Spieler des HK Motor Saporischschja, 2021

Handball | 2. Bundesliga Motor Saporoschje – Spielt der ukrainische Meister bald in der 2. Bundesliga?

Stand: 08.06.2022 19:35 Uhr

Es wäre ein absolutes Novum: Unbestätigten Medienberichten zufolge soll es in der Handball-Bundesliga Überlegungen geben, den ukrainischen Topverein HC Motor Saporoschje in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga spielen zu lassen. Der ukrainische Meister könnte so den nötigen Spielrhythmus für die Champions League bekommen. In der Ukraine ist das seit dem Angriff Russlands nicht möglich, da die Liga pausiert.

In der 2. Handball-Bundesliga deutet sich eine außergewöhnliche Konstellation für die kommenden Saison an. Wie die "Handball World" berichtet, soll es bei den Verantwortlichen der Bundesliga Überlegungen geben, dem ukrainischen Meister HC Motor Saporoschje ein Gast-Startrecht für die 2. Bundesliga zu erteilen. Demnach könnte der Club so den nötigen Spielrhythmus für die Champions League bekommen. In der eigenen Liga ist das nicht möglich, da sie seit dem Angriff Russlands pausiert. Auf Nachfrage von "Sport im Osten" wollte sich die Bundesliga nicht zu dem Sachverhalt äußern.

Spiele gegen Spielfrei-Teams durch Liga-Reduzierung?

Dem Bericht zufolge wäre eine offizielle Teilnahme von Motor Saporoschje rechtlich nicht möglich. Die Partien gegen den ukrainischen Vertreter könnten demnach nicht in die Tabelle einfließen. Eine Teilnahme am Spielbetrieb als Gast könne aber durch die geplante Liga-Reduzierung von 20 auf 19 Teams in der kommenden Saison zustande kommen, denn dann hätte jeweils ein Team pro Spieltag spielfrei – und stünde für ein Spiel gegen Saporoschje zur Verfügung.

Champions-League-Teilnahme über EHF-Wildcard

Saporoschje, das seit 2013 durchgehend die ukrainische Meisterschaft gewonnen hat, bekäme so die nötige Spielpraxis gegen Teams wie den ThSV Eisenach, HC Elbflorenz und den Dessau-Roßlauer HV, und könnte nach Angaben der "Handball World" mit einer Spielstätte in Deutschland an der Champions League teilnehmen. Voraussetzung sei eine Wildcard von der Europäischen Handball-Föderation (EHF), denn die wäre nach dem konfliktbedingten Rückzug aus der Champions League im Februar 2022 für die erneute Teilnahme offenbar nötig.

(red)