Marc Hensel: "Sind fleißige Bienen, die den Ertrag nicht einfahren!"

Marc Hensel: "Die Liga ist brutal" 01:22 Min. Verfügbar bis 17.10.2022

Fußball | 2. Bundesliga

Marc Hensel: "Sind fleißige Bienen, die den Ertrag nicht einfahren!"

Erzgebirge Aue sitzt weiter fest auf dem letzten Tabellenplatz der 2. Bundesliga. Dabei will Teamchef Marc Hensel der Mannschaft nicht den Einsatzwillen nicht absprechen. Aber der Ertrag stimmt nicht. Und das hat Gründe.

Sie kämpfen, sind gleichwertig, haben Torchancen und verlieren. Wie zuletzt am Samstag beim Karlsruher SC (1:2). Die Bilanz von Marc Hensel ist ernüchternd. Zwar erkennt der eine Entwicklung. Sieht aber auch Defizite, die Aue immer wieder die Punkte und womöglich auch die 2. Liga kosten könnte. "Uns fehlt die Ausgebufftheit. In den letzten Jahren haben wir aus keiner Chance zwei Tore gemacht, jetzt gelingt uns bei 14 Schüssen eins. Das ist zu wenig", so Hensel.

"Pascal hätte die Tore geschossen"

Pascal Testroet wird von Präsident Helge Leonhardt und Geschäftsführer Michael Voigt verabschiedet.

Ein deutlicher Seitenhieb, ein Pascal Testroet fehlt immer noch. "Pascal hätte die Tore geschossen", erklärt Hensel mit Blick auf die klaren Chancen in der ersten Halbzeit beim KSC. Und beim Stande von 1:2 in der Schlussminute durch Sascha Härtel. Das sei der Unterschied, bei dessen Schuss habe ich ein Karlsruher in den Schuss geschmissen. Anders bei den Gegentoren. "Das sind Konzentrationsprobleme. Bei diesen Schlüsselzweikämpfen waren wir nicht wach. Wir haben Aussetzer, die werden in dieser Liga knallhart bestraft. Und wir können nach Rückstand nicht fünf bis zehn Minuten schwimmen, da müssen wir unseren Mann stehen."

Mangelnden Einsatz könne man der Mannschaft nicht vorwerfen. Man schaffe es aber nicht, bis zum Abpfiff das eigene Spiel durchzudrücken. "Wir brauchen endlich Ertrag. Wir sind momentan wie fleißige Bienen, die keinen Honig einfahren." Und den braucht Aue mit Blick auf die mickrigen vier Punkte ganz dringend. Am kommenden Freitag steht das Kellerduell gegen den FC Ingolstadt an. "Wir müssen unseren Mann stehen, für unsere gemeinsame Zukunft."

Wenig Optimismus in den sozialen Medien

Hensel sprach zudem von einer Aufbruchstimmung bei den Fans. Doch zumindest in den sozialen Medien dominiert die Skepsis. "BSG der echte" schreibt auf sport-im-osten.de: "Die Qualität reicht einfach nicht. Die Abwehr pennt zweimal und vorne werden klarste Chancen vergeben. Zum wiederholten Male, hinten fehlt ein Breitkreuz, vorne ein Testroet. Diese Probleme sind selbst verursacht. Und damit steht die Truppe da wo sie steht. Die Mannschaft wird absteigen, das steht für mich außer Frage. Sie ist die schwächste der Liga." Und auf Facebook fasst Jens Berger zusammen: "Insgesamt ist zu viel Breite und zu wenig Klasse im Kader und es fehlen Spieler, die auch mal ein Spiel allein entscheiden können. Das wird ne ganz schwere Saison und nächste Woche zeigt sich ob noch Hoffnung besteht und wohin der Weg geht."

Vor Ingolstadt - Aue ruft alle Fans auf

Wie wichtig dieses Spiel gegen Ingolstadt ist, zeigt ein Aufruf des Vereins an alle Fans. Das gesamte Erzgebirge soll mobilisiert werden, auch ungeimpfte und nicht genesene Fans. Dafür werden Tests – im Stadion gilt die 3G-Regelung – für zwei Euro angeboten. Klar scheint: Siegt der FC Erzgebirge Aue am Freitag gegen den FC Ingolstadt nicht, gehen im Kampf gegen den Absturz in die 3. Liga langsam die Argumente aus.

Jeder Fehler wird in dieser Liga knallhart bestraft, das weiß auch Aues Trainer Marc Hensel. Fehler kann man sich nicht leisten, sonst werde es auch am kommenden Freitag gegen Ingolstadt nicht reichen.   

rei

MDR | Stand: 17.10.2021, 14:56

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