Fußball | Bundesliga RB Leipzig: Kein perfekter, aber ein guter Start

Stand: 21.01.2023 16:15 Uhr

Beim 1:1 gegen den FC Bayern zeigte RB Leipzig eine ordentliche, am Ende sogar gute Leistung. Vollständig zufrieden war Trainer Marco Rose aber nicht. Torschütze Marcel Halstenberg setzte derweil ein Zeichen.

Von Max Zeising

Eine lange Pause liegt hinter Marcel Halstenberg. Während die deutsche Nationalmannschaft in Katar um WM-Punkte spielte, machte der Fußballer von RB Leipzig "Urlaub mit der Familie", wie er nach dem Spiel gegen den FC Bayern München am Freitagabend sagte. Halstenberg gehörte, anders als Teamkollege David Raum, nicht zum Kader von Bundestrainer Hansi Flick. Beim Bundesliga-Auftakt des neuen Jahres aber setzte er sich auf der linken Abwehrseite gegen Raum durch, nachdem dieser sich in der Winterpause verletzt hatte - und zeigte bei seinem Tor zum 1:1 gegen den deutschen Rekordmeister, dass auch mit ihm in Zukunft zu rechnen sein wird.

Musste er den Frust über seine Nicht-Nominierung herauslaufen? "Nein, auf gar keinen Fall", antwortete Halstenberg. Er fühle sich "einfach gut", was er dann auch in der 52. Minute unter Beweis stellte: Den Fehlpass von Bayerns Mittelfeldmotor Joshua Kimmich fing er selbst ab, dann kam der Ball nach einer schönen Kombination zu André Silva. Dessen Flanke von der rechten Seite erreichte Dominik Szoboszlai, in dessen Kopfball sich der inzwischen in den Strafraum geeilte Halstenberg warf - und Bayerns neuen Schlussmann Yann Sommer überwand.

RB-Torschütze Halstenberg: "Wir wollten die Bayern ärgern"

RB Leipzig erst ordentlich, dann auch offensiv verbessert

"Einen Punkt geholt, ein Tor geschossen. So kann man starten", zeigte er sich nach dem Spiel zufrieden - nicht nur mit sich selbst, sondern mit der ganzen Mannschaft: "Wir wollten die Bayern ärgern." Das habe man auch geschafft, auch wenn es am Ende trotz einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit nicht zum Sieg reichte.

In der Tat, das 1:1 war aus RB-Sicht auf jeden Fall verdient. Schon in der ersten Halbzeit agierten die Gastgeber ordentlich und standen defensiv in den allermeisten Situationen gut. Nur beim Gegentor passten sie nicht auf und setzten auf hohes Risiko, was die Bayern mit ihrem Tempospiel bestraften: Serge Gnabry eilte über die linke Seite, im Zentrum entwischte Eric Maxim Choupo-Moting den aufgerückten RB-Verteidigern und traf aus Nahdistanz zum 0:1 (37.).

Doch nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Leipziger auch offensiv verbessert und hätten nach dem 1:1 von Halstenberg sogar in Führung gehen können, doch Dani Olmo (55.), der eingewechselte Timo Werner (84.) und Konrad Laimer (90.) vergaben ihre Möglichkeiten. "Wir hätten gern gewonnen. Der Spielverlauf hätte es uns auch ermöglichen können", sagte der mit dem Punktgewinn nicht unzufrieden, aber auch nicht vollkommen glücklich wirkende RB-Trainer Marco Rose.

RB wahrt den Abstand zu den Bayern und setzt Serie fort

Letztlich war es vielleicht kein perfekter Start für RB, aber doch ein guter. Die Mannschaft befindet sich in der Tabelle weiterhin sechs Punkte hinter den Spitzenreitern aus München - eine aufholbare Distanz, wenngleich der FCB mit seiner brutalen Offensivgewalt, auch wenn diese am Freitag nur teilweise zum Tragen kam, der klare Favorit auf die Meisterschaft ist und bleibt. Ist der Titelkampf noch spannend? "Ich denke schon", sagte Halstenberg selbstbewusst: "Wir wollen noch viele Spiele gewinnen, und dann wird man sehen, was passiert."

RB-Trainer Rose: "Wir hätten gern gewonnen"

Und: RB setzte am Freitagabend eine Serie fort. Zum neunten Mal in Folge blieben die Leipziger in einem Bundesliga-Spiel ungeschlagen: sechs Siege, drei Unentschieden. Letztmals verloren haben sie am 17. September bei Borussia Mönchengladbach (0:3).

Diskussionen um Upamecano-Foul

Diskussionen gab es noch über eine Gelbe Karte gegen Ex-RB-Verteidiger Dayot Upamecano, der sich in der 65. Minute von Szoboszlai erst vernaschen ließ und ihn dann foulte. Der Ungar wäre allein aufs Tor zugelaufen, wenngleich der Weg noch weit gewesen wäre. Schiedsrichter Daniel Siebert zeigte Upamecano die Gelbe Karte, das Stadion forderte Rot. Doch auch Marco Rose zeigte sich nach dem Spiel mit der Entscheidung des Unparteiischen einverstanden: "Es waren noch 40 Meter bis zum Tor. Ich habe draußen die Bilder gesehen und dann gemeinsam mit dem Schiedsrichter das Ganze noch einmal fachmännisch aufgearbeitet."