den angeblichen Plänen einer europäischen "Super League" entgegenzuwirken, indem sie die Champions League durch mehr Gruppenspiele zwischen Topteams attraktiver machen. Auch eine Aufstockung auf 36 Mannschaften sei möglich. Dieser neue Vorschlag habe im Gegensatz zu den bisherigen Plänen "realistischere Chancen" auf Zustimmung, sagte Lars Christer Olsson, Präsident der Vereinigung der europäischen Fußball-Ligen (EPFL),

Klopp und Nagelsmann kämpfen mit der Belastung

Julian Nagelsmann

Fraglich ist dennoch, wie die Pläne bei den sportlich Verantwortlichen ankommen. So beschwert sich Liverpool-Coach Jürgen Klopp schon länger über den zu eng getakteten Spielplan seiner Mannschaft. Seine Wechsel seien mittlerweile vor allem nicht mehr taktisch bedingt, sondern vor allem eine Sache der Kraft. RB Leipzig musste im Oktober sieben Spiele in 21 Tagen bestreiten, Coach Julian Nagelsmann hoffte auf "60-Minuten-Siege", also darauf, das sein Team auch einmal eine halbe Stunde lang im Schongang bestreiten könnte. Zuletzt beim 2:1 gegen Bielefeld funktionierte das nicht. Sollten die Reformpläne tatsächlich konkret werden, würde jedes Team sogar zehn statt wie bisher sechs Gruppenspiele in der Königsklasse bestreiten.

sid/dpa/cke

MDR | Stand: 02.12.2020, 15:14

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