Fußball | Sachsenpokal Drama im Elfmeterschießen: Lok Leipzig gewinnt Stadtderby bei der BSG Chemie

Stand: 25.09.2022 18:57 Uhr

Lok Leipzig ist ins Achtelfinale des Sachsenpokals eingezogen. Nach 120 spannenden Minuten im Stadtderby bei der BSG Chemie vergab Ben Keßler im Elfmeterschießen den entscheidenden Strafstoß.

Lok-Trainer Almedin Civa wechselte im Vergleich zum 3:1-Auswärtssieg in der Regionalliga bei Germania Halberstadt auf drei Positionen: Für den angeschlagenen Torwart Niclas Müller stand Isa Dogan zwischen den Pfosten, außerdem begann Farid Abderrahmane für Leon Heynke im Mittelfeld und Linus Zimmer für Maik Salewski auf der linken Außenbahn. Chemie-Coach Miroslav Jagatic brachte gegenüber dem 2:1-Erfolg gegen den Berliner AK einen neuen Mann: Ben Keßler startete für Philipp Wendt.

Lok bezwingt Chemie im Elfmeterschießen

Sofort Tempo und Chancen auf beiden Seiten

Das Spiel im Alfred-Kunze-Sportpark war von Beginn an intensiv, aber fair. Beide Teams spielten nach vorn, bereits in der Anfangsphase ergaben sich Möglichkeiten auf beiden Seiten: Nach Zuspiel von der rechten Seite legte Lok-Stürmer Djamal Ziane ab auf Sascha Pfeffer, der aus der Distanz knapp über das Tor schoss (8.). Im direkten Gegenzug nahm Philipp Harant den Ball nach Kopfball-Vorlage von Florian Kirsten direkt - knapp drüber (9.). Eine Großchance für Lok ergab sich in der 20. Minute, als der aufgerückte Innenverteidiger Luca Sirch am langen Pfosten stehend einen verlängerten Eckball per Kopf aus Nahdistanz nicht aufs Tor gedrückt bekam (20.).

BSG Chemie Leipzig gegen 1.FC Lok Leipzig

Luca Sirch vergibt eine Riesenchance für Lok.

Im Verlauf der ersten Halbzeit nahm dann die Anzahl der Strafraumaktionen ab, während auf den Rängen eine positive Stimmung herrschte. Die Chemie-Fans waren hierbei natürlich klar im Vorteil, aber auch die Lok-Anhänger waren zu hören. Während Chemie mehrere Konter ungenutzt verstreichen ließ, hatte Pfeffer für Lok noch eine Schusschance, die Benjamin Bellot im Tor der Gastgeber aber sicher entschärfte (42.).

Das Spiel bleibt spannend

Nach dem Seitenwechsel kam Lok zunächst besser in die Partie. Tobias Dombrowa hatte zwei Schussgelegenheiten (48.), Ziane scheiterte an Bellot (52.). Doch richtig gefährlich wurde es dann auf der anderen Seite, als Chemie nach einem Eckball für Lok einen weiteren schnellen Konter fuhr: Lucas Surek wurde geschickt und legte dann mit dem Rücken zum Tor ab auf Kirstein, doch der scheiterte aus Nahdistanz am glänzend reagierenden Dogan im Tor der Gäste (53.).

v.l. Eric Voufack (Lok Leipzig, 19), Isa Dogan (Lok Leipzig, 1) , Stephane Mvibudulu (Chemie Leipzig, 14)

v.l. Eric Voufack (Lok Leipzig, 19), Isa Dogan (Lok Leipzig, 1) , Stephane Mvibudulu (Chemie Leipzig, 14)

Das Spiel blieb spannend, wenn auch nicht in jeder Phase hochklassig. Weiterhin war kein eindeutiger Vorteil für eines der beides Teams erkennbar. Distanz-Abschlüsse von Florian Brügmann (64.) und Dennis Mast (71.) konnte Dogan sicher fangen. Auf der anderen Seite verpasste Osman Atilgan die Führung für Lok, als er den Ball nach einer flachen Hereingabe von Dombrowa nicht erwischte (72.).

Vorteile für Chemie in der Verlängerung

In der Schlussphase scheuten beide Mannschaften das letzte Risiko, und so ging es in die Verlängerung. In dieser ergaben sich zunächst mehr Möglichkeiten für Chemie, doch sowohl der eingewechselte Janik Mäder aus spitzem Winkel (93.) als auch Manassé Eshele mit der Hacke (98.) konnten den Ball nicht im gegnerischen Tor unterbringen.

Im Bild: Theo Ogbidi 27, Lok Leipzig wird gefoult durch Paul Horschig 39, Chemie.

Im Bild: Theo Ogbidi 27, Lok Leipzig wird gefoult durch Paul Horschig 39, Chemie.

Nach dem erneuten Seitenwechsel verpasste Alexander Bury die Chemie-Führung, als ein Freistoß des Mittelfeldspielers aus aussichtsreicher Position knapp am Torwarteck vorbeiging (108.). Auf der anderen Seite hatte Bellot keine Probleme mit einem Schuss von Dombrowa aus der Drehung (117.).

Keßler vergibt entscheidenden Strafstoß

Also musste das Elfmeterschießen für die Entscheidung sorgen. Zunächst war Chemie im Vorteil, als David Urban an Bellot scheiterte. Doch dann hielt Dogan den Strafstoß von Lucas Surek, das Spiel war wieder offen. Letztlich dauerte es bis zum 18. Elfmeter, ehe der Sieger feststand: Sirch traf für Lok, dann setzte Ben Keßler den Ball über das Tor - damit gewann Lok Leipzig das Stadtderby und feierte mit den Fans den Einzug ins Achtelfinale.

Jubel nach Spielschluss bei Lok Leipzig. Lok feiert den Einzug in die nächste Runde des Sachsenpokals.

Jubel nach Spielschluss bei Lok Leipzig. Lok feiert den Einzug in die nächste Runde des Sachsenpokals.

Stimmen zum Spiel

Florian Brügmann (Chemie Leipzig):

Florian Brügmann (Chemie Leipzig): "Waren dem Tor gefühlt näher"

Miroslav Jagatic (Trainer Chemie Leipzig):

Chemie-Coach Jagatic: "Lok war stehend K.o."

Sascha Pfeffer (Lok Leipzig):

Lok-Kapitän Pfeffer: "Hatten das glücklichere Ende für uns"

Almedin Civa (Trainer Lok Leipzig):

Almedin Civa (Trainer Lok Leipzig): "Das ist Werbung für die Regionalliga"

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red