Bildcombo Logos Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue, FSV Zwickau, Hallescher FC

Fußball | 3. Liga Dynamo, Aue, Zwickau und Halle: Drittliga-Check nach der XXL-Pause

Stand: 11.01.2023 17:43 Uhr

Nach der ungewöhnlich langen Pause geht es ab Freitag (13.01.2023) in der 3. Liga weiter. Vor dem Auftakt haben wir Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue, den FSV Zwickau und den Halleschen FC unter die Lupe genommen. Wie lief die Vorbereitung, wie hat sich der Kader verändert und was sagen die Verantwortlichen kurz vorm Start?

Tabellensituation

Dynamo Dresden blieb hinter Erwartungen, ist aber bestes mitteldeutsches Team: 9. Platz, 23 Punkte, 24:20-Tore

Hallescher FC holt seine Punkte fast ausschließlich zu Hause, auswärts ohne Sieg: 15. Platz, 16 Punkte, 24:26-Tore

FSV Zwickau kämpft wie so oft gegen den Abstieg und wäre - Stand jetzt - erster Absteiger: 17. Platz, 16 Punkte, 15:27-Tore

Erzgebirge Aue ist die Enttäuschung der Saison, kam als Absteiger nie in Fahrt: 18. Platz, 14 Punkte 16:26-Tore

So lief die Vorbereitung

Dynamo Dresden hat eine zauberhafte Vorbereitung hingelegt und nicht ein Spiel verloren. Sogar gegen den italienischen Erstligisten Sampdoria Genua hatte die SGD beim 2:2 viel Grund zur Freude. Dazu kamen die verdienten Siege gegen die Liga-Gegner FSV Zwickau (3:0) und Hallescher FC (1:0). Alle Testspiele von Dynamo gibt es hier.

Meppen-Spiel soll Dynamos erster Schritt zur Wiedergutmachung werden

Die Vorbereitung des Halleschen FC war gestört. Das lag aber weniger an den Ergebnissen, als vielmehr an der Kritik des HFC-Präsidenten Jens Rauschenbach an der sportlichen Führung. Es wirkt nicht so, als säße Cheftrainer André Meyer fest im Sattel. Sportlich war auch nicht alles in Butter. Halle verlor zu Beginn der Vorbereitung das Duell gegen Aue und musste sich auch beim Härtetest gegen den Eintracht Braunschweig (1:3) geschlagen geben. Alle Testspiele des HFC, hier.

So wechselhaft wie die Auftritte in der Liga, war auch die Vorbereitung des FSV Zwickau. Die Westsachsen gewannen kurz vor Weihnachten überraschend gegen den 1. FC Magdeburg (3:2), waren aber Anfang Januar gegen Dynamo Dresden (0:3) chancenlos. Die Generalprobe glückte: Oberligist VfB Auerbach wurde mit 5:1 abgefertigt. Alle Testspiele des FSV Zwickau, hier.

Erzgebirge Aue testete nach der verkorksten Saison in der XXL-Winterpause viel und tankte Selbstvertrauen mit Siegen gegen die Liga-Gegner Halle (1:0) und zuletzt Oldenburg (5:1). Außerdem ließ die Elf von Rückkehrer-Trainer Pavel Dotchev mit einem flotten 3:3 gegen den 1. FC Nürnberg aufhorchen. In der 3. Liga war vor allem die Torausbeute das große Problem, in der Vorbereitung traf Aue wie am Fließband. Alle Testspiele von Erzgebirge Aue, hier.

Kader: Das hat sich verändert

Die meisten Veränderungen gab es im Kader von Erzgebirge Aue. Die Rückkehr von Pavel Dotchev kam schon einigermaßen überraschend, dürfte aber neben sportlichen, auch finanzielle Gründe haben. Dotchev brachte mit Philipp Eckardt und Panagiotis Stamatopoulos zwei neue Co-Trainer mit. Zudem verpflichtete Aue Kilian Jakob, der zuletzt für den Karlsruher SC spielte.

Nicht neu im Team, aber dennoch quasi ein Neuzugang ist Philipp Riese, der im Sommer aussortiert wurde und u.a. als Co-Trainer der U16 und der Profis arbeitete. 2023 steht er wieder als Spieler zur Verfügung. "Als Mannschaft haben wir uns noch einmal einen gesteigerten Konkurrenzkampf organisiert. Wir brauchen jeden Spieler, weil wir im März ein paar Englische Wochen vor der Brust haben und sehr intensive Spiele erwarten", sagte Sport-Geschäftsführer Matthias Heidrich.

Der Hallesche FC verstärkte seine Defensive mit Alexander Winkler. Der 30-jährige Innenverteidiger spielte bis zum letzten Sommer für den 1. FC Kaiserslautern und stieg mit dem FCK in die 2. Bundesliga auf, erhielt aber keinen neuen Vertrag und war zuletzt vereinslos.

