Fußball, 3. Liga Fehlstart perfekt: Erzgebirge Aue trifft das Tor nicht

Stand: 11.08.2022 08:46 Uhr

Drei Spieltage, magere zwei Tore und noch kein Sieg: Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue holpert in die 3. Liga. Beim 0:1 gegen Waldhof Mannheim wurde deutlich, wo es klemmt. Trainer Timo Rost war mit dem Spiel dennoch nicht unzufrieden. Der Druck dürfte aber steigen.

Diesen Start in die 3. Liga hatte sich Erzgebirge Aue anders vorgestellt. Nach drei Spielen – zwei Remis und einer Niederlage – rangiert der Zweitliga-Absteiger nur auf dem 14. Tabellenplatz. Mit drei Gegentoren liegt Aue in der Defensive voll im Soll, problematisch ist bisher der Torabschluss.

Aue kreiert zu wenig Torchancen und kommt nur auf magere zwei Treffer. Weniger Tore haben nur Schlusslicht und Rost-Ex-Klub Bayreuth und Borussia Dortmund II erzielt. Für Aue traf bisher einzig Marvin Stefaniak. Nach einer schweren Brustprellung war bis kurz vor dem Anpfiff unklar, ob der Mittelfeldspieler überhaupt auflaufen kann. Er lief auf, war aber drei Tage nach der Verletzung nicht bei 100 Prozent. Aue hatte trotzdem einige Chancen – und Pech. So traf Linus Rosenlöcher nur den Pfosten. Allerdings war seine abgefälschte Flanke eher ein Zufallsprodukt.

Marvin Stefaniak, Spieler vom FC Erzgebirge Aue, enttäuscht über die Niederlage

Schleicht enttäuscht vom Rasen: Marvin Stefaniak.

Rost: "Zeitnah Siege einfahren"

Grund zur Sorge besteht so früh in der Saison noch nicht. Die Spielzeit ist jung, die Mannschaft (15 Neuzugänge) muss sich finden, aber auch Rost ist klar, dass es nicht mehr zu lange dauern darf, bis Aue endlich den Schalter umlegt. "Wir müssen zusehen, dass wir trotz der vielen neuen Spieler zeitnah Siege einfahren", sagte Rost nach dem Spiel.

Im Großen und Ganzen war er zufrieden mit dem Auftritt. Man habe sich nur nicht belohnt: "Wir hätten dieses Spiel für uns entscheiden müssen", sagte Rost, der im Sommer aus Bayreuth nach Aue gewechselt war. In der ersten Halbzeit habe man Pech im Abschluss gehabt und sehr gut verteidigt. Mannheim sei nicht viel eingefallen, gefährlich sei es nur nach Kontern geworden, so Rost. Trainerkollege Christian Neidhardt sah eher ein ausgeglichenes Spiel und lobte vor allem die Standards.

Abseits - Freistoß - Tor

Aus einem solchen Freistoß resultierte in der 86. Minute das Goldene Tor. Und das ärgerte Rost so richtig. Für ihn hätte es den Freistoß nie geben dürfen. Zuvor stand ein Mannheimer klar im Abseits. "Doppelt bitter für uns", so der Trainer.

Gebrodelt haben dürfte vor allem Dimitrji Nazarov. Der war schon nach dem 1:1 gegen Osnabrück – und seiner Meinung nach fragwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen - angesäuert. "Ich habe in den letzten zehn Jahren zweite Liga gespielt. Ohne den Video-Schiedsrichter geht alles durch. Hier wird ein komplett anderer Fußball gespielt, darauf müssen wir uns einstellen", sagte Nazarov bei "MagentaSport" und wurde noch deutlicher: "In dieser Kackliga wird kaum Fußball gespielt. Viele lange Bälle, viele zweite Bälle – das ist ein ganz schönes Gehacke."

In dieser Kackliga wird kaum Fußball gespielt. Dimitrji Nazarov (Erzgebirge Aue) |

Sonntag kommt Wehen-Wiesbaden

Am Sonntag (14 Uhr, live hören und im Ticker in der SpiO-App) nimmt Erzgebirge Aue einen neuen Anlauf. Dann ist Wehen-Wiesbaden zu Gast. Sicher mit viel Selbstvertrauen im Tank. Die Hessen feierten am Mittwoch beim 4:1 gegen Aufsteiger Bayreuth den ersten Saisondreier.

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red