"Coronahilfen Profisport 2021" bis Ende Dezember verlängert – bis zu 1,8 Millionen pro Verein

Ein Mund-Nasen-Schutz liegt auf der Wiese vor dem Deutschen Bundestag Berlin.

Sport | Corona-Pandemie

"Coronahilfen Profisport 2021" bis Ende Dezember verlängert – bis zu 1,8 Millionen pro Verein

Der Bundestag hat am Mittwoch die Corona-Hilfen für professionelle und semiprofessionelle Vereine verlängert und aufgestockt. Kein Club soll wegen fehlender Zuschauereinnahmen in Insolvenz gehen.

Die staatliche Finanzhilfe für die professionellen und semiprofessionellen Ligen wie Basketball, Eishockey oder Handball wird bis zum 31. Dezember verlängert. Das beschloss der Haushaltsauschuss des Bundestages am Mittwoch, wie aus der CDU/CSU-Fraktion mitgeteilt wurde. "Wir wollen sicherstellen, dass die Lizenzierung auch für die kommende Saison und die Hinrunde der nächsten Saison abgesichert ist", sagte der CDU-Sportpolitiker Frank Steffel der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist eine Privilegierung gegenüber allen laufenden Wirtschaftshilfeprogrammen, die ausnahmslos am 30. Juni auslaufen."

"Viele Vereine weiterhin in einer schweren Notlage"

 Eberhard Gienger, ehemaliger Kunstturner und nun Politiker

Außerdem soll die Summe für den Verlust von Ticketeinnahmen durch die Pandemie auf 90 Prozent und maximal 1,8 Millionen Euro pro Verein und Organisation erhöht werden. Bisher gab es als Kompensation höchstens 800.000 Euro pro Club. "Viele Vereine sind durch die andauernde Pandemie weiterhin in einer schweren Notlage. Sie brauchen daher unsere Unterstützung", sagte Eberhard Gienger, sportpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und ehemaliger Weltklasse-Turner, in einer Mitteilung.

Darüber hinaus sollen laut Steffel Einnahmeverluste, die von Januar bis Dezember des Jahres losgelöst von Ticket-Einbußen entstehen, mit 70 Prozent und maximal drei Millionen Euro kompensiert werden. "Das beinhaltet ausdrücklich auch Spielergehälter", betonte er. Diese Unterstützung werde auch auf Verbände ausgeweitet, die einen Wettbewerb ausrichten oder veranstalten.

Ziel: Keine Insolvenzen

"Es ist absolut sichergestellt, dass kein seriöser Verein der Ligen in diesem Jahr relevante Verluste machen wird und wenn nur überschaubare", sagte Steffel. "Alle Ligen werden mit allen Mannschaften den Spielbetrieb zu Ende führen können. Damit haben wir das Ziel herausragend erreicht, dass es bis heute keine Insolvenzen und Abmeldungen vom Spielbetrieb gegeben hat."

Corona-Soforthilfen von 200 Millionen Euro

 Zuschauer mit Abstand und Maske im Stadion

Der Bund hatte im vergangenen Jahr für die Profiligen Corona-Soforthilfen in Höhe von 200 Millionen Euro bereitgestellt, die nach einer ersten Verlängerung nun am 30. Juni ausgelaufen wäre.

Geld für Fußballklubs ab Liga drei

Von dem Geld können Vereine ab den Bundesligen im Basketball, Handball, Volleyball und Eishockey profitieren, im Fußball Vereinen ab der 3. Liga zugute kommen. Klubs wie Dynamo Dresden und der 1. FC Magdeburg müssen in der derzeitigen Lage auf ihre ihr Eigenkapital von 11,65 bzw. 5,7 Millionen Euro (Stand jeweils Ende 2019) zurückgreifen. Anderen Vereinen wie dem Halleschen FC oder dem FSV Zwickau droht die Pleite. Ein Eishockey-Zweitligist wie die Lausitzer Füchse hatte die Erhöhung der Zahlung für entgangene Ticketeinnahmen auf über 800.000 Euro gefordert. Zahlreiche Vereine hatten sich an die Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gewandt.

dpa/cke

MDR | Stand: 03.03.2021, 18:07

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