Krise beim DFB: Kraus drängt auf Reformen und Liebe zum Spiel

Katja Kraus

Krise beim DFB

Krise beim DFB: Kraus drängt auf Reformen und Liebe zum Spiel

Geht es nach der früheren Nationaltorhüterin und Funktionärin Katja Kraus, braucht der DFB eine Rundumerneuerung. Die Offenbacherin sieht den Verband noch nicht verloren, nach dem Abgang von Fritz Keller muss sich aber etwas ändern.

Einen möglichen Namen für die Nachfolge von Fritz Keller als neuen DFB-Präsidenten wollte Katja Kraus am Dienstag zwar nicht nennen. Das sei unwürdig, betonte sie im Gespräch mit hr-iNFO. Gleichwohl gebe es aber eine ganze Reihe "großartiger Frauen, die diese Position ausfüllen könnten". Vorher, das unterstrich die Offenbacher Funktionärin und Ex-Nationaltorhüterin, müsste sich der Deutsche Fußball-Bund aber von innen erneuern. Sprich: Eine kleine Revolution muss her.

So geht's nicht weiter

Kraus, die sich mit acht weiteren prominenten Frauen und der Initiative "Fußball kann mehr" für Reformen im DFB stark macht, fordert neben einer schonungslosen Abrechnung vor allem eine Rückbesinnung auf das Wesentliche: den Fußball. Nach Monaten und Jahren voller Macht- und Hahnenkämpfe an der Verbandsspitze müsse die Entfremdung gestoppt werden. "Man hatte das Gefühl, dass sich die Ethikkommission öfter getroffen hat als die Nationalmannschaft", so Kraus. "Wir müssen jetzt dieses wundervolle Spiel wieder in den Mittelpunkt stellen."

Der DFB, der innerhalb von neun Jahren zum vierten Mal einen neuen Präsidenten – oder eine Präsidentin – braucht, sei noch nicht verloren, so Kraus. Der Verband müsse sich aber endlich seiner Verantwortung bewusst werden und dementsprechend handeln. "Wir brauchen einen Prozess der Erneuerung, wir müssen Struktur und Kultur verändern." Solange dies nicht geschehe, sei das nächste Himmelfahrtskommando vorprogrammiert. "Diesen Verband mit diesen Strukturen kann kein Mensch erfolgreich führen."

Sendung: hr-iNFO, Nachrichten, 25.05.21, 17 Uhr

HR | Stand: 26.05.2021, 13:12

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