"Dringende Empfehlung" – Deshalb reist der Thüringer HC nicht nach Rumänien

Team Thüringer HC in der Auszeit

Handball | European League

"Dringende Empfehlung" – Deshalb reist der Thüringer HC nicht nach Rumänien

Eigentlich hätte der Thüringer HC am 20. und 21. Februar im Europapokal in Rumänien spielen sollen: Ein Doppelspieltag in Baia Mare stand an. Der THC verzichtete auf die Reise - auf Rat des Gesundheitsamtes.

Für THC-Trainer Herbert Müller wäre es eine Rückkehr in die alte Heimat Rumänien geworden: Aber der vorgesehene Doppelspieltag zum Abschluss für den Thüringer HC in der European League am Samstag und Sonntag (21.02.2021) bei CS Baia Mare fällt aus. Mit einem Sieg aus sechs gewerteten Partien, von denen der THC tatsächlich nur drei absolvierte, ist man ausgeschieden.

"Dringende Empfehlung" aus dem Hotspot-Gesundheitsamt

THC-Geschäftsführer Maik Schenk

Der Klub aus Bad Langensalza sagte die Rumänien-Reise ab, beide Partien werden mit jeweils 0:10 gewertet. Die Thüringerinnen folgten damit einer "dringenden Empfehlung" des Gesundheitsamtes Unstrut-Hainich in Mühlhausen, wie THC-Geschäftsführer Maik Schenk auf MDR-Nachfrage berichtet. Der Inzidenzwert im Landkreis Unstrut-Hainich beträgt derzeit 197 - und ist damit deutschlandweit der fünfthöchste (Stand 19.02.2021).

Man stehe mit dem Amt schon seit Beginn von Corona "in ganz engem Kontakt". Es habe Ausnahmegenehmigungen gegeben, aber die aktuelle Infektionslage werde als zu gefährlich erachtet. Da gehe auch für den THC und den ehrgeizigen Trainer Müller die Gesundheit vor dem sportlichen Erfolg. Wirtschaftliche Gründe habe dies nicht, der Etat sei für Europacup-Reisen ausgelegt. Europa sei sonst so etwas wie die Belohnung für die Vorsaison gewesen. Aber die Reise nicht anzutreten, darüber herrsche im Klub auch "100 Prozent Einigkeit", so Schenk.

Normale Reisende müssen derzeit nach der Einreise in Deutschland in eine zweiwöchige Quarantäne, diese kann bei einem negativen Corona-Test auf fünf Tage reduziert werden. Dem THC hätte im schlimmsten Fall also eine Quarantäne von 14 Tagen gedroht. Für eine semi-professionelle Sportmannschaft eine schwierige Situation. Es gibt Spielerinnen, die müssen arbeiten oder studieren zum Beispiel. Und die laufende Bundesligasaison wäre auch in Mitleidenschaft gezogen worden.

Unterschied zu den Fußball-Profis von Bayern und RB

Kingsley Coman, FCB, und Joshua Kimmich, FCB.

Was im Fußball gerade gehe, mit Reisen der Bayern zur Club-WM nach Katar oder RB Leipzig zur Champions League nach Budapest, das sei nicht wirklich zu vergleichen mit der Situation im Handball, so Maik Schenk: "Sie befinden sich in einer Blase mit Charterflügen. Wir reisen mit Linienflügen, da sind die Hygienstandards nicht perfekt einzuhalten. Und deshalb geht die Gesundheit vor. Man stelle sich nur einmal vor, es gäbe eine Corona-Erkrankung mit schwerem Verlauf bei uns." Und es sei auch nur schwer zu vermitteln, dass "die Schüler nicht zur Schule gehen, aber wir mit Linienflügen herumfliegen."

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cke

MDR | Stand: 19.02.2021, 14:36

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