Deutschland zittert sich ins Achtelfinale

Torjubel zum 1:1

Fußball | EM

Deutschland zittert sich ins Achtelfinale

Was für ein Zittern! Was für eine Erlösung! Leon Goretzka hat die Fußball-Nationalmannschaft im Gewitterregen von München vor dem nächsten großen Turnier-Schock bewahrt und Joachim Löw zumindest ein weiteres K.o.-Spiel vor der Bundestrainer-Rente gesichert.

Nach dem mühevollen 2:2 (0:1) durch den Ausgleichstreffer des Münchners gegen Ungarn steht die lange erschreckend hilflose und vom Außenseiter fast düpierte DFB-Elf doch noch im Achtelfinale der Europameisterschaft. Ohne Goretzkas Tor in der 84. Minute hätten die ungarischen Treffer des Mainzers Adam Szalai (11.) und von Andras Schäfer (67.) nur drei Jahre nach dem WM-Desaster von Russland das nächste Vorrunden-Aus besiegelt und die Ära Löw nach 15 Jahren ein klägliches Ende genommen.

Löw setzt alles auf Offensive

Den ersten Ausgleich von Kai Havertz (66.) hatten die Ungarn sofort gekontert. Dennoch ist im Achtelfinale eine enorme Leistungssteigerung notwendig. Sonst bleibt eine Reise nach Wembley zur Finalwoche im Juli reine Utopie. Löw setzte im Endspurt auf volle Offensive und brachte Thomas Müller Timo Werner, Kevin Volland und Debütant Jamal Musiala als Joker - die Rechnung ging gerade noch auf. Musiala als jüngster deutscher Turnierspieler leistete die Vorarbeit zu Goretzkas entscheidendem Treffer.

Deutschland stemmt sich gegen das Ausscheiden

Kopfball Tor von Adam Szalai

Beim ersten Gegentor agierten Toni Kroos und Robin Gosens in der Rückwärtsbewegung viel zu passiv, beide verhinderten den langen Ball von Roland Sallai nicht, den Szalai stark gegen Mats Hummels und Matthias Ginter verwertete. Der dritte Rückstand im dritten Spiel - Deutschland war zu diesem Zeitpunkt ausgeschieden.

Zunächst erlöste Havertz die deutschen Fans mit seinem Kopfball zum bejubelten Ausgleich nach Vorlage von Hummels - RB Leipzig-Torwart Peter Gulacsi sah dabei schlecht aus. Löw brachte in der folgenden Unterbrechung Werner für den Torschützen und Müller für Gnabry. Aber nur gut 15 Sekunden nach dem Wiederanstoß der Ungarn schauten die deutschen Fans wieder entsetzt aufs Spielfeld. Die schnelle Kombination der Ungarn schloss Schäfer gegen den herauseilenden Neuer zur erneuten Gästeführung ab. Goretzka sorgte kurz vor Schluss aber doch noch für grenzenlosen deutschen Jubel.

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dpa

MDR | Stand: 23.06.2021, 23:16

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