Dynamo Dresden: Mitgliederversammlung abgebrochen – Millionverlust durch Corona-Krise

Dynamo Dresden: Maximal vier Millionen Euro Verlust durch Corona-Krise

02:11 Min. Verfügbar bis 12.06.2022


Fußball | 2. Bundesliga

Dynamo Dresden: Mitgliederversammlung abgebrochen – Millionverlust durch Corona-Krise

Aufgrund massiver Serverprobleme ist Dynamo Dresdens digitale Mitgliederversammlung vorzeitig abgebrochen worden. Nun wird über eine Doppel-MV im November nachgedacht. Schon jetzt ist jedoch klar: Die Corona-Krise reißt ein Millionenloch – allerdings ein kleineres als befürchtet.

Massive Serverprobleme haben dazu geführt, dass Dynamo Dresdens digitale Mitgliederversammlung am Samstagmittag (12. Juni) nach knapp zwei Stunden vorzeitig abgebrochen werden musste. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie war der ursprüngliche Termin im Novemer 2020 verschoben worden und war digital neu angesetzt worden.

Scholze: "Das ist uns unheimlich peinlich"

"Wir bitten die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen und werden die Umstände im gemeinsamen Austausch mit dem Dienstleister unverzüglich analysieren. Sobald dies erfolgt ist, werden wir dazu über die vereinseigenen Medien kommunizieren", ließ Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend auf MDR-Nachfrage mitteilen. Der amtierende Vereinspräsident Holger Scholze sagte der Bild-Zeitung: "Was wir in den vergangenen zwei Stunden erleben mussten, ist uns unheimlich peinlich. Von Vereinsseite wurde alles unternommen, um diese Versammlung professionell vorzubereiten. Aber es gibt eben die Tücken der Technik."

Holger Scholze

Nach Vereinsangaben hatten sich zu Versammlungsbeginn 391 stimmberechtigte Mitglieder eingeschaltet. Bereits nach Tagesordnungspunkt 1, der Begrüßung, ging nichts mehr. Unter anderem stand die nun auch nicht zustandegekommene Wahl eines neuen Präsidiums auf der Tagesordnung. Zudem wollte die SGD den Bericht über ihr Geschäftsjahr 2019/20 vorlegen. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Aufgrund der Komplexität sieht Wehlend eine Neuansetzung der Mitgliederversammlung erst im kommenden November, wenn die für das Jahr 2021 obligatorische Versammlung ohnehin stattfinden wird. Dann würden zwei Geschäftsjahre behandelt, so der Geschäftsführer auf einem am Nachmittag gehaltenen Online-Pressegespräch.

Corona-Krise: SGD erwartet weniger Verlust als befürchtet

Der 55-Jährige gab dabei aber schon erste Zahlen bekannt. Nachdem im Geschäftsjahr 2019/2020 trotz der beginnenden Corona-Krise und des Abstiegs in die 3. Liga noch ein Gewinn von 1,25 Millionen Euro erwirtschaftet worden war, geht er für das Jahr 2020/2021 von vier Millionen Euro Verlust aus. Das sind rund 1,8 Millionen Euro weniger als befürchtet.

Grund für die Verbesserung der Bilanz ist die Reduzierung beeinflussbarer Kosten, vor allem Investitionen im Digitalbereich. Werden zudem noch weitere Überbrückungshilfen für den damaligen Drittligisten ausgezahlt, kann sich der Verlust auf 2,5 bis drei Millionen Euro weiter verringern. Der Geschäftsführer hofft, mit Beginn der neuen Saison ein Stufenkonzept für die Rückkehr der Zuschauer einführen zu können. Demnach könnten zunächst 10.000 Fans beim Saisonstart der 2. Bundesliga am vorletzten Juli-Wochenende dabei sein und die Zahl Schritt für Schritt erhöht werden. Aus diesem Grund werden zunächst keine Dauerkarten angeboten, was sich im Saisonverlauf jedoch noch ändern könne.

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mhe/dpa

MDR | Stand: 12.06.2021, 18:29

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