SV Darmstadt 98: Die brisante Rückkehr von Markus Anfang

Markus Anfang

Erstes Wiedersehen

SV Darmstadt 98: Die brisante Rückkehr von Markus Anfang

Nach der geräuschvollen Trennung im Sommer kehrt Ex-Lilien-Coach Markus Anfang nun das erste Mal zurück nach Darmstadt. Während der Trainer des SV Werder Bremen gerne auf das Spiel schauen würde, gibt es schon wieder Nebenschauplätze.

Es wird kein warmer Empfang werden. Das steht fest. Wenn Markus Anfang am Sonntag (13.30 Uhr) mit seinem neuen Verein Werder Bremen zu Gast im Böllenfalltor-Stadion des SV Darmstadt 98 ist, dürften die Unmutsbekundungen der heimischen Lilien-Fans laut ausfallen. Möglicherweise sogar sehr laut. Denn es ist vielleicht die brisanteste Trainer-Rückkehr der 2. Bundesliga in der laufenden Spielzeit.

Noch vor einem halben Jahr war Anfang Trainer der Südhessen, startete nach einem mehr als durchwachsenen Saisonbeginn richtig durch, wurde am Ende achtbarer Siebter. Soll erfüllt. Das sahen auch die Lilien-Verantwortlichen so, die mit ihrem Trainer die neue Saison in Angriff nehmen wollten und fest mit ihm planten. Allein: Anfang hatte andere Pläne.

"Da ist alles in Ordnung, es gibt kein Problem"

Der SV Werder Bremen, Absteiger und Traditionsclub aus dem Norden, lockte den Coach, Anfang wollte unbedingt wechseln und machte Druck. Am Ende setzte sich der Darmstädter Trainer durch und wurde - Ablöse sei Dank - Bremer Trainer. Geräuschlos lief das alles aber nicht ab, in Südhessen war man unglücklich über die Art und Weise des Wechsels.

Nun kommt es am Sonntag zur mit Spannung erwarteten Rückkehr. Anfang selbst möchte sich gerne auf das Sportliche konzentrieren, bislang läuft in Bremen für ihn noch nicht alles nach Plan. "Da ist alles in Ordnung, es gibt kein Problem", sagte er zu Wochenbeginn der Bild-Zeitung über das anstehende Wiedersehen und berichtete über den Wechsel im Sommer: "Es war im Vorfeld so abgesprochen, dass ich den Weg gehen kann, wenn ein großer Verein kommt."

Erst das zweite Angebot wurde angenommen

Gerade bei dieser Stelle wird es jedoch pikant. Denn von solch einer konkreten Absprache ist nichts bekannt. Alleine der Umstand, dass Werder das Angebot für den Wunschtrainer nach hr-sport-Informationen dereinst deutlich nachbessern musste, zeigt, dass es keine festgeschriebene Ablösesumme im Darmstädter Vertrag gab. Das zweite Angebot der Hanseaten nahmen die Lilien dann auch an und ließen ihren Trainer ziehen.

"Klar haben sie es ungern gemacht. Das zeigt aber, dass das Verhältnis sehr gut war und wir gute Arbeit geleistet haben", erklärte Anfang weiter. Die gute Arbeit bestreitet in Darmstadt niemand. Wie gut jedoch das Verhältnis wirklich war, könnte sich auch am Sonntag zeigen, wenn es zum großen Wiedersehen kommt.

HR | Stand: 14.10.2021, 14:55

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