Fußball | Regionalliga Chemie Leipzig holt Derbysieg gegen Lok Leipzig

Stand: 07.05.2022 19:04 Uhr

Große Emotionen in Leipzig Leutzsch: Die BSG Chemie gewinnt das wichtige Derby gegen Lok Leipzig. In einer packenden Partie kam zunächst Lok zurück und stand nach einem Standard-Tor am Ende doch ohne Punkte da.

Die BSG Chemie Leipzig hat das wichtigste Spiel der Saison gewonnen. Im Stadtderby setzten sich die Leutzscher gegen den 1. FC Lok Leipzig mit 2:1 durch. Vor 5.000 Fans feierte zudem Chemie-Kapitän Stefan Karau bei seinem letzten Heimspiel einen hochemotionalen Abschied. Wegen Raketen und Fans auf dem Platz war die Partie für 17 Minuten unterbrochen.

Djamal Ziane trifft ins falsche Tor

Die Rahmenbedingungen für das Leipziger Derby stimmten. Bestes Wetter, stimmungsvolle Kulisse, auch Gästefans. Die erreichten das Stadion, obwohl eine vermutlich von Chemie-Anhängern erbaute Mauer erst von der Polizei entfernt werden musste. Dann aber musste sich die 5.000 Fans zunächst auf eine zähe Partie gefasst machen. Es dauerte bis zur elften Minute, ehe Sascha Pfeffer den ersten Schuss des Spieles setzt, Benjamin Bellot hatte aber ebenso wenig Probleme, wie sein Gegenüber Jan-Ole Sievers in der 17. Minute, als Timo Mauer abzog. Die Gäste dominierten, ohne zu glänzen, Chemie brachte den Ball nur selten zum eigenen Mann.

v.l.: Djamal Ziane (13, Lok) und Stefan Karau (3, Chemie)

In der 22. Minute die große Chance für Lok. Nach einem Monstersolo von Luca Sirch brachte Bogdan Rangelov von links den Ball in den Strafraum, wo Djamal Ziane aus sechs Metern per Kopf an Bellot scheiterte. Das Tor sollte dann in der ersten Halbzeit aber auf der anderen Seite fallen. Nach einer Ecke verpasste Alexander Bury den Kopfball. Aber hinter ihm wollte Ziane klären und versenkte die Kugel in der 38. Minute ins linke Eck des eigenen Tores zum 1:0 für Chemie.

v.l. Djamal Ziane (Lok Leipzig, 13) Eigentor schiesst Tor

Unterbrechung, Ausgleich und Chemie-Jubel

Ohne Wechsel ging es weiter, Lok zunächst mit dem Druck, aber ohne Chance. Dann flog eine Rakete auf den Platz, der Gästeblock qualmte. Und der Schiedsrichter Philipp Vierock unterbrach die Partie und verabschiedete sich in die Kabine. Die Polizei übernahm auf dem Rasen das Kommando.  Nach 17 Minuten ging es weiter und Lok schaffte den Ausgleich. Nach einer weiten Eingabe patzte Chemie-Keeper Bellot, verlängerte den Ball auf den Kopf von Leon Heynke (74.), der ins leere Tor traf. Danach war auf beiden Seiten alles möglich. Ein Standard führte zur Entscheidung. Florian Kirstein bugsierte in der 90. Minute den Ball nach einer Ecke aus vier Metern über die Linie. Nach 17 Nachspielminuten kannte der Jubel zumindest auf Seiten der Gastgeber keine Grenzen.

Polizei auf dem Spielfeld.

Stimmen zum Derby

Stefan Karau (Kapitän Chemie Leipzig): "Es ist ein würdiger Abschied in meinem geliebten AKS. Wir haben das als Mannschaft gewonnen. Es ist eine große Familie, einfach nur geil. Richtig bewusst wurde es jetzt, als mein Name gefordert wurde. Gefühlt war es unser schlechtestes Spiel der Rückrunde. Aber beim Derby ist das egal. Wir haben das Derby gewonnen, da werden wir noch zwei, drei Bier trinken."

Stefan Karau: "Würdiger Abschied im geliebten AKS"

Djamal Ziane (Stürmer Lok Leipzig): "Es geht nicht um gut oder schlecht. Du darfst nicht verlieren., Ich glaube, Chemie ist drei Mal im Strafraum, machen zwei Tore. Ich habe noch nie ein Eigentor gemacht, ausgerechnet heute. Mir kam es vor wie ein Foul. Durch zwei Standards verlierst du. Da fragt keiner mehr danach. Wir haben es verkackt. Eine gute Saison kommt einen vor wie ein beschissene. Das ist traurig."

Djamal Ziane: "Wir haben es verkackt"

Almedin Civa (Trainer Lok Leipzig): "Zwei Standards haben gewonnen. Wir haben ein starkes Spiel gemacht, hatten mehr Ballbesitz. Wir haben gute Gelegenheiten. Dann kommt das Tor. Das Foul, da sagt der Schiedsrichter, es reicht nicht. Nach dem Wechsel machen wir das 1:1, es ist dann ausgeglichen. Dann kriegen wir wieder so ein Drecks-Standard-Tor. Der Mannschaft kann ich nichts vorwerfen. Das ist für uns bitter."

Almedin Civa: "Zwei Standards haben gewonnen"

Miroslav Jagatic (Trainer Chemie Leipzig): "Wir sind sehr glücklich. Ich habe mich bei den Fans bedankt. Auch die Fans von Lok haben ihre Mannschaft mit Herzblut angefeuert. Wir freuen uns sehr über den Sieg. Es war kein überragendes Spiel, es war viel Nervosität drin. Aber beide Fanlager haben viel Stimmung gemacht. Ich hoffe, dass es ruhig bleibt."

Miroslav Jagatic: "Wir sind sehr glücklich"

rei