Erfurter Doping-Arzt bietet Insiderwissen an

Ein mann mit rosa Hemd und blauem Mundschutz steht zwischen zwei Anwälten.

Doping

Erfurter Doping-Arzt bietet Insiderwissen an

Noch sitzt Mark Schmidt auf der Anklagebank, nach seinem Prozess und der Haftzeit will der Erfurter Doping-Arzt jedoch die Seiten wechseln und sein Insiderwissen weitergeben. Und das diesmal für bessere Zwecke.

Der Thüringer Doping-Arzt Mark Schmidt will die Seiten wechseln und sich nach dem Ende seines Strafprozesses und seiner Haftzeit im Anti-Doping-Kampf engagieren. Darüber informierte der 42-Jährige am Dienstag (15. Dezember) in München, wo zurzeit über ihn verhandelt wird.

Schmidt biete sein Insiderwissen an, um künftige Betrüger zu schnappen oder präventiv gegen Doping im Sport zu arbeiten. Der Erfurter sagte, dass er damit vielleicht "etwas zurückgeben, Ausgleich schaffen" könne.

Urteil am 15. Januar erwartet

Der Mediziner hatte jahrelang Sportler gedopt und war im Februar 2019 aufgeflogen. Mit vier Helfern wird ihm vor dem Landgericht München II der Prozess gemacht. "Es tut mir unendlich leid, dass ich die mit reingezogen habe", beteuerte er. "Ich würde lieber nur allein hier sitzen." Am 15. Januar wird ein Urteil erwartet.

Er wisse, was Sportler zum Dopen treibt  

Mark Schmidt verglich seine Situation mit der eines Computer-Hackers, der später vom Staat beschäftigt wird, um Sicherheitslücken aufzudecken. So ähnlich stellt er sich auch seine Zukunft in Freiheit vor. "Ich kenne jetzt ja die Schnittstellen des Systems", sagte er. So könne er etwa den Anti-Doping-Behörden mit Hinweisen helfen. Zudem wisse er, was Sportler zum Dopen treibt, "wo muss man präventiv schauen, dass sie nicht falsch abbiegen". Auch dabei könne er helfen.

Arbeit bei der Nada ungewiss 

"Ich würde gerne loslegen, lieber gestern als heute. Aber da gibt es noch so ein paar Hürden dazwischen", führte der 42-Jährige aus. Er wisse nicht, inwieweit er für die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada überhaupt arbeiten dürfe. Zu Athleten oder Trainern dürfe er laut internationalem Sportregularien keinen Kontakt mehr haben.

red/dpa

MDR | Stand: 15.12.2020, 16:09

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