Dokumentation Gerd Schädlich – "Der Geradlinige"

Stand: 12.01.2022 22:56 Uhr

Er führte Erzgebirge Aue und den FSV Zwickau in die 2. Bundesliga und stieg mit dem Chemnitzer FC in die 3. Liga auf – am 30. Dezember 2022 wäre Gerd Schädlich 70 Jahre alt geworden. Sport im Osten erinnert am 15. Januar 2023 gemeinsam mit alten Weggefährten an den Erfolgstrainer in der Dokumentation "Der Geradlinige".

Sein weitaus bekannterer Trainerkollege Hans Meyer sagte über den Mann mit dem markanten Schnauzbart einst: "Sie sollen Ihm ein Denkmal bauen. Ganz oben. Auf einer der Wismut-Halden. So hoch, dass kein Hund daran pinkeln kann!"

Doku Zwei

Sport im Osten strahlt am 15. Januar 2023 die Dokumentation "Der Geradlinige" aus.

Schädlich erweckte Traditionsvereine zu neuem Leben

Gerd Schädlich verkörpert deutsche Fußball-Geschichte. Als der Fußball in seiner Heimatregion Westsachsen wie die DDR zusammenbrach, gelang es ihm, Traditionsvereine in Leistungsebenen zu führen, von denen die Klubs heute – unter wirtschaftlich besseren Rahmenbedingungen – träumen. Zwickau, heute Abstiegskampf in Liga drei, war dem Aufstieg in die 1. Bundesliga nah. Erzgebirge Aue, heute 3. Liga, war Zweitligadauergast. Chemnitz, heute Regionalliga Nordost, stieg in die 3. Liga auf.

Aues Trainer Gerd Schädlich winkt noch ab - während sich im Hintergrund Aues Spielerbank-Reigen formiert.

Mit Erzgebirge Aue schaffte Gerd Schädlich 2003 den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dieses Kunststück war ihm bereits Mitte der 1990er Jahre mit dem FSV Zwickau gelungen.

Es wurde immer besser durch ihn. Er steht stellvertretend für eine ganze Generation, die immer kämpfen musste – vor und nach der Wende und die nie weggegangen ist aus ihrer Heimat! MDR-Sportchef Raiko Richter über Gerd Schädlich |

In anderen Zeiten, unter anderen Umständen hätte Schädlich eine deutlich hellere Position im deutschen Fußball erlangt, hätte die Rolle Hans Meyers in Jena oder eines Otto Rehhagel in Bremen einnehmen können. MDR-Sportchef Raiko Richter: "Gerd Schädlich hat mit seiner bodenständigen akribischen Arbeit Mannschaften der Region besser gemacht und strategisch zu Erfolgen geführt. Von den Anfängen in Krumhermersdorf über Hoyerswerda, Zwickau, Aue und zuletzt in Chemnitz. Es wurde immer besser durch ihn. Er steht stellvertretend für eine ganze Generation, die immer kämpfen musste – vor und nach der Wende und die nie weggegangen ist aus ihrer Heimat!"

Alte Weggefährten blicken zurück

Auch wenn ihm Personenkult fremd war, so würde er sich still und leise freuen, gemeinsam mit seinen alten Weggefährten auf die gemeinsame Zeit zurückzuschauen – oder es mit seinen Worten zu sagen: "Nun ist aber genug!"

Trainer Gerd Schädlich (re.) im Gespräch mit Marco Kurth (beide Aue)

Marco Kurth (li.) war fast acht Jahre Spieler unter Gerd Schädlich in Aue. Gemeinsam mit RB Leipzigs Trainer Marco Rose erinnert er an den Erfolgstrainer aus Rodewisch.

Die Dokumentation "Der Geradlinige" zeigt, dass Schädlich eine Person der Zeitgeschichte war. Einer, der immer geradlinig, ehrlich, rastlos und demütig war. Aus einzelnen Episoden, erzählt von seinen engsten Vertrauten, ergibt sich ein Gesamtbild, das das Leben des im Januar 2022 Verstorbenen würdigt.

Nach seinem 70. Geburtstag am 30. Dezember 2022 wird Sport im Osten am Sonntag, den 15. Januar 2023, ab 16 Uhr die Dokumentation ausstrahlen.

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red