RB Leipzig: Chance zur Revanche gegen Gladbach

Hannes Wolf beim Schuss

Fußball | Bundesliga

RB Leipzig: Chance zur Revanche gegen Gladbach

Es war ein Tor, das doppelt wehtat: Am 6. Spieltag traf Hannes Wolf gegen RB Leipzig und fügte seinem Ex-Verein die erste Saisonniederlage in der Bundesliga zu. Zugleich war es die erste Leipziger Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Am Samstagabend kann sich RB nun im eigenen Stadion revanchieren. Im Kampf um die Tabellenspitze hielt sich Vorstandschef Oliver Mintzlaff unterdessen verbal zurück.

Die Konstellation beim zehnten Duell zwischen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach ist ähnlich und hat sich doch verändert. Wieder stehen sich zwei Teams gegenüber, die auf Pressing und schnelles Umschaltspiel setzen. Wieder steht RB Leipzig in der Tabelle besser da und geht als Favorit ins Rennen.

Aus den fünf Punkten Unterschied sind allerdings inzwischen 14 geworden. Und dann ist da noch aktuell diese Unruhe bei den Gladbachern. Borussia-Trainer Marco Rose hatte kürzlich bekanntgegeben, seine Ausstiegsklausel zu ziehen und im Sommer zum Erzrivalen Dortmund zu wechseln, was für einigen Aufruhr im Verein gesorgt hat.

Rose-Appell und Nagelsmann-Unverständnis

Sportlich jedenfalls läuft es für BMG jedenfalls gerade nicht besonders gut. In den letzten drei Bundesliga-Spielen wurde lediglich ein Punkt geholt, in der Champions League war man am Mittwochabend gegen Manchester City weitgehend chancenlos. Welchen Anteil das Trara um Marco Rose daran hat, darüber kann man nur spekulieren. Rose selbst appellierte an Team und Fans, die Sinne zu schärfen und zusammenzustehen: "Wir müssen an uns glauben. Dann kommt das Selbstvertrauen wieder und bringt uns Leichtigkeit zurück."

Sein Leipziger Kollege Julian Nagelsmann kann das Stimmungstief bei den "Fohlen" nicht nachvollziehen. "Ich empfinde die Unruhe von außen als nicht notwendig und auch nicht verständlich" sagte der RB-Coach am Donnerstag und verwies auf einige Parallelen am Ende seiner Zeit in Hoffenheim. Dass sich Spieler in so einer Situation hängen lassen, glaubt er nicht: "Es macht z.B. für Lars Stindl keinen Sinn, jetzt weniger zu machen oder weniger zu investieren und die Spiele absichtlich zu verlieren, nur weil Marco Rose zu Dortmund geht." Nächste Saison müsse das ja auch nicht Marco Rose ausbaden, sondern Lars Stindl, der in Gladbach bleibt.

Konstanz ohne Zuschauer

Anders als die "Fohlen" hat RB Leipzig in der Bundesliga gerade einen echten Lauf. Die letzten vier Partien wurden allesamt gewonnen, mit insgesamt 9:1 Toren. Das Geheimnis der relativ hohen Konstanz, die RB wieder auf zwei Punkte an Tabellenführer Bayern München heranführte, hat für Julian Nagelsmann im weitesten Sinne auch mit Corona zu tun: "Wir haben uns daran gewöhnt, ohne Zuschauer zu spielen." Zu Beginn der Pandemie, so der Trainer, hatten seine Schützlinge einige Probleme, damit umzugehen. Aber jetzt seien sie sehr konzentriert und immer auf dem Gaspedal. Auch in Berlin sei das so gewesen: "Du hattest nie das Gefühl, jetzt ziehen wir uns zurück und wollen das 1:0 über die Zeit bringen."

Enttäuschung bei Leipzigs Yussuf Poulsen

Wer am Samstagabend von Anpfiff an aufs Gaspedal treten darf, ist wieder unklar. Julian Nagelsmann hat jedenfalls die Qual der Wahl, denn inzwischen fallen nur noch Konrad Laimer und Dominik Szoboszlai aus. Alle anderen, auch die zuletzt angeschlagenen, hätten bereits wieder trainiert: "Auch Emil Forsberg war beim 11 gegen 11 dabei. Er war schmerzbefreit. Die Entscheidung, wie es für Samstag läuft, habe ich natürlich noch nicht getroffen."

Mintzlaff: "Wir rufen nicht den Meisterkampf aus"

Im neu entfachten Kampf um die Tabellenspitze halten sich die Verantwortlichem am Cottaweg verbal hingegen zurück. "Wir waren in der letzten Saison Herbstmeister und am Ende Dritter. Deshalb rufen wir nicht den Meisterkampf aus", sagte Vorstandschef Oliver Mintzlaff am Freitag (26. Februar) im ZDF-Morgenmagazin. "Es macht keinen Sinn, unser Saisonziel Champions-League-Qualifikation über Bord zu werfen und zu sagen, wir greifen die Bayern an. Wir denken nicht an die Tabellenspitze, sondern an das wichtige Spiel gegen Gladbach. Es sind Floskeln, aber wir denken nur von Spiel zu Spiel", so der 45-Jährige.

sk/dpa

MDR | Stand: 26.02.2021, 10:30

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