Nelson Weidemann für Podcast "Ostball"

Ostball | Folge 2 Braucht der deutsche Basketball mehr Typen wie Nelson Weidemann von den NINERS Chemnitz?

Stand: 19.05.2022 15:02 Uhr

Nelson Weidemann spielt bei den NINERS Chemnitz die bislang beste Bundesliga-Saison seiner Karriere. Und abseits des Parketts sorgt der 23-Jährige mit seiner direkten Art für Diskussionen. Braucht der deutsche Basketball mehr Typen wie ihn? Folge 2 von "Ostball", dem Podcast über erstklassigen Basketball aus dem Osten. Eine Geschichte über mündige Spieler und den Umgang mit ihnen.

Von Daniel George

Treffpunkt Kabine. Nur: warum? Eigentlich ist heute doch trainingsfrei bei den NINERS Chemnitz. Zeit zum Entspannen. "Ich will nachher trotzdem noch ein paar Würfe nehmen", sagt Nelson Weidemann und wählt deshalb das Trainingszentrum des Bundesligisten für das Podcast-Gespräch.

Es ist auch dieser Ehrgeiz, der erklärt, warum Weidemann die bislang beste BBL-Saison seiner Karriere spielt.

Folge 2 von "Ostball" in der Übersicht:

Der Protagonist

Nelson Weidemann trägt seit vergangenem Sommer das Trikot der NINERS Chemnitz. In seiner dritten BBL-Saison hat der 23-Jährige den Durchbruch geschafft.

Der Aufbauspieler spielt bei den NINERS eine wichtige Rolle, trifft seinen Dreier zuverlässig, bringt an beiden Seiten des Parketts reichlich Energie ins Spiel und steht pro Partie fast 20 Minuten auf dem Parkett.

Die vergangenen beiden Spielzeiten verbrachte Weidemann bei der BG Göttingen (2020/2021) und in Bamberg (2019/2020). Der FC Bayern München hatte ihn dorthin ausgeliehen. Noch immer steht Nelson Weidemann bei den Bayern unter Vertrag, ist zunächst bis 2023 nach Chemnitz ausgeliehen.

Seine Geschichte

Nelson Weidemann ist eines der größten Talente des deutschen Basketballs. Doch der 23-Jährige sticht nicht nur sportlich heraus: Abseits des Parketts gibt sich Weidemann ehrlich, authentisch, hat keine Angst vor öffentlichen Konfrontationen.

Seine Art ist eine Seltenheit in der Bundesliga – und damit sorgt Nelson Weidemann für das, was dem deutschen Basketball in den vergangenen Jahren oft gefehlt hat: Diskussionen.

Die spannendsten Aussagen

Im Podcast erklärt Nelson Weidemann, wie ihn das Aufwachsen in seiner Heimatstadt Berlin geprägt hat: "Dadurch kommt bei mir diese freie, ein bisschen asoziale Schnauze zum Vorschein. Ich bin nicht Klischee-Deutsch, nicht immer politisch korrekt."

Der 23-Jährige spricht über Schlägereien auf der Straße und Drogen-Dealer. Und er sagt: "Wenn ich Basketball nicht gehabt hätte, hätte das auch in eine ganz andere Richtung gehen können. Dann hätte ich abrutschen können." (ab Minute 3:30).

Wer an mündige Spieler in der BBL denkt, der denkt vor allem an einen: Bastian Doreth, Kapitän von medi Bayreuth. In "Ostball" erklärt der 32-Jährige, warum ihm die Art von Nelson Weidemann so gut gefällt – aber auch, warum manche Verantwortliche es lieber sehen, wenn ihre Profis den Mund halten (ab Minute 08:00).

Ganz anders ist das bei Steffen Herhold, dem Geschäftsführer der NINERS Chemnitz. Denn er sagt in "Ostball" über Nelson Weidemann: "Wir lieben den Jungen." Und: "Ich würde Nelson empfehlen, dass er so bleiben soll, wie er ist. Das Leben ist zu kurz, um sich zu verbiegen und etwas zu sein, was man nicht ist." (ab Minute 17:30)

Und so glaubt Nelson Weidemann auch weiter an seinen großen Traum: Er will in die nordamerikanische Profiliga NBA, die beste Liga der Welt. "Ich will am Ende meiner Karriere sagen können, dass ich alles probiert habe, um das zu schaffen", sagt der Aufbauspieler und erklärt, was ihm im deutschen Basketball im Umgang mit Talenten fehlt. (ab Minute 22:30)

Was braucht der deutsche Basketball, um zu wachsen? Welche Rolle spielen Typen wie Weidemann dabei? Diese Fragen beantwortet zum Abschluss der Folge der Chefredakteur des Fachmagazins "BIG", Martin Fünkele.

Er sagt: "So ein Wachstum muss eine Sportart immer aus sich selbst heraus schaffen, eine eigene Identität schaffen, eine eigene Kultur. Wir müssen es einfach schaffen, immer mehr Menschen in involvieren und eine Relevanz in deren Leben haben." (ab Minute 29:00)

Wo der Podcast zu hören ist

MDR (Daniel George)