Julia Taubitz: Über das Popometer und den Kindheitstraum von der Olympiamedaille

"SpiO"-Talk mit Rennrodel-Weltmeisterin Julia Taubitz 20:28 Min. Verfügbar bis 28.10.2022

Wintersport | Rodeln

Julia Taubitz: Über das Popometer und den Kindheitstraum von der Olympiamedaille

Den ersten Titel der Saison hat die frischgebackene deutsche Meisterin Julia Taubitz bereits in der Tasche. Doch bis zum Saisonhöhepunkt Olympia in Peking ist es für die Rennrodlerin aus Sachsen noch ein langer Weg.

Dreifach-Weltmeisterin ist sie, den Gesamt-Weltcup hat sie bereits gewonnen, in Einzel-Weltcups ebenso wie bei deutschen Meisterschaften triumphiert die Oberwiesenthaler Rennrodlerin Julia Taubitz zählt zur absoluten Weltspitze in ihrer Sportart. In der anstehenden Saison will sie sich nun auch endlich den letzten großen Traum erfüllen – den von der Olympiamedaille.

Überlegen zum Meistertitel

Der Weg dahin wird allerdings steinig, berichtete die 25-Jährige im "Sport im Osten"-Talk am Mittwoch (27. Oktober): "Da liegt noch ein ganzes Stück Arbeit vor mir", erklärt die Sächsin. Zum Auftakt in die Olympiasaison meisterte sie am vergangenen Wochenende schon einmal mit Bravour: Überlegen fuhr sie in Altenberg zum deutschen Meistertitel.

Kein sicheres Weltcup-Tickets für die Weltmeisterin

Mit dem nationalen Titel machte Weltmeisterin Taubitz auch einen weiteren Schritt zum Weltcup-Ticket. Denn anders als in den vergangenen Jahren, als die WM-Titelträger für den Weltcup gesetzt waren, müssen sich in diesem Jahr auch die Weltmeister und Weltmeisterinnen im internen Ausscheid um die Weltcuptickets durchsetzen. "Das hat unser Cheftrainer so entschieden", berichtet Taubitz. "Du kannst zwar schlechter das Material testen. Aber Du hast dafür von Beginn an den Wettkampfdruck."

Olympiarechnung: Aus sechs mach vier mach drei

Aus dem starken sechsköpfigen deutschen Frauenteam u.a. mit Taubitz, der bei der DM fehlenden Natalie Geisenberger sowie Anna Berreiter (Berchtesgaden), Jessica Degenhardt (Altenberg), Dajana Eitberger (Ilmenau) und Cheyenne Rosenthal (Winterberg) werden am Donnerstag (28. Oktober) nach finalen Testfahrten in Altenberg die besten Vier für das Weltcuptteam nominiert. Aus den Weltcupergebnissen werden bis Weihnachten dann wiederum die besten Drei für die Olympischen Spielen ausgewählt. "Wir sind eine sehr starke deutsche Mannschaft. Da darf man sich keinen Bockmist erlauben", so Taubitz.

2014 und 2018 nur Olympia-Zuschauerin

Die deutsche Rennrodlerin Julia Taubitz hält nach dem Rennen auf der Kunsteisbahn am Königssee ihre Auszeichnungen.

Die Olympischen Spiele 2014 und 2018 verpasste sie noch, vor drei Jahren in Pyeongchang noch knapp als Vierte im deutschen Team. In Peking soll das nun nicht wieder passieren. "Mein großes Ziel ist, mich für Olympia zu qualifizieren und dann auch mit einer Medaille zurückzukommen. Das ist von Kleinauf ein Traum von mir."

Olympiabahn ist "perfekt auf mich eingestellt"

Hoffnung macht Taubitz, dass sie verletzungsfrei durch den Sommer gekommen ist. Zudem hat sie einen neuen Schlitten und viel an der Aerodynamik auf dem Kufengerät gearbeitet, verriet sie im "SpiO"-Talk. Ihren Teamkolleginnen hat sie zudem voraus, dass sie die Olympiabahn in China schon einmal testen durfte, die war zur Homologierung, der offiziellen Abnahme der Bahn eingeladen.

Von ihrer Reise von der Olympiabahn 2022 kam Taubitz mit glänzenden Augen zurück: "Die Chinesen haben wirklich etwas sehr Schönes hingezimmert. Die Bahn ist komplett überdacht, es werden also sehr faire Spiele. Sie ist sehr lang und sehr gefühlvoll, was mir liegt. Es werden auch nicht so viele G-Kräfte aktiv. Der Start ist gut, weil gleich eine Kurve kommt", schwärmte Taubitz und ergänzte lachend: "Die Bahn ist perfekt auf mich eingestellt. Das werden tolle Spiele." Sofern sich Taubitz für Olympia qualifiziert. Doch auch hier hat die gut aufgelegte 25-Jährige eine Antwort parat: "In den wichtigen Situationen hat mich mein Popometer nicht verlassen."

Dirk Hofmeister

MDR | Stand: 27.10.2021, 13:39

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