Aue kann auch in Karlsruhe nicht gewinnen

Fabian Schleusener trifft zum 1:0

Fußball | 2. Bundesliga

Aue kann auch in Karlsruhe nicht gewinnen

Erzgebirge Aue muss weiter auf den ersten Saisonsieg warten. Nach einer guten ersten Halbzeit kassierten die "Veilchen" 46 Sekunden nach dem Anpfiff der zweiten Hälfte ein Gegentor. Das Aufbäumen kam zu spät. So stand am Ende mit dem 1:2 (0:0) die siebte Niederlage der Saison zu Buche. Durch den Punkt von Ingolstadt gegen Kiel rutscht der FCE damit wieder auf den letzten Tabellenplatz.

Viel Grund zum Wechseln hatten das Auer Trainerduo Marc Hensel und Christian Müller nach dem 1:1 gegen den Hamburger SV vor der Länderspielpause nicht. Soufiane Messeguem fehlte rotgesperrt und John-Patrick Strauß musste auf der Bank Platz nehmen. Dafür rückten Nicolas Gerrit Kühn und Sam Francis Schreck in der Startaufstellung. Für Schreck war es das Debüt in der Anfangsformation.

Tim Breithaupt (38, Karlsruhe) und Babacar Gueye (22, Aue)

In der ersten Viertelstunde passierte zunächst recht wenig auf dem Feld, einzig eine Flanke des KSC, die Jerôme Gondorf nicht richtig kontrollieren konnte, sorgte für etwas Gefahr. Dann kam Aue langsam auf. Erst zog Nicolas Kühn über die rechte Seite in den Strafraum, sein Abschluss konnte der Karlsruher Schlussmann Marius Gersbeck mit einer Beinabwehr klären (16.). Nur zwei Minuten später legte Babacar Gueye den Ball an Gersbeck und am Tor vorbei. Ein Kopfball von Zolinski ging ebenfalls knapp neben das Gehäuse (26.).

Defensiv ließen die Erzgebirger bis zur 36. Minute nichts zu, erst dann gab es einen Abschluss der Hausherren aus der Distanz. Wenige Augenblicke später versuchte es Marc Lorenz per Flugkopfball. Aber auch er zielte nicht genau genug. Kurz vor dem Halbzeitpfiff setzte Kyoung-Rok Choi eine Kopfverlängerung aus spitzem Winkel ans Außennetz (44.).

Frühes Tor schockt den FCE

 Fabian Schleusener jubelt.

Nach dem Seitenwechsel war keine Minute um, da lag Aue plötzlich zurück. Eigentlich schien die Situation geklärt, doch der KSC brachte durch Marco Thiede den Ball noch einmal in den Strafraum. Dort nahm Fabian Schleusener ihn mit dem Rücken zum Tor an, vernaschte Clemens Fandrich und traf aus 13 Metern ins rechte Eck. Aue brauchte etwas, um den Schock aus den Gliedern zu bekommen, war in den eigenen Angriffen aber im letzten Drittel zu ungenau. Eine richtige Chance konnten sie sich nicht erarbeiten.

Stattdessen klingelte es auf der anderen Seite. Philip Heise konnte ohne größere Gegenwehr in den Strafraum ziehen, legte dort auf Namensvetter Hofmann ab, der den Ball knapp neben den Pfosten setzte. Die Kugel war zudem noch leicht von Gaetan Bussmann abgefälscht (67.). Karlsruhe hatte die Partie nun weitgehend im Griff, machte es aber zehn Minuten vor dem regulären Ende noch einmal selbst spannend. Keeper Gersbeck flog nach einem völlig unnötigen Foul außerhalb des Strafraums mit glatt Rot vom Platz. Den fälligen Freistoß verwandelte Anthony Barylla direkt aus etwa 25 Metern (84.). Aue warf nun natürlich alles nach vorne, mehr als eine Halbchance durch Bussmann sprang aber nicht mehr heraus.

Das sagten die Trainer

Marc Hensel (Teamchef Aue): "Wir waren in der ersten Halbzeit klar die spielstärkere Mannschaft. Wir haben am Ende doppelt so viele Torchancen wie der Gegner. Das ist in Karlsruhe nicht selbstverständlich. Trotzdem zählt am Ende das Ergebnis. Wenn wir so aus der Pause kommen ... das reicht dann gegen den KSC, wenn man zehn, 15 Minuten nicht so aktiv die Zweikämpfe sucht. Das sind Tore, die dürfen so nicht fallen. Wenn wir nicht daran arbeiten, über 90 Minuten jeden Zweikampf als den wichtigsten zu betrachten und ihn so zu führen, dann werden wir immer wieder solche Gegentore bekommen. Wenn wir dazu unsere guten Chancen so vergeben, dann wird es schwer."

Christian Eichner (Karlsruhe): "Ich hatte so ein Spiel erwartet, wie es sich in der ersten Halbzeit gezeigt hat. Uns war klar, dass Aue mit einem ähnlichen Plan wie gegen den HSV auftreten wird. Es ist nicht einfach, so einen Gegner zu bespielen und richtige Entscheidungen zu treffen. Wir haben die ein oder andere falsche Entscheidung getroffen und schlechte Ballkontakte gehabt. Ich will es einmal sachlich formulieren: Ballbesitz ist in dieser Liga nichts wert. Entscheidend ist, was in den Strafräumen passiert. Das hat man heute in der ersten Halbzeit gesehen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann viel besser gemacht. Ein großes Lob für Philip Heise und das zweite Tor. Es ist aber so, dass die Spiele erst entschieden sind, wenn die Mannschaften vom Hof sind. Wir haben aber wieder dem Gegner die Hand gereicht und ihm Zutritt zur Manege gegeben."

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rho

MDR | Stand: 16.10.2021, 18:25

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