Fußball | Sachsenpokal Eilenburg bringt Aue bei Männel-Comeback ins Wanken

Stand: 25.09.2022 18:22 Uhr

Der FC Eilenburg hat gegen Aue in der Schlussphase fast eine irre Aufholjagd hingelegt, musste sich dann knapp mit 1:2 geschlagen geben. Beim Comeback von Martin Männel schläferten sich die Veilchen in der zweiten Hälfte ein, obwohl Interimscoach Carsten Müller die Startelf bezeichnend veränderte. Der Weg aus der Krise scheint noch ein längerer zu sein.

Von Patrick Franz

Drei bezeichnende Startelfänderungen bei Aue

Martin Männel feierte nach seiner schweren Knieverletzung und 169 Tagen Pause sein Comeback im Tor des FC Erzgebirge, sein bisheriger Vertreter Philipp Klewin musste auf die Bank. Sonst nahm Interimscoach Carsten Müller nur zwei, allerdings bezeichnende Änderungen vor. Die Neuzugänge Ivan Knezevic, von Ex-Trainer Timo Rost aus Bayreuth mitgebracht, und Alexander Sorge, der bislang als Abwehrboss die Defensive nicht wirklich sattelfest bekam, verloren ihren Stammplatz. Routinier Dimitrij Nazarov, zuletzt in der Liga noch 90 Minuten Reservist, und Marco Schikora als Linksverteidiger rutschten in die Startelf. Korbinian Burger ging nach innen und bildete mit Steffen Nkansah das neue Abwehrzentrum.

FC Eilenburg - Erzgebirge Aue

Neue Einheit auf dem Feld - der FC Erzgebirge begann mit Martin Männel, Marco Schikora und Dimitrij Nazarov.

Frühe Standard-Führung hilft Krisen-Veilchen

Gleich die erste Aktion der Partie spielte den kriselnden Gästen in die Karten. Schon nach 30 Sekunden konnte sich Eilenburg direkt am Strafraum nur mit einem Foul helfen. Nazarov knallte die Kugel aufs Tor, Keeper Andreas Naumann reagierte glänzend, war gegen den Nachschuss von Maximilian Thiel aus rund 17 Metern dann aber völlig machtlos – 0:1 (2.).

Im Bild: Tor für Aue, Torjubel nach dem 0:1, Torschütze Maximilian Thiel 30, Aue.

Maximilian Thiel feierte sein frühes Tor zum Befreiungsschlag im Sachsenpokal.

Der Drittligist dominierte trotz mancher Vorwärtsbemühungen des Underdogs fast durchgehend. Nach einer Viertelstunde war das Chancenverhältnis von 5:0 bereits standesgemäß, danach beruhigte sich das Geschehen leicht. Trotzdem war das 2:0 überfällig. Die offensiv mutig agierenden Nordsachsen waren wie öfters in dieser Phase weit aufgerückt und ein Pass in den freien Raum reichte, sodass Tom Baumgart frei auf die Kiste zuging und zum zweiten Treffer des Tages ins linke Eck einschob (29.).

Aue im zweiten Durchgang harmlos

Nach der Pause hatte der Regionalliga-Absteiger durch Tim Bunge (49./51.) zwei gute Gelegenheiten zum Anschlusstor. Auf der Gegenseite verlegte sich das Profiteam nur aufs Verwalten. So verloren die Veilchen den Faden und verpassten es, sich vorn mehr einzuspielen beziehungsweise auch mehr Selbstvertrauen für den harten Drittliga-Alltag zu tanken. Zu allem Überfluß musste Torschütze Tom Baumgart mit einer Verletzung am linken Fuß angeschlagen raus (65.). Erst der für ihn eingewechselte Antonio Jonjic sorgte wieder für Schwung und den ersten Torschuss der zweiten Hälfte in der 70. Minute.

Carsten Müller

Interimscoach Carsten Müller konnte gegen den Oberligisten nur mit den ersten 15 Minuten einverstanden sein.

Eilenburg schafft fast die Last-Minute-Aufholjagd

Mit Beginn der Nachspielzeit weckte Adrian Jarosch Eilenburg mit einem Kopfball-Treffer nach einem langen Freistoß aus dem Halbfeld auf. Daraufhin rannten die Gastgeber nochmal an, Bunge hatte zwei gute Fernschussoptionen. Als der letzte Knaller knapp über die Latte zischte, war der Zittersieg für Aue perfekt. Fakt: Mit diesem Auftritt speziell nach der Halbzeit kann der Drittligist nicht zufrieden sein. Ein Zwei-Klassen-Unterschied war nur in der Anfangsviertelstunde zu erkennen.

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