Fußball | 3. Liga Aue muss in Oldenburg den Befreiungsschlag bestätigen

Stand: 08.10.2022 08:03 Uhr

Es geht also doch! Nach dem überraschend souveränen 3:0-Heimsieg gegen Meppen scheint es in Aue endlich wieder bergauf zu gehen. Gegen den stark in die Saison gestarteten Regionalliga-Aufsteiger Oldenburg muss die Leistung nun bestätigt werden. An der Seitenlinie wird immer noch Interimstrainer Carsten Müller stehen.

In Aue sieht man endlich wieder Licht am Ende des Tunnels. Der erste Saisonsieg (3:0 gegen Meppen) fühlte sich am letzten Freitag wie ein geplatzter Knoten an. Der zuletzt glücklose Dimitrij Nazarov drosch einen Querschläger aus 30 Metern volley in den Winkel, Aue verließ den letzten Tabellenplatz und die zuvor unversöhnlich wirkenden Fans feierten den Sieg mit einem Schulterschluss mit der Mannschaft.

Um aus dem gelungenen Befreiungsschlag aber den Start einer nachhaltigen Wende zu bilden, muss Aue am Samstag gegen Oldenburg (08.10., ab 14 Uhr im Liveticker in der SpiO-App) Konstanz beweisen.

"Schritt für Schritt" aus der Krise

Sechs Punkte aus zehn Spielen, direkter Abstiegsplatz und das dritte Pflichtspiel ohne neuen Cheftrainer - die Ausgangslage im Erzgebirge könnte besser sein. Und trotzdem muss sich Aues neuer Sportchef Matthias Heidrich derweil größere Mühe geben, die nach dem jüngsten Heimsieg ausgebrochene Euphorie zu bremsen, als Hoffnung zu spenden.

Tom Baumgart: "Sieg in Meppen war wohltuend für die Seele"

In einem Kicker-Interview am Donnerstag erklärte er zum Ziel, bis zum Winter den sportlichen Anschluss zu finden. Drei Punkte trennen die Veilchen aktuell vom rettenden Ufer und bis zur vorgezogenen Winterpause sind es noch sieben Spieltage. Das Ziel wolle man "Schritt für Schritt" erreichen. Ein Auswärtserfolg in Oldenburg wäre dafür schon mal ein großer.

Mit Interimstrainer Müller zurück in die Erfolgsspur

Auch Interimstrainer Carsten Müller warnte davor, sich vom starken Auftreten gegen Meppen nicht blenden zu lassen. "Es war wichtig, das Ergebnis richtig einzuordnen", sagte er auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. "Wir haben schon gemerkt, dass eine enorme Last von den Schultern der Jungs abgefallen ist. Wir haben trotzdem Anfang der Woche viele Sachen angesprochen, die eben nicht so gut gelaufen sind."

Nachdem die Veilchen unter Müller zuletzt ein komplett anderes Gesicht gezeigt hatten, dauerte es nicht lange, bis Müllers Name in der Disskussion über die schwere Suche nach einem neuen Cheftrainer auftauchte. Angesprochen auf seine persönliche Zukunft beim FC Erzgebirge Aue ließ er sich verständlicher Weise nicht in die Karten schauen. Er wolle sich selbst für nicht so wichtig nehmen und lege seinen Fokus auf die Mannschaft. Nichtdestotrotz merkte er an, dass er die letzten Wochen mit dem Team sehr genossen habe.

Carsten Müller über seine Rolle in Aue: "Habe meinen Fokus auf der Mannschaft"

Müller, der seit 2015 Aues Nachwuchsabteilung leitet, übernahm letztes Jahr in der 2. Bundesliga schon einmal zum selben Saisonzeitpunkt die Mannschaft interimsmäßig für drei Spiele. Seine Zukunft könnte auch vom Ergebnis des Spiels in Oldenburg abhängen. So oder so muss es nicht sein letztes Spiel auf der Bank sein: Sportchef Matthias Heidrich ließ zuletzt verlauten, dass er sich bei der Trainersuche nicht unter Druck setzen lassen würde.

Carsten Müller lobt die Mentalität seiner Mannschaft

Personalsituation

Vom Erzgebirge bis kurz vor die Nordsee. Das Auer Auswärtsspiel im nordwestlich von Bremen gelegene Oldenburger Marschweg-Stadion erfordert eine der weitesten Auswärtsfahrten, die die 3. Liga zu bieten hat. Nicht im Bus sitzen wird dabei ausgerechnet der rot-gesperrte Maximilian Thiel, der beim 3:0-Sieg gegen Meppen an allen drei Auer Toren beteiligt war. Carsten Müller muss außerdem auf den erkrankten Innenverteidiger Alexander Sorge verzichten.

Im Tor wird aller Vorraussicht nach wieder Martin Männel stehen. Das Urgestein verdrängte nach mehrmonatiger Verletzung den bisherigen Stammtorwart Philipp Klewin auf die Bank.

Starker Regionalliga-Aufsteiger

Der VfB Oldenburg, der sich im Juni bei der Aufstiegsrelegation gegen den BFC Dynamo durchsetzte, weist eine beeindruckende Form auf. Aus den letzten fünf Spielen wurde keins verloren und drei gewonnen. Kein Wunder also, dass der Aufsteiger nach der Hälfte der Hinrunde bereits einen komfortablen Vorsprung auf die Abstiegsplätze genießt.

Aufeinandertreffen mit einem alten Bekannten

Im Sturm der Niedersachsen wartet mit Max Wegner ein alter Bekannter, den die meisten Aue-Fans in wärmster Erinnerung haben. Der aktuelle Kapitän Oldenburgs schoss die Veilchen 2015 gegen Eintracht Frankfurt in die dritte Runde des DFB-Pokals.

Oktober 2015: Max Wegner schießt Erzgebirge Aue in die 3. Runde des DFB-Pokals

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jas