Fußball | 2. Bundesliga Dynamo Dresden: Abstieg ist eine logische Folge der Misere

Stand: 25.05.2022 19:26 Uhr

Der Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga war absehbar. 19 Pflichtspiele ohne Sieg, ein Trainerwechsel, der verpuffte. So reichte es für Dynamo Dresden auch gegen eine allenfalls durchschnittliche Lauterer Mannschaft nicht. Und leider fielen einige Fans negativ auf.

Von Ronny Eichhorn

Wer in 19 Pflichtspielen keinen einzigen Sieg zu Stande bringt, in der überlebenswichtigen Relegation gegen einen keineswegs überdurchschnittlich starken 1. FC Kaiserslautern in zwei Spielen auch kein Tor erzielt, der hat die 2. Bundesliga einfach nicht verdient.

Viele falsche Entscheidungen

Alle müssen sich in Dresden hinterfragen. Warum wurde der Kader in der Winterpause – anders als bei der Konkurrenz im Tabellenkeller – nicht verstärkt? Die drei Verpflichtungen in der Winterpause Oliver Bastista Meier, Vaclav Drchal und Adrian Fein haben das Team nicht wirklich verbessert. Warum wurde Trainer Alexander Schmidt entlassen? Und für ihn im so wichtigen Überlebenskampf in der 2. Bundesliga ein unerfahrener Trainer wie Guerino Capretti zu holen?  Sport-Geschäftsführer Ralf Becker sprach nach der Partie davon, dass nicht alle Dinge in der Saison aufgegangen seien. Er habe an Capretti als Retter geglaubt. Die Realität sah schließlich anders aus, und so wird sich auch Becker hinterfragen müssen. Beckers Vertrag läuft noch bis 2025, gilt aber aktuell nur für die 2. Bundesliga. Und so steht am Ende nach 2006, 2014 und 2020 der vierte Abstieg des Traditionsvereins in die 3. Liga.

Michael Sollbauer und Trainer Guerino Capretti (Dynamo Dresden) nach dem Spiel.

Teil der Fanszene eskalierte

Da ist noch das zweite große Problem der SG Dynamo Dresden, ein kleiner Teil der Fanszene. Zunächst eine imponierende Choreo, dann eine tolle Atmosphäre, aber am Ende wieder die Bilder, die leider im Falle einer Niederlage zu erwarten waren. Pyrotechnik flog auf den Platz, nur dem sehr umsichtigen Schiedsrichter Daniel Siebert war es zu verdanken, dass die Partie nach langer Unterbrechung noch ordnungsgemäß zu Ende gebracht werden konnte.

Dynamo steigt aus der 2. Liga ab

Dann stürmten nach Informationen der Polizei 20 bis 30 Chaoten während der Pressekonferenz das Stadion und die Umkleideräume. Zwei Ordner wurden dabei verletzt. Schließlich flogen Steine gegen einen Shuttlebus mit Fans des 1. FC Kaiserslautern. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und des Verdachts des Landesfriedensbruchs.   

Polizei: Insgesamt ruhige Nacht

Insgesamt aber blieb es im und um das Stadion angesichts der angespannten Situation relativ ruhig. Ein Polizeisprecher bestätigte kurz vor Mitternacht Sport im Osten, dass die meisten Anhänger ruhig nach Hause gingen. Festnahmen gab es demnach nicht.