Eintracht Frankfurt verlernt das Siegen - 3:3 in Berlin

Die Pressekonferenz mit Adi Hütter nach dem Spiel gegen Union Berlin 08:57 Min. Verfügbar bis 29.11.2021

Unentschieden bei Union Berlin in der Analyse

Eintracht Frankfurt verlