Goncalo Paciencia feiert das Weiterkommen in der Europa-League

Eintracht Frankfurt - Betis Sevilla 1:1 n.V. Last-Minute-Drama: Frankfurt zieht ins Viertelfinale der Europa League ein

Stand: 17.03.2022 23:52 Uhr

Eintracht Frankfurt steht im Viertelfinale der Europa League. Im Achtelfinal-Rückspiel gegen Real Betis erkämpfen sich die Hessen in der letzten Sekunde der Verlängerung ein verdientes Unentschieden.

Nächste Station: Viertelfinale. Eintracht Frankfurt ist in der Europa League in die Runde der besten acht Mannschaften eingezogen und darf damit weiterhin international auf Reisen gehen. Im Achtelfinal-Rückspiel gegen den spanischen Club Real Betis aus Sevilla erkämpfte sich die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner ein 1:1 (0:1, 0:0) nach Verlängerung. Das Hinspiel vor gut einer Woche hatte Frankfurt mit 2:1 gewonnen. Die Tore erzielten Borja Iglesias (90.) und Guido Rodriguez per Eigentor (120.).

Auch wenn die erste Chance des Spiels – ein misslungener Schussversuch von Juan Miranda (8. Spielminute) – den Gästen gehörte: Die Eintracht war von Beginn an auf Viertelfinale gepolt, in der Defensive konzentriert und in der Offensive griffig. Die besten (teils hochkarätigen) Möglichkeiten des ersten Durchgangs erspielten sich folgerichtig die Hessen.

Eintracht Frankfurt erreicht das Europa-League-Viertelfinale

Knauff an die Latte

Nach 14 Minuten hätte Ansgar Knauff um ein Haar zur Führung getroffen, seinen strammen Schuss lenkte Betis-Torwart Rui Silva aber irgendwie an die Latte. Noch schöner als Chance und Parade war nur der einleitende Sahne-Pass von Djibril Sow, der Knauff mit einem perfekt getimten Zuspiel durch Sevillas Viererkette im Strafraum bedient hatte.

Was sich in der Anfangsphase abzeichnete, bestätigte sich im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit: Den Spaniern gehörte der Ball, den Frankfurtern die Chancen. Fünf Minuten nach Knauffs Lattenkracher zog Sow selbst ab, zu zentral platziert landete sein Schuss aber in den Armen von Rui Silva.

Szene aus der Partie Eintracht gegen Sevilla

Frankfurter Pausenführung wäre verdient gewesen

Kurz vor der Pause verzeichnete Knauff eine weitere Möglichkeit (39.). Die Eintracht, die im Vergleich zum 2:1 gegen Bochum ohne Veränderungen in der Startelf ins Match gegangen war, hätte nach 45 Minuten durchaus verdient führen können.

Weil die Gäste nach dem Seitenwechsel naturgemäß zu mehr Offensive gezwungen waren, gewann die Begegnung im zweiten Durchgang an Tempo und Attraktivität. Nun drängte auch Betis auf das 1:0, gute Chancen darauf vergaben Nabil Fekir (56.) und der eingewechselte Juanmi (65.). Beide Möglichkeiten vereitelte Frankfurts aufmerksamer Torwart Kevin Trapp.

Wieder Alu: Kostic trifft den Pfosten

Zwischendurch blieb es bei der prinzipiellen Spielanlage: Die Hessen agierten hinten konzentriert und suchten vorne weiter ihre Chancen. Eine sauber getretene Knauff-Flanke verfehlte Raffael Borré in der Mitte nur knapp (60.), ein Freistoß von Filip Kostic landete am langen Pfosten – und damit traf die Glasner-Elf zum zweiten Mal das Aluminium (63.). Ein Chancenwucher, der sich kurz vor dem Abpfiff tatsächlich noch rächen sollte.

In der 90. Minute gelang Sevilla der Ausgleich. William Carvalho eroberte den Ball auf der linken Außenbahn, Fekir leitete an den Fünfmeterraum weiter, wo sich Iglesias gegen seinen Bewacher Hinteregger durchsetzte und das Leder über die Linie drückte. 0:1 aus Sicht der Hausherren, es ging in die Verlängerung.

Tuta im Zweikampf mit einem Spieler von Real Betis.

Hinteregger erzwingt Last-Minute-Wahnsinn

Dort hatte abermals Iglesias den Viertelfinal-Einzug für Betis auf der Stirn, sein Kopfball in der 109. Minute klatschte allerdings an die Latte. Ebenfalls per Kopf hätte der eingewechselte Gonçalo Paciência für die Eintracht treffen können (116.). Vier Minuten späte dann aber der absolute Last-Minute-Wahnsinn:  Mit vollem Einsatz erzwang Hinteregger nach einer Freistoß-Vorlage ein Eigentor von Guido Rodriguez zum späten und verdienten Ausgleich. Frankfurt steht im Viertelfinale.

Die Auslosung steht bereits am Freitag ab 13.30 Uhr an. In der nächsten Runde könnten die Hessen auf Gegner wie RB Leipzig, Atalanta Bergamo (setzte sich am Donnerstag gegen Bayer 04 Leverkusen durch) oder den FC Barcelona treffen. Auch der SC Braga und die Glasgow Rangers haben sich unter anderem fürs Viertelfinale qualifiziert. Die Eintracht darf sich auf eine weitere Highlight-Reise durch Europa freuen.

Jubelnde Spieler von Eintracht Frankfurt