Neue Corona-Maßnahmen: DFB und DOSB kritisieren Notbremse

Bundesnotbremse kommt 03:06 Min. Verfügbar bis 23.04.2022

Neue Corona-Maßnahmen

Neue Corona-Maßnahmen: DFB und DOSB kritisieren Notbremse

Bundestag und Bundesrat haben den Änderungen des Infektionsschutzgesetzes zugestimmt. Auch den Sport betreffen die neuen Regeln. Dafür hagelt es Kritik von den Verbänden.

Nach dem Bundestag haben die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes am Donnerstag auch den Bundesrat passiert. Auch für den Sport bedeutet dies erneute Anpassungen. Bei einer Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen müssen Fitnessstudios wieder schließen. Freizeitsport ist dann nicht mehr mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt, sondern nur noch kontaktlos und alleine oder zu zweit oder mit Personen aus dem eigenen Hausstand.

DFB und DOSB üben Kritik an der bundesweiten Corona-Notbremse

Eine Ausnahme gilt noch für Kinder bis 14 Jahre: Sie dürfen maximal zu fünft unter freiem Himmel kontaktlos Sport betreiben. Seit dem 8. März durften sie wieder in größeren Gruppen Sport betreiben.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) haben Kritik an der Ausgestaltung der bundesweiten Corona-Notbremse geübt und mehr Augenmaß angemahnt. "Wer draußen Fußball spielt, gefährdet seine Gesundheit nicht, ganz im Gegenteil: Er stärkt sie", sagte DFB-Präsident Fritz Keller.

DFB-Präsident Keller fehlen faktenbasierte Entscheidungen

Die Politik müsse "jede Entscheidung auf der Basis von Fakten treffen", sagte Keller: "Immer mehr wissenschaftliche Studien von Aerosolforschern und Epidemiologen belegen das äußerst minimale Infektionsrisiko an der frischen Luft und die wachsenden Gefahren für die Gesundheit aufgrund des Bewegungsmangels."

Freiluftsport solle daher "unter Einhaltung der bewährten Hygienekonzepte endlich wieder umfassender ermöglicht werden", sagte Keller und sprach von "schwer nachvollziehbaren Entscheidungen allein auf der Basis von Inzidenzwerten".

DOSB-Präsident Hörmann: "Sport als Bestandteil der Lösung"

Auch DFB-Vizepräsident Rainer Koch vermisst den "in unseren Augen längst überfälligen Schritt in die richtige Richtung", die Regeln seien "das Gegenteil: Nahezu alle Expert*innen-Meinungen und harten Fakten wurden erneut negiert." Wie Koch und Keller sieht auch DOSB-Präsident Alfons Hörmann den Sport "als Bestandteil der Lösung bei der Pandemiebewältigung".

Der 60-Jährige plädiert für "eine differenziertere Bewertung der jeweiligen Situationen und Lösungen mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl". Die 90.000 Vereine hätten die Einschränkungen bislang mitgetragen, hofften aber "seit Monaten vergeblich endlich wieder auf mehr Normalität".

Dialog mit der Politik "intensiv und inhaltlich wertvoll"

Grundsätzlich sei der Dialog mit der Politik durchaus "intensiv und auch inhaltlich wertvoll". Ausnahmen der Notbremse gelten aber vor allem für den Berufs- und Leistungssport.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 22.04.21, 19.30 Uhr

HR | Stand: 23.04.2021, 13:29

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