Alles Gute - der "Schwarze Peter" wird 80

Peter Ducke - der "Pelé des Ostblocks" wird 80 09:58 Min. Verfügbar bis 14.10.2022

Fußball | Ehrentag

Alles Gute - der "Schwarze Peter" wird 80

Er war der beste Stürmer der DDR, wirbelte 18 Jahre für den FC Carl Zeiss Jena und in der Nationalmannschaft. Er wurde Meister, Pokalsieger, Olympia-Dritter und nahm an der WM 1974 teil. Und am Donnerstag (14.10.2021) wird Peter Ducke, der "Schwarze Peter", 80.

Dabei schaut der Peter immer noch nicht aus wie einer, der 1941 geboren wurde. "Viele sagen, er ist wirklich durchgedreht. Aber ist bin 41 geboren", so Ducke im Gespräch mit "Sport im Osten". Und trotz seines gesegneten Alters ist Ducke immer noch aktiv auf dem Fußballplatz. Der Jubilar stand bis zuletzt mit jungen Talenten auf dem satten Grün beim Fußballcamp in Deutschbaselitz.

Beim Probetraining zunächst durchgefallen

Dabei wurde das Stürmertalent zunächst nicht wirklich entdeckt. Als sein Bruder Roland bereits in Jena spielte, sollte der damals 16-jährige Peter nachgeholt werden. Doch beim Probetraining fiel er bei Trainer Georg Buschner durch. "Roland hatte in Jena gesagt, ich habe einen Bruder, der noch besser ist. Buschner hat mich dann angeschaut und gesagt, davon haben wir fünf bis sechs."

Durchbruch im Pokalfinale

Peter Ducke und Hans Bert Matoul

Zwei Jahre später kam der Durchbruch in Jena, beim Finale im FDGB-Pokal. Gegen den SC Empor Rostock schoss Ducke Jena nach 0:2-Rückstand mit zwei Toren in die Verlängerung. Schließlich siegten die Thüringer und holten den ersten großen Titel. Es folgten weitere Titel (je drei Mal Meister und Pokalsieger), 1972 die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in München. Die WM 1974 wurde aber zu einer Enttäuschung, Ducke saß nach zuvor einigen Verletzungsproblemen meist auf der Bank. "Das war so schlimm. Ich wollte immer zur WM, wurde sporadisch eingewechselt und war unzufrieden. Es war kein schöner Abgang." 1977 war dann nach 466 Spielen und 207 Toren für Jena Schluss.

"Den Scheißpokal können Sie behalten"

Es hätten noch mehr Spiele werden können, wenn der Peter Ducke durch seine Impulsivität nicht immer mal Probleme mit den Unparteiischen gehabt hätte. So wurde er nach dem Pokalfinale 1965 für zehn Partien gesperrt, nachdem er dem Schiedsrichter bei der Pokalübergabe sagte: "Den Scheißpokal können Sie behalten!" Magdeburg hatte durch einen umstrittenen Elfmeter kurz vor Schluss mit 2:1 gewonnen. "Wahnsinnig übersteigertes Temperament. Immer aufbrausend. Ungerechtigkeiten haben mich kaputt gemacht", sagt Ducke über den Spieler Ducke.

Westauto führt zur Entlassung

Nach der aktiven Karriere kümmerte sich Ducke zunächst um den Nachwuchs in Jena. Doch weil er mit dem Auto der Westverwandtschaft auf dem Trainingsgelände parkte, wurde er im Januar 1980 vom Verein entlassen. Er studierte Lehramt und wurde für viele Jahre Sportlehrer. Und kümmerte sich weiter um junge Talente, arbeitet seit 2007 im Fußballcamp in Kamenz.

Eine große Anerkennung für seine Leistungen auf dem Fußballplatz gab es im Jahr 1999. Bei der Wahl zum deutschen Fußballer des Jahrhunderts landete Ducke auf dem neunten Platz, als einziger Spieler der DDR.

rei

MDR | Stand: 14.10.2021, 16:53

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