Eintracht-Mutmacher Trapp: "Ich fahre nicht zum FC Bayern und habe Angst"

Trapp macht Eintracht Mut: "Können die Bayern ärgern"

25:17 Min. Verfügbar bis 21.10.2021


Trapp macht Eintracht Mut

Eintracht-Mutmacher Trapp: "Ich fahre nicht zum FC Bayern und habe Angst"

Kevin Trapp hält nichts von Angsthasen-Fußball und zu großem Respekt vor dem FC Bayern. Der Nationaltorhüter sieht keinen Grund, warum die Eintracht in München nicht gewinnen sollte. Sorgen macht nur die Corona-Infektion von Serge Gnabry.

Die Corona-Pandemie ist auch bei Eintracht Frankfurt allgegenwärtig. Vier Tage vor dem Bundesliga-Spitzenspiel beim FC Bayern wurde der Münchner Serge Gnabry positiv auf Covid-19 getestet. Der 25-Jährige muss in Quarantäne und wird in den kommenden Tagen erst einmal kein Stadion von innen sehen, das Spiel gegen die Eintracht wird er verpassen. "Ich war schockiert", kommentierte Frankfurts Torhüter Kevin Trapp am Mittwoch den positiven Befund seines Nationalelf-Teamkollegen. So schnell wird Fußball zur Nebensache.

Dass die Partie in der leeren Münchner Arena am Samstag (15.30 Uhr) dennoch ausgetragen wird, liegt zum einen am Geschäft und zum anderen an den weiteren Münchner Testergebnissen: Diese fielen trotz direkten Kontakts zu Gnabry allesamt negativ aus. Dem direkten Duell des Tabellen-Zweiten mit dem Tabellen-Vierten steht also nichts im Wege. Doch wie sind die Vorzeichen?

Trapp kennt keine Angst

Klar ist, dass der FC Bayern als Favorit in die Partie geht. Der Dauer-Meister und Champions-League-DFB-Pokal-Supercup-Sieger ist zwar etwas stolpernd in die Saison gestartet, die Mannschaft von Trainer Hansi Flick ist aber auch ohne Gnabry weiter das Maß der Dinge in der Bundesliga. Die letzte Heimniederlage ist knapp elf Monate her, am 30. November 2019 machte Bayer Leverkusen zuletzt das Unmögliche möglich. Tabellenführer damals: Borussia Mönchengladbach, Tabellen-Dritter: der FC Schalke 04. Das neuartige Coronavirus war selbst Christian Drosten noch nicht bekannt.

Braucht die Eintracht also ein mittelgroßes Wunder, um beim FC Bayern Punkte zu holen? Mitnichten, glaubt man Torhüter Trapp. Der seit diesem Sommer 30-Jährige, der schon dank Körperbau und viel Fitnesstraining eine breite Brust hat, hat in den vergangenen Wochen im Pectoralis-Bereich noch einmal ordentlich draufgelegt. Eine Nominierung für die DFB-Elf, dazu vier ungeschlagene Spiele in der Bundesliga und sehr gute eigene Leistungen sorgen für einen Extra-Schub an Selbstvertrauen. "Ich fahre sicher nicht zum FC Bayern und habe Angst, die Hütte vollzukriegen", so Trapp.

Vorbilder Hertha und Hoffenheim

Der Führungsspieler und Lieblings-Schüler von Eintracht-Trainer Adi Hütter, der eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Monaten keinen einzigen Gedanken an einen Vereinswechsel verschwendet hat, sieht die Bayern zwar im Vorteil. "Das ist die beste Mannschaft Europas, vielleicht der Welt", so Trapp. "Aber: Wir können die trotzdem ärgern."

Beweise dafür, dass das Starensemble von der Säbener Straße verwundbar ist, sind tatsächlich relativ leicht zu finden: Die Hertha erzielte gegen die Bayern in München drei Tore (3:4), Hoffenheim im eigenen Stadion sogar vier (4:1). Beide Teams gingen gegen die Eintracht als Verlierer vom Platz.

"Ich sehe keinen Grund, warum wir an uns zweifeln sollten", unterstrich Trapp deshalb noch einmal. Sein Plan: mutig sein, kompakt stehen, die eigenen Chancen suchen. Hinten aggressiv, vorne mit André Silva und Bas Dost, so könnte es etwas werden mit dem ersten Auswärtssieg seit 20 Jahren. Und sollte doch mal Robert Lewandowski, Thomas Müller oder einer der anderen bayerischen Offensivkräfte durchbrechen, gibt es ja immer noch Trapp. "Ich werde ein bisschen mehr zu tun haben als sonst. Aber wir messen uns eben mit den Besten, das ist etwas Schönes." So kann man es sicher auch sehen.

Gnabry geht es gut

Und so blieb am Ende der Pressekonferenz wieder Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben: den Gesundheitszustand von Corona-Patient Gnabry. "Ich habe mit ihm telefoniert", berichtete Trapp. "Er hat Gott sei Dank keine Symptome." Na, dann kann's ja losgehen.

HR | Stand: 21.10.2020, 18:57

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