Erster Saisonsieg Erzgebirge Aue trumpft gegen Meppen groß auf

Stand: 01.10.2022 10:55 Uhr

Erzgebirge Aue hat den langersehnten ersten Sieg in dieser Drittligasaison gefeiert. Gegen den SV Meppen lieferte das Team von Interimstrainer Carsten Müller am Freitag vor allem in der ersten Halbzeit eine furiose Leistung ab. Auch eine knapp 30-minütige Unterzahl brachte den Erfolg, bei dem Dimitrij Nazarov per Traumtor traf, nicht ins Wanken.

Nach bitteren Enttäuschungen über Monate hinweg ist der Knoten bei Erzgebirge Aue auch in der 3. Liga endlich geplatzt. Unter Interimstrainer Carsten Müller feierten die Sachsen am Freitagabend (30.09.2022) einen klaren 3:0 (2:0)-Erfolg gegen den SV Meppen. Damit verlässt Aue in der Tabelle den letzten Platz und rückt zunächst bis auf zwei Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz heran.

Aues Interimstrainer Müller setzte wie schon beim knappen Erfolg im Sachsenpokal gegen Eilenburg auf Kapitän Martin Männel zwischen den Pfosten. Darüber hinaus rückte Lenn Jastremski für Elias Huth in die Sturmspitze, flankiert von Dimitrij Nazarov und Maximilian Thiel. Bei Meppen, das zuletzt viermal in Folge Unentschieden gespielt hatte, ersetzte einzig Steffen Puttkammer den gelb-gesperrten Jonas Fedl.

Aue beginnt mutig

Aue ging die ersten Minuten sehr engagiert an und versuchte das Spiel an sich zu reißen. Ball und Gegner wurden früh angelaufen, im Zweikampfverhalten zeigten sich die Gastgeber griffig. Die erste nennenswerte Offensivaktion hatte Jastremski, der nach Flanke von Anthony Barylla aber deutlich neben das Tor köpfte (8.). Meppen lauerte zunächst auf Konter und war um einen geordneten Spielaufbau bemüht. Nach einer guten Viertelstunde wurden die Emsländer aber aktiver. Steffen Puttkammer hatte nach 24. Minuten die Chance zur Führung auf dem Fuß, schoss die Kugel nach einem Auer Ballverlust im Aufbauspiel aber deutlich drüber. Auch Nazarov machte es im Gegenzug nicht besser und verfehlte mit seinem Drehschuss aus 15 Meter das Gehäuse (25.).  

Baumgart per Kopf, Nazarov per Traumtor

Nach einer guten halben Stunde brandete dann aber Jubel auf den Rängen aus. Nach einem Einwurf in den linken Sechzehner setzte sich Thiel auf engstem Raum stark durch und chippte die Kugel vor das Tor. Tom Baumgart hatte keine Mühe, aus kurzer Distanz einzuköpfen (31.). In der Folge summierten sich die Chancen auf beiden Seiten. Marvin Pourié legte den Ball nach einem zu ungenauen Pass von Männel links am Tor vorbei (35.), kurz darauf nagelte Meppens Toptorjäger die Kugel aus 18 Metern per Dropkick an die Latte (38.).

Aues Spieler jubeln

Erzgebirge Aue bejubelt den Führungstreffer durch Tom Baumgart.

In der Nachspielzeit wurde es hitzig – und spektakulär. Marco Schikoras Treffer nach einem Freistoß wurde aufgrund einer Abseitsposition zunächst aberkannt (45.+2), ehe Nazarov per Traumtor traf. Nach einem erneuten Thiel-Freistoß köpfte die Meppener Abwehr den Ball vor die Füße des Aserbaidschaners, der den Ball aus über 20 Metern halblinker Position in den rechten Winkel schweißte (45.+5).

Nkansah macht den Deckel drauf, Thiel sieht Rot

Auf das Traumtor folgte ein Traumstart in Hälfte zwei. Ein Eckball Thiels rutschte am ersten Pfosten durch, sodass Steffen Nkansah im Zentrum nur noch den Fuß hinhalten musste und zum 3:0 einschob (49.). Der dritte Treffer sorgte für noch mehr Selbstsicherheit beim FCE und ließ den Frust der vergangenen Wochen und Monate mehr und mehr abfallen. Männel agierte im Kasten souverän, Nazarov überzeugte mit Spielwitz und frechen Chipbällen. Hinzu kam Glück, als der eingewechselte Marius Kleinsorge für Meppen nur den Pfosten traf (59.). Kurz darauf bekam die Partie eine überraschende Wendung. Der bis dato überragende Thiel kam gegen Christoph Hemlein zu spät und traf seinen Gegenspieler frontal am Fuß. Schiri Sather zückte glatt Rot – eine sehr harte Entscheidung (62.).

Platzverweis von Schiedsrichter Alexander Sather gegen Aues Maximilian Thiel

Platzverweis von Schiedsrichter Alexander Sather gegen Aues Maximilian Thiel

Den nun numerischen Verhältnissen auf dem Platz entsprechend verlagerte sich das Spielgeschehen. Samuel Abifade traf nach 66. Minuten mit seinem Schuss aus der zweiten Reihe nur den rechten Pfosten. Aue igelte sich in der eigenen Hälfte ein, konnte zunächst kaum noch für Entlastung sorgen. Meppen rannte den Kasten von Männel ohne Pause an, doch verpasste den Anschlusstreffer. Mit zunehmender Spieldauer schwand auch bei den Gästen der Glaube, am Ergebnis schrauben zu können. Der Druck ließ nach und Aue schaukelte den am Ende deutlichen und vor allem verdienten Erfolg sicher nach Hause.

Rico Schmitt auf der Tribüne

Wer neuer Trainer bei den Veilchen wird, ist dagegen weiter offen. Ein alter Bekannter und heißer Kandidat wurde am Freitagabend zumindest schon auf der Tribüne gesichtet: Rico Schmitt. Der 54-Jährige war bereits von 2008 bis 2012 in Aue aktiv. Bis Mai dieses Jahres hatte er ausgerechnet Aues heutigen Gegner Meppen trainiert. In jedem Fall sah Schmitt einen mitreißenden Auftritt seines womöglich künftigen Arbeitgebers.

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jsc