Dynamo Dresden - Erzgebirge Aue 0:1 Erzgebirge Aue gewinnt Derby bei Dynamo Dresden

Stand: 16.05.2022 09:08 Uhr

Dynamo Dresden hat es auch im Sachsen-Derby gegen Absteiger Erzgebirge Aue nicht geschafft, nach zuvor 16 Partien ohne Sieg in der 2. Fußball-Bundesliga wieder einmal zu gewinnen.

Zum Abschluss der Saison in der 2. Fußball-Bundesliga hat der bereits fesstehende Absteiger FC Erzgebirge Aue das Sachsenderby bei Dynamo Dresden mit 1:0 gewonnen. Für Dresden ist die Generalprobe für die Relegation gegen den 1. FC Kaiserslautern damit schief gegangen. Das Team blieb auch im 17. Spiel in Folge ohne Sieg, das ist die gesamte Rückrunde. Zuletzt gewann man das Vorrundenspiel in Aue (1:0). Auch der neue Trainer Guerino Capretti konnte in seinem zehnen Versuch keinen Dreier landen, mehr als sechs Remis holte der Nachfolger von Alexander Schmidt mit den Schwarz-Gelben nicht.

In den ersten Minuten spielten die Gäste frech auf. Ersatz-Kapitän Dimitrij Nazarov umkurvte Paul Will und zog die Kugel aus 17 Metern an die Latte (4.). Erst allmählich kamen die Schwarz-Gelben in die Partie. In der es im Übrigen zur Sache ging. Von Rücksicht auf die Relegation oder Austrudeln der Saison war in diesem Derby nichts zu spüren.

Dynamo: Vier Chancen in vier Minuten

Dynamo kam zwar langsam, dann aber richtig auf Touren: Innerhalb von nur vier MInuten erspielte sich die Elf von Guerino Capretti gleich vier Chancen: Die beste vergab Patrick Weihrauch, der aus elf Metern nur die Latte traf (25.). Das alte Saisonproblem der Gastgeber, die bis auf Christoph Daferner einfach keinen Goalgetter haben, machte sich hier wieder bemerkbar. Aue setzte eher auf Nadelstiche, als SGD-Schlussmann Kevin Broll bei einer Ecke nicht zupackte, musste Mitspieler Guram Giorbelidze kurz vor der Linie retten (43.).

Im Bild v.l.: Florian Ballas (6, Aue) und Vaclav Drchal (27, Dresden).

Dresden lässt Mega-Chance liegen - Aue geht in Führung

Nach der Pause besaßen zunächst die Hausherren die Mega-Chance zum 1:0: Will zog aus 22 Metern ab - Klewin konnte den Flatterball nur abklatschen, die Kugel sprang vor der Linie herum, doch weder Daferner noch Drchal brachten es fertig den rotierenden Ball zu verwerten. Drchal rannte Daferner regelrecht um, von dessen Schulter flog der Ball Richtung Feld - eine irre Szene, geradezu typisch für die Dynamo-Offensive (48.). Und wie es dann halt so geht im Fußball: Fünf Minuten später lag Dresden hinten. Ben Zolinksi ließ Giorbelidze rechts aussteigen und flankte auf den langen Pfosten, wo Nicolas Kühn artistisch Broll im kurzen Eck überwinden konnte. Danach kam von Dresden nicht mehr allzu viel an guten, konstruktiven Angriffen. Bei der danach besten Gelegenheit, einem wuchtigen Kopfball des Ex-Auers Daferner war Klewin reaktionsschnell zur Stelle (65.).

Aue verabschiedet sich mit einem Sieg: Die Audio-Highlights

Florian Eib, Sven Herold, Sportschau, 15.05.2022 18:21 Uhr

Freitag und Dienstag gegen Kaiserslautern

Nun heißt es für die Dresdner nachsitzen. In zwei Relegationspartien geht es gegen den Dritten der 3. Liga, den 1. FC Kaiserslautern. Deren Trainer Dirk Schuster, zuvor in Aue, war bereits heute live dabei. Das Hinspiel steigt am Freitag (20:300 Uhr) in der Pfalz, das Rückspiel kann die SGD dann am Dienstag, den, 24. Mai (20:30 Uhr) vor heimischer Kulisse austragen.

Wie geht es weiter in Aue?

Aue steigt nach einer verkorksten Saison, in der man einige Altgediente wegschickte und auf einen neuen Fußballstil setzen wollte, ab. Der Wechsel zu Trainer Aliaksei Shpileuski funktionierte nicht. Gerade im Angriff wurde mehr Quantität als Qualität verpflichtet. Die Abgänge von Florian Krüger und Pascal Testroet, der nun ausgerechnet für den direkten Konkurrenten Sandhausen traf, konnten nicht kompensiert werden. Nun geht es um die Verkündung des neuen Trainers, es soll Timo Rost von Drittliga-Aufsteiger Bayreuth werden. Wer den neuen Kader zusammenstellt? Sportdirektor Pavel Dotchev oder ein Neuer? Das scheint derzeit noch nicht ganz klar zu sein.

Präsident Helge Leonhardt, Erzgebirge Aue.

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