Pfiffe für Ex-Lilien-Trainer Anfang?: "Angst habe ich nicht"

Markus Anfang: "Kehre mit Freude zurück" 03:24 Min. Verfügbar bis 16.10.2022

Pfiffe für Ex-Lilien-Trainer Anfang?

Pfiffe für Ex-Lilien-Trainer Anfang?: "Angst habe ich nicht"

Wenn Darmstadt 98 und Werder Bremen aufeinandertreffen, dann geht der Blick an die Seitenlinie. Ex-Trainer Markus Anfang kommt für einen Tag zurück ans Böllenfalltor. Der Reaktion der Fans blickt er entspannt entgegen.

Es ist schon kurios, dass Markus Anfang nun schon zum dritten Mal als Gästetrainer (zuvor mit Kiel und Köln) ein stimmungsvolles und gut gefülltes Böllenfallstadion erlebt. Als Lilien-Trainer war ihm das nie vergönnt. Die vergangene Spielzeit war die Saison der Geisterspiele, nur einmal durften rund 1.800 Zuschauer dabei sein. Ansonsten war der Ex-Trainer von Darmstadt 98 stets vor leeren Tribünen mit seinem Team unterwegs.

Wie reagieren die Lilien-Fans auf Anfang?

Das wird sich am Sonntagnachmittag (13.30 Uhr) beim Duell gegen Werder Bremen ändern. Anfang und seine Mannschaft werden dann vor beinahe 14.000 Fans auflaufen. Wie die Anhänger der Südhessen dann wohl reagieren? "Ich kehre mit Freude zurück. Angst habe ich nicht", sagte der heutige Werder-Coach im Gespräch mit dem hr-sport. Selbst wenn es Pfiffe geben sollte, "dann kann ich das am Ende des Tages nicht ändern".

Doch die Aussagen der letzten Tage haben für Verwunderung gesorgt. Anfang hatte gegenüber der Bild noch angegeben, dass es mit Darmstadt eine Absprache gegeben habe, wonach er den Klub bei der Anfrage eines größeren Vereins verlassen könne. Präsident Rüdiger Fritsch widersprach im Lilienblog und bestätigte damit auch die Informationen des hr-sport, wonach es keine Absprache zwischen Klub und Trainer gegeben habe.

So beschreibt Anfang seinen Abschied

Anfang hat den turbulenten Sommer etwas anders in Erinnerung. Sein Wechsel nach Bremen sei keine große Sache gewesen: "Der Zeitpunkt war sicherlich ungewöhnlich, weil die Saison schon vorbei war. Aber da hatten weder Darmstadt noch Bremen noch ich Einfluss darauf." Obwohl das Team schon im Urlaub gewesen sei, habe er einen ordentlichen Abschied gehabt. "Ich habe den Jungs eine Nachricht geschrieben, als alles über die Bühne gegangen war."

Die Mitarbeiter von der Geschäftsstelle und den Staff habe er sogar noch zum Italiener um die Ecke eingeladen: "Das war ein wunderschöner Abend und ich hatte einen vernünftigen Abschied. Es waren alle da und die Zeit war durchweg positiv. Das Verhältnis untereinander hat gestimmt."

Trotz Geisterspiele baute Anfang Draht zur Anhängerschaft auf

Anfang ist es laut eigener Aussage in seiner Zeit bei den Lilien gar gelungen einen Draht zu den Fans aufzubauen - trotz Geisterspielen. "Ich hatte eine Bindung, weil ich viel unterwegs war. Ich habe viele Leute kennengelernt und Kontakt zu Leuten gehabt, die ins Stadion gehen." Sein Fazit fällt daher positiv auf: "Ich kann nichts Negatives sagen."

Ob diese Worte reichen, um Pfiffen im Duell der Tabellennachbarn zu entkommen? Fritsch beurteilt auch in diesem Fall die Lage etwas anders als sein Ex-Trainer. "Ich denke, wenn jemand sich aus einem laufenden Vertrag herauslaviert, kommt das bei den Darmstädter Fans nicht gut an", sagte der Lilien-Präsident dem Lilienblog. Man wird am Sonntag im Stadion am Böllenfalltor hören, ob er mit seiner Einschätzung richtig liegt.

HR | Stand: 16.10.2021, 13:37

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