Aue-Kapitän Martin Männel: "Haben auf die Fresse bekommen" 03:32 Min. Verfügbar bis 23.01.2023

Fußball | 2. Bundesliga

Erzgebirge Aue kassierte heftige Klatsche im "Kumpel-Duell"

Stand: 23.01.2022, 11:45 Uhr

Erzgebirge Aue hat einen ganz bitteren Samstagabend erlebt. Im Duell der "Kumpel-Clubs" gegen den FC Schalke 04 machten sich die Sachsen das Leben selbst schwer und luden den Bundesliga-Absteiger förmlich zum Toreschießen ein. Aue unterlag am Ende verdient mit 0:5 (0:2). Für Schalke war es der höchste Auswärtssieg seit 45 Jahren.

Dabei hatte Aue auf ein Fußball-Fest gehofft. Erstmals seit Ende November durften wieder Zuschauer ins Stadion: 1.000 Fans waren zugelassen. Auch vor dem Stadion hatten sich Anhänger versammelt und versuchten mit Böllern und Raketen ihr Team voranzutreiben. Einzig, es sollte nicht viel nutzen, Aue kassierte die vierte Heimniederlage in Folge. Aus den letzten sechs Spielen wurde nur ein Punkt geholt. Aue bleibt nach der Niederlage auf Rang 17 hängen, der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt weiter zwei Zähler, die sichere Rettung ist fünf Punkte entfernt.

Mit einer Veränderung im Vergleich zum 2:2 auf St. Pauli ging Aues Teamchef Marc Hensel in die Partie. Dirk Carlson musste nach einer im Training erlittenen Sprunggelenksverletzung passen und wurde in der Defensive von Erik Majetschak vertreten. Und die Abwehr der Auer stand auch zunächst einmal im Mittelpunkt. Schalke ging früh auf den ballführenden Gegenspieler und versuchte dann über die Außenbahnen zum Abschluss zu kommen. Das Resultat war aber lediglich nur eine Serie von Ecken.

Schalke mit Doppelschlag in zwei Minuten

Die erste gute Gelegenheit aber hatte die Hausherren. Eine Flanke von Ben Zolinski stocherte Winterneuzugang Prince Osei Owusu im Zweikampf Richtung Tor, aber Schalke-Keeper Martin Fraisl konnte parieren (15.). In der Folge aber übernahm Schalke die Spielkontrolle, drängte Aue zunehmend hinten rein und kam zu ersten Abschlüssen.

Simon Terodde trifft gegen Torwart Martin Männel. | Bildquelle: Picture Point

Die Abwehr der "Veilchen" hielt bis zur 36. Minute stand, musste dann aber das erste Gegentor hinnehmen. Simon Terodde reagierte nach einem missglückten Klärungsversuch am schnellsten und schob den Ball aus wenigen Metern ins linke Eck. Nur zwei Minuten später der nächste Schock: Aue rückte zu weit auf und wurde lehrbuchartig ausgekontert. Männel kam zwar noch aus seinem Kasten, war aber gegen den strammen Schuss von Andreas Vindheim machtlos.

Kurz vor der Pause bekamen der Revierclub nach einem vermeintlichen Handspiel von Malcom Cacutalua noch einen Elfmeter zugesprochen, dieser wurde von Schiedsrichter Arne Aarnink nach Studium der Videobilder wieder zurückgenommen. Der Auer Defensivspieler hatte den Ball lediglich an die Rippen bekommen.

Aue offensiv einfach zu harmlos

Kurz nach dem Wechsel hatte Aue zwei Kontersituationen über den eingewechselten Nikola Trujic, spielte diese aber nicht gut genug aus. Stattdessen waren die Schalker wieder da. Majetschak verlor den Ball im Strafraum an Marvin Pieringer, dessen scharfe Hereingabe von Danny Latza über die Linie gedrückt wurde (51.).

Hensel wechselte trotzdem weiter offensiv, doch die Schalker Abwehrreihe machte alle Angriff im Ansatz zunichte. Stattdessen blieb der Aufstiegsaspirant selbst torhungrig. Latza mit einem Kopfballtreffer (63.) und Pieringer (72.) nach einer erneut missglückten Abwehraktion von Cacutalua machten es schließlich richtig deutlich.

Stimmen zum Spiel:

Dimitrios Grammozis (Schalke): "Bis zum 2:0 oder 3:0 kann immer was passieren. Wir haben gesehen, dass es für beide Mannschaften nicht so einfach war auf diesem Geläuf. Da kann immer mal eine Flanke reinkommen. Aber meine Jungs haben eine sehr seriöse Leistung gezeigt und sehr schöne Tore erzielt haben. Wir hatten Spaß und haben den Ball laufen langen. Da waren die Tore folgerichtig."

Marc Hensel (Aue): "Wir hatten heute große Hoffnungen, haben aber in den entscheidenden Momenten extrem die Nerven verloren. Wir kamen eigentlich vernünftig ins Spiel und wollten aus einer kompakten Formation heraus Nadelstiche setzen. Wir haben die große Chance auf das 1:0, machen diese aber nicht. Hinten treffen wir dann die falschen Entscheidungen. Vor der Pause müssen wir eigentlich das 1:2 machen. Nach der Pause haben wir umgestellt, um den Druck noch einmal zu erhöhen. Wir haben die Kontersituationen, finden aber den Pass in die Mitte nicht. Und dann machen wir den kapitalen Fehler zum 0:3. Da sind die Köpfe runtergegangen. Da müssen wir ansetzten, dass wir in so einer Situation nicht auseinanderbrechen."

FCE-Teamchef Marc Hensel: "Wir haben die Nerven verloren" 04:10 Min. Verfügbar bis 23.01.2023

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