Dynamo Dresden geht ebenfalls mit einem Neuzugang in den Re-Start. Jakob Lemmer (22/ Kickers Offenbach) soll dem Team frischen Angriffsschwung verleihen. Laut der SGD bringt der Rechtsaußen Torgefahr, Tempo und Durchsetzungsvermögen mit.

Keine Veränderungen gab es im Kader vom FSV Zwickau. Die Westsachsen würden gern "einkaufen" und haben vor allem auf der Position des Innenverteidigers Bedarf, doch der chronisch klamme FSV darf noch keine Spieler verpflichten, weil der Klub die Nachlizenzierung des DFB durchläuft.

Das sind die Ziele

Bei Erzgebirge Aue, dem Halleschen FC und dem FSV Zwickau geht es nur um eins: den Klassenerhalt. Nach 17 von 38 Spieltagen hängt das Trio im Tabellenkeller fest und muss auf einen guten Start hoffen, damit der Druck am Ende nicht zu groß wird. Dynamo Dresden war ähnlich wie Mitabsteiger Aue mit völlig anderen Zielen gestartet, findet sich im Mittelfeld wieder und wird versuchen, die Saison mit einer starken Rückrunde zu retten. Der Relegationsplatz ist acht Punkte entfernt - ganz ausgeschlossen ist das Thema Wiederaufstieg also noch nicht. Enteilt ist in Liga 3 nur Spitzenreiter Elversberg (41 Punkte, acht Punkte mehr als Verfolger 1. FC Saarbrücken).

Das sagen Trainer, Spieler und Sportchefs

Aue-Sport-Geschäfstführer Matthias Heidrich: "Ich glaube, so wie sich die Saison bis jetzt entwickelt hat, werden wir bis zum Ende bei der Musik unten dabei bleiben. Alles andere wäre ein Wunschdenken. Ich wäre froh, schon Ende März aus dem Gröbsten raus zu sein. Es bedarf einer Phase, wo man stabil punktet, um dort unten rauszukommen."

Erzgebirge Aue: Klare Ziele nach der Winterpause

Toni Wachsmuth (Sportchef des FSV Zwickau): "Es ist für uns keine neue Situation. Das heißt aber nicht, dass wir die Situation auf die leichte Schulter nehmen. Wir wissen genau, was wir abliefern müssen. Es gibt schon Punkte, die nicht optimal gelaufen sind. Es muss mehr Konstanz in die eigene Leistung, damit wir die engen Spiele für uns entscheiden können. Es ist unser großes Ziel, am Ende der Saison über dem Strich zu stehen."

Zwickaus Sportchef Wachsmuth : "Keine neue Situation für uns"

Stefan Kutschke (SG Dynamo Dresden): "Die Pause war ungewöhnlich lange und die Vorfreude ist riesengroß. Wir haben die Abläufe, was der Trainer von uns verlangt, besser verinnerlicht. Es gab einen Abstieg und einen Umbruch. Aber die Zeit der Ausreden ist jetzt vorbei und das wollen wir zeigen."

Dynamo-Stürmer Kutschke: "Die Zeit von Ausreden ist vorbei"

André Meyer (Trainer des Halleschen FC): "Die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte war speziell weil zeitlich ungewohnt. Sie begann für uns denkbar schlecht mit der Verletzung von Kapitän Jonas Nietfeld. Unser Trainingslager in der Türkei noch im Dezember war dann allerdings die absolut richtige Entscheidung. Wir fühlen uns gewappnet für den Re-Start, dem Klassenerhalt wird bei uns alles untergeordnet."

Wann geht es los?

Die 3. Liga startet am 13.-16. Januar in den zweiten Teil der Saison.

13. Januar, 19 Uhr: FSV Zwickau - VfB Oldenburg
14. Januar, 14 Uhr: Rot-Weiss Essen - Hallescher FC
15. Januar, 13 Uhr: Dynamo Dresden - SV Meppen
16. Januar, 19 Uhr: FC Ingolstadt - Erzgebirge Aue

3. Liga live im MDR

"Sport im Osten" überträgt das Duell zwischen Rot-Weiss Essen und dem Hallescher FC live im TV und im Stream. Außerdem zeigen wir ausführliche Zusammenfassungen der Spiele des FSV Zwickau und von Dynamo Dresden und eine Vorschau auf das Spiel von Erzgebirge Aue. Alle Spiele mit mitteldeutscher Beteiligung können Sie live im Web und in der App hören. Im Ticker - nach dem Spiel mit Stimmen und Höhepunkten angereichert - können sie natürlich auch mitfiebern.

Sanny Stephan