Handball | WM "Bereit, über sich hinauszuwachsen" – SCM-Trainer Bennet Wiegert traut DHB-Team den WM-Titel zu

Stand: 23.01.2023 22:29 Uhr

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft begeistert bei der WM in Polen und Schweden. Vom überzeugenden Viertelfinaleinzug des Teams von Bundestrainer Alfred Gislason zeigt sich auch Bennet Wiegert angetan. Und trotz des nun bevorstehenden Duells mit Frankreich traut der SCM-Trainer Philipp Weber, Lukas Mertens und Co. alles zu.

Die durch die überzeugenden Leistungen der DHB-Auswahl in der Vor- und Hauptrunde entfachte Euphorie in Handball-Deutschland hat auch Bennet Wiegert erfasst. Nicht zuletzt durch das mit teilweise begeisternden Auftritten vorzeitig klargemachte Viertelfinale traut der Meistertrainer des SC Magdeburg der deutschen Mannschaft mit den beiden SCM-Akteuren Philipp Weber und Lukas Mertens nun auch den ganz großen Wurf zu.

Jetzt wartet Rekordweltmeister Frankreich

"Warum nicht? Im Sport ist immer alles möglich. Ich glaube, die Jungs träumen auch langsam davon und das Träumen soll bitte erlaubt sein. Warum soll es nicht ganz, ganz weit für Deutschland gehen?", betonte der 40-Jährige am Montag (23. Januar) im Interview bei MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE. "Die deutsche Mannschaft unter Alfred Gislason ist durchaus bereit, über sich hinauszuwachsen."

Nach dem knappen 26:28 (16:18) im abschließenden Hauptrundenspiel gegen Norwegen, der ersten DHB-Niederlage bei den aktuellen Titelkämpfen, muss Deutschland im ersten K.o.-Spiel der letzten Acht nun den größtmöglichen Brocken aus dem Weg räumen – den Rekordweltmeister und amtierenden Olympiasieger Frankreich, Norwegen bekommt es mit Spanien zu tun. Wiegert blickt der Herausforderung zuversichtlich entgegen: "Im momentanen Zustand der deutschen Mannschaft" seien sowohl Frankreich als auch Spanien "schlagbar für uns."

SC Magdeburg: Noch sechs Medaillenhoffnungen

Ein Sonderlob verteilte der frühere Nationalspieler für den gegen Norwegen geschonten Shootingstar Mertens, der bereits 17 WM-Tore geworfen hat, und Rückraum Weber: "Speedy [Mertens] hat sich ungemein entwickelt, Flippi [Weber] hat mehr Erfahrung und geht abgezockter damit um." Er glaube, "dass beide noch ganz, ganz wichtige Rollen in dem Turnier spielen werden." Aber nicht nur mit seinen deutschen Protagonisten ("Ich versuch’s, mich zurückzuhalten und sie in Ruhe zu lassen", aber "ich gratuliere zu bestimmten Leistungen. Das gehört sich einfach.") steht Wiegert im Austausch.

Insgesamt zehn Magdeburger Profis sind in Polen und Schweden aktiv. Neben Deutschland dürfen sich aus SCM-Sicht auch noch Norwegen (Christian O'Sullivan), Dänemark (Magnus Saugstrup, Michael Damgaard) und Schweden (Daniel Petersson) Hoffnungen auf Edelmetall machen. "Wir hoffen natürlich auf jede Menge Medaillen von Spielern des SCM. Die Wahrscheinlichkeit ist ja relativ groß. Eine deutsche wäre natürlich fantastisch", unterstrich ihr Klubtrainer. Omar Magnusson und Gisli Kristjansson (Island), Kay Smits (Niederlande) sowie Pjotr Chrapkowski (Polen) haben die K.o.-Runde hingegen verpasst.

Wiegert live beim Halbfinale in Stockholm

Bennet Wiegert selbst wird am kommenden Freitag (27. Januar) beim in Stockholm ausgetragenen zweiten Halbfinale live vor Ort sein – und zwar im Rahmen eines Handball-Klubforums, bei dem sich auch eine SCM-Delegation am Netzwerken und Diskutieren mit anderen Klubvertretern und Agenten beteiligt. Gelingt der DHB-Auswahl die Überraschung gegen Frankreich, trifft sie zuvor im ersten Halbfinale im polnischen Gdansk auf den Sieger aus Schweden gegen Ägypten.

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mhe

Die Viertelfinals auf einen Blick


  • Norwegen - Spanien (Mi., 25. Januar, 18 Uhr, Gdansk)
  • Frankreich - Deutschland (Mi., 25. Januar, 20:30 Uhr, Gdansk)
  • Dänemark - Ungarn (Mi., 25. Januar, 18 Uhr, Stockholm)
  • Schweden - Ägypten (Mi., 25. Januar, 20:30 Uhr, Stockholm)