Mediaday beim DFB-Team der Frauen, Teamfoto

Fußball | Länderspiel EM-Generalprobe: DFB-Frauen spielen am Freitag in Erfurt

Stand: 22.06.2022 14:52 Uhr

Die Anspannung bei den deutschen Fußballerinnen steigt. Am 6. Juli beginnt die Europameisterschaft in England. Der letzte Test steigt am Freitag in Erfurt. Gegner wird die Schweiz sein.

Dort, wo sonst Regionalliga-Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt seine Pflichtspiele austrägt, wird am Freitag ab 17 Uhr die deutsche Nationalmannschaft der Frauen ihren letzten Härtetest vor der Europameisterschaft (6. bis 31. Juli) absolvieren. In England sind Vize-Europameister Dänemark (8. Juli), Titelkandidat Spanien (12. Juli) und Finnland (16. Juli) die deutschen Gruppengegner.

Großes Interesse an EM-Spielen in England

Die Vorfreude ist riesig - bei Spielern und Fans. 460.000 Tickets sind in England bereits verkauft worden. "Nach vielen Monaten ohne Fans freuen wir uns auf die Kulisse. Das beflügelt uns", sagte die 85-fache Nationalspielerin Sara Däbritz am Mittwoch (22.06.2022) im Mediengespräch. Derzeit trainiert die Mannschaft abgeschieden in Herzogenaurach. Mit der Ruhe wird es bald vorbei sein.

"Ein großes Publikum ist kein Problem für uns. Es ist das Schönste, was es gibt, vor vielen Fans zu spielen", so Däbritz. Die Schweiz schätzen die deutschen Frauen als harten Prüfstein vor der EM ein. "Wir hoffen, dass schon in Erfurt einige Fans kommen. Wir wollen unser Bestmögliches auf dem Platz zeigen und das Spiel gewinnen", so Tabea Waßmuth, die nach muskulären Problemen vor der Rückkehr in Mannschaftstraining steht.

Spanien: Gleiche Prämien für Frauen und Männer

Frauenfußball wurde jahrelang stiefmütterlich behandelt. Derzeit schlagen viele Verbände einen Kurswechsel ein. In Spanien beispielsweise genießen die Nationalspielerinnen die gleichen Bedingungen in Bezug auf Bonuszahlungen und TV-Prämien. Beim DFB sind Frauen und Männer noch nicht gleichgestellt, "der DFB ist aber auf einem guten Weg", bekräftigte Däbritz. Die Prämien seien deutlich höher als beim letzten EM-Turnier. Im Fall des neunten EM-Triumphes gäbe es eine Rekordprämie von 60.000 Euro pro Spielerin (2017 wären es 37.500 Euro gewesen). Von Gleichberechtigung kann aber keine Rede sein. Jeder Nationalspieler hätte für einen Titelgewinn bei der vergangenen EM 400.000 Euro kassiert.

Deutschland rutscht in der Weltrangliste ab

Man werde hochmotiviert in das Turnier gehen, so Däbritz und weiter: "Wir wollen um den Titel spielen, aber das wollen andere auch". Deutschland war viele Jahre lang Seriensieger, erlebte in den letzten Jahren aber eine kleine Flaute und büßte nach der Niederlage im WM-Qualifikationsspiel gegen Serbien jüngst auch einen Platz in der Weltrangliste ein. Die deutschen Fußballerinnen stehen nun auf Rang fünf, hinter den USA, Schweden, Frankreich und den Niederlanden.

sst