Hubert Wolf jubelt.

Fußball | Regionalliga 30 Jahre ZFC Meuselwitz - Präsident Hubert Wolf feiert großes Jubiläum

Stand: 05.03.2023 09:06 Uhr

Am 28. Februar 1993 wurde der damals 24-jährige Hubert Wolf Vereinsvorsitzender bei Kreisligist ZFC Meuselwitz. 30 Jahre später blickt er auf sechs Aufstiege, ein schickes Stadion, viele tolle Spieler und Trainer zurück.

Seit 2009 spielt der kleine Verein im östlichen Zipfel Thüringens bereits in der vierthöchsten Spielklasse. Der Zipsendorfer Fußball-Klub Meuselwitz. Der ZFC ist auch so ein wenig das Baby des Hubert Wolf. Der Bluechip-Boss entschloss sich Ende Februar des Jahres 1993 zu einem Engagement bei dem damals noch Kreisligisten, der noch FV Zipsendorf hieß. Jetzt ist der 54-jährige erfolgreiche Geschäftsmann seit unglaublichen 30 Jahren auch Boss des ZFC. Daran war damals noch nicht zu denken. "Auf keinen Fall. Es war Enthusiasmus, Dinge besser gestalten zu können als andere. Damals hatten wir im Verein kaum echte Kaufleute, die so ein Geschäft führen konnten", erinnert sich Wolf.

Hubert Wolf

Hubert Wolf steht hier 2002 noch auf dem "Sportplatz" Glaserkuppe.

Sechs Aufstiege und das Highlight 1. FC Köln

Ehrgeizig war und ist er immer gewesen, damals aber war er alles andere als ein Fußball-Experte. Sportlich ging es aber schnell aufwärts. 1994 gelang der ersten Aufstieg und die Umbenennung in ZFC Meuselwitz. Es folgten drei weitere im Jahresschritt. 1997 standen die Ostthüringer in der damals fünftklassigen Thüringenliga. Sieben Jahre später schafften es die Meuselwitzer unter Trainer Damian Halata in die Oberliga und 2009 gelang auch der Sprung in die Regionalliga, die nach Einführung der dritten Liga die neue vierte war.. Fragt man den "Macher" nach den schönsten Momenten der letzten 30 Jahre, dann muss er nicht lange überlegen: "Die Aufstiege in die Thüringenliga und 2009 in die Regionalliga. Und die beiden Landespokalsiege 2009 und 2010. Dann das Pokalspiel gegen den 1. FC Köln vor 9.000 Zuschauer. Das war das Großartigste."

Die Meuselwitzer Mannschaft bedankt sich bei den Anhängern.

Pokalfieber in Meuselwitz 2009 - der ZFC bedankt sich nach dem Köln-Spiel bei insgesamt 9.000 Fans.

Tolle Infrastruktur und solide Finanzen

Aber nicht nur sportlich entwickelten sich die Meuselwitzer rasant, auch die Infrastruktur wurde nach und nach verbessert. "Der erste Stadionumbau 2002 bis 2004 und dann das Eröffnungsspiel gegen Energie Cottbus mit Tomislav Piplica (Anm. damals noch Zweitligist), das waren Highlights", so Wolf. Heute blicken viele Konkurrenten ob der Bedingungen neidisch nach Ostthüringen. Doch wichtig war dem Kaufmann immer, dass alles finanzierbar blieb. Es gab kein Harakiri. "Wir hüten das wie einen Augapfel. Alles soll solide bleiben", ist seine Devise auch heute.

Haupttribüne bluechip -Arena

Das Stadion in ZIpsendorf heute ist ein echtes Schmuckkästchen.

"Habe überlegt, alles hinzuschmeißen"

Und doch gab es Momente, da wollte der "Mister ZFC" die Brocken einfach nur hinwerfen. 2009 hatte es Vorwürfe des Sozialversicherungsbetruges gegeben. "Die betrafen gleichzeitig auch den 1. FC Gera und VFC Plauen. Das war ein sechsjähriger Kampf, da habe ich auch überlegt, alles hinzuschmeißen." Am Ende blieb von der Klage nichts übrig, "weil alle Vorwürfe substanzlos waren".

Ein Ende ist (noch) nicht in Sicht

Ans Aufhören denkt Wolf heute nicht. Sagt aber auch: "30 Jahre sind eine große Zahl. Ich habe in anderen Vereinen viele Präsidenten kommen und gehen gesehen. Oft waren die Leute nach vier bis fünf Jahren amtsmüde. Ich bin jetzt 54. Aber ich werde das sicher nicht mehr mit 70 machen wollen." Kann man sich so richtig gar nicht vorstellen, den ZFC Meuselwitz ohne Hubert Wolf.

Mann mit Anzug und Militärmütze

Hubert Wolf (1999) hält auch in den kommenden Jahren die Zügel in der Hand.

rei