Jamal Musiala: Wie der Shooting-Star des FC Bayern in Fulda das Kicken lernte

Löw über Musiala: "Wir können uns glücklich schätzen"

02:33 Min. Verfügbar bis 25.02.2022


"Er war ein Ausnahmetalent"

Jamal Musiala: Wie der Shooting-Star des FC Bayern in Fulda das Kicken lernte

Von Sonja Riegel

Bundesliga, Champions League und bald Nationalmannschaft: Der noch 17-jährige Jamal Musiala vom FC Bayern startet durch. Sein Jugendtrainer aus Fulda erinnert sich an seinen ehemaligen Schützling.

Jamal Musiala ist einer der Shooting-Stars der Bundesliga. Mit seinen erst 17 Jahren steht er regelmäßig für Rekordmeister Bayern München auf dem Platz, in dieser Woche traf er gar in der Champions League in Rom - als jüngster deutsche Torschütze in der Königsklasse. Nun steht auch die Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft kurz bevor.

Schon früh mit den Älteren mitgehalten

Gelernt hat der gebürtige Stuttgarter das Fußballspielen allerdings in Osthessen, wohin es ihn wegen des Studiums seiner Mutter verschlagen hatte: Kurz vor seinem vierten Geburtstag sei der kleine Jamal zum TSV Lehnerz (heute SG Barockstadt Fulda-Lehnerz) gekommen, erinnert sich sein Jugendtrainer Branko Milenkovski. "Er war immer viel besser als die anderen und hat meist mit zwei Jahre älteren Kindern gespielt. Er hat schon mit den Älteren mitgehalten", sagte Milenkovski im Gespräch mit dem hr-sport.

Jamal Musialas Jugendtrainer Branko Milenkovski

Schon damals sei klar gewesen, dass dieser Junge ein Ausnahmetalent sei. "Körperlich war er damals sehr klein, auch für sein Alter, dafür aber immer viel schneller und ballsicherer als die anderen", erinnert sich Milenkovski, der sich heute stolz alle Spiele seines ehemaligen Schützlings anschaut. Mit den Eltern habe er noch ab und an Kontakt, Jamal Musiala selbst sei nun natürlich schwer zu erreichen.

Über Chelsea zu den Bayern

Milenkovski, der noch heute in der Jugendabteilung von Barockstadt tätig ist, musste sein Ausnahmetalent allerdings im E-Jugend-Alter wieder ziehen lassen: Die Familie zog nach Großbritannien, Musiala, den sein Ex-Coach als "ziemlich ruhig und schüchtern" beschreibt, schloss sich dem FC Chelsea an - und ging von da an seinen Weg.

Der wird ihn nun sogar in die deutsche Nationalmannschaft führen: Nachdem er in der U21 noch für England im Einsatz war, gab er in dieser Woche bekannt, bei den Senioren für Deutschland auflaufen zu wollen. Sehr zur Freude von Jogi Löw, der sogleich eine Nominierung für die Länderspiele im März in Aussicht stellte. "Es ist mit ihm vereinbart, dass wir ihn dazu einladen", sagte der Bundestrainer im Gespräch mit der Sportschau und schwärmte vom dribbelstarken Mittelfeldmann: "Solche Talente sind in Deutschland nicht so breit gesät. Wir können uns glücklich schätzen."

Ein dicker Vertrag winkt

Glücklich kann sich aber auch Musiala selbst schätzen: Bei den Bayern, zu denen er 2019 nach seiner Rückkehr aus England gewechselt ist, besitzt er aktuell zwar noch einen Ausbildungsvertrag. Am Freitag, dem 18. Geburtstag des Spielers, soll daraus allerdings ein Fünfjahresvertrag zu natürlich stark erhöhten Bezügen werden. Kein Wunder, denn aus der U23 der Bayern hat er sich längst auf die ganz große Fußballbühne gespielt. Und Branko Milenkovski dürfte in Zukunft noch oft die Gelegenheit bekommen, stolz vor dem Fernseher zu sitzen.

HR | Stand: 25.02.2021, 13:25

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