Frauen-Rennen bei Eschborn-Frankfurt? "Wäre eine super Sache"

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Radsport

Frauen-Rennen bei Eschborn-Frankfurt? "Wäre eine super Sache"

Beim Radklassiker Eschborn-Frankfurt gibt es bisher nur ein Profi-Rennen für Männer. Wenn es nach den Radfahrerinnen der Guilty76 Girl Crew geht, soll sich das bald ändern. Bis dahin fahren sie für Spaß und die Extra-Portion Pommes.

Eigentlich gibt es nicht viel Schöneres als Rad fahren, da sind sich alle in der Guilty76 Girl Crew einig. Also bis auf Pommes vielleicht. "Wir essen leidenschaftlich gern Pommes", verrät Rita Somfalvy im Gespräch mit dem hr-sport. Pommes sind für die Radfahrerinnen mehr als ein Snack, als Kohlenhydrate mit Salz und Fett. "Was ist denn unsere Botschaft? Also außer Pommes?", scherzt Ann Christin Bartocha.

Die Message ist mal abgesehen von den goldbraunen Glücklichmachern klar: "Wir sind keine Elitetruppe", sagt Somfalvy. "Es ist nicht nötig die tollsten Klamotten oder das tollste Material zu haben. Es ist uns wichtig, alle mitzunehmen." Sprich: Jede Frau, die ein mehr oder weniger sportliches Rad hat, kann mitfahren bei den Guilty-Girls und ihren Social Rides.

"Nie jemanden zurücklassen"

Die erste Ausfahrt gab es vor gerade einmal drei Monaten. "Wir dachten, wir starten mal ganz locker mit einer kleinen Gruppe", verrät Bartocha. "Der Plan war, dass wir das ein Mal im Monat machen", ergänzt Somfalvy. Tatsächlich aber sind die beiden Radfahrerinnen, die die Touren guiden, mit der spontanen Idee viel erfolgreicher. "Inzwischen fahren wir ein bis zwei Mal in der Woche. Also offiziell." Denn inoffiziell sind die Guilty-Girls gut vernetzt, tauschen sich aus und treffen sich auch in Kleingruppen zu Ausfahrten in und um Frankfurt. "Eigentlich wird fast jeden Tag gefahren."

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Wichtig ist der Girl-Crew, das ihr Angebot niedrigschwellig ist. "Wir ermutigen auch Mädels, die vielleicht noch nie eine längere Tour gefahren sind. Es ist ein soziales Gefüge und man passt aufeinander auf. Wir würden wirklich nie jemanden zurücklassen", so Somfalvy. Der Frankfurterin ist das wichtig, denn sie hat selbst schon ganz andere Erfahrungen gemacht. Sie erzählt von ihrer ersten Ausfahrt in einer anderen Gruppe.

Die Gruppe gibt Sicherheit

"Das war ein Drop Ride - sprich: Wenn man zu langsam war, wurde man einfach abgehängt", erinnert sie sich. Offiziell kommuniziert wurde das aber nicht. "Ich habe mir dann geschworen: Nie wieder Gruppe fahren." Das änderte sich erst mit einer Crew, die nur aus Radfahrerinnen bestand. Ganz ohne Mansplaining vom Sattel aus. "Das hat mir die Augen geöffnet, dass Gruppe fahren eine Chance sein kann: sich gegenseitig zu bestärken, um Vertrauen ins Material und sich selbst zu finden."

Girls on Bikes: Frauen erobern die Straße | hessenschau Sport 04:47 Min. Verfügbar bis 16.09.2022

Das Vertrauen ist auf dem Rennrad unerlässlich. Und dass nicht nur wegen des Tempos, auch der Stadtverkehr hat so seine Tücken. "Das Gruppengefüge gibt einfach Sicherheit", erklärt Somfalvy. Neben Sicherheit geht es der Crew auch um Sichtbarkeit. Radfahrerinnen - egal ob Profi oder Amateurin - gehören nicht nur zum Stadtbild dazu, sondern verdienen auch mediale Aufmerksamkeit.

Radklassiker künftig auch mit Profi-Radfahrerinnen?

Dass es beim Radklassiker Eschborn-Frankfurt etwa nur ein Profirennen für die Männer gibt, darf sich, wenn es nach den Guilty-Girls geht, gern ändern. "Das wäre eine super Sache. Wir gehen mit unseren Girls an den Start, warum nicht auch ein Eliterennen? Es wird definitiv Zeit", sagt Ann Christin Bartocha. Und Zeit wird es bald auch wieder für die nächste Ausfahrt. Vielleicht ja auch mit einer Portion Pommes.

HR | Stand: 17.09.2021, 10:00

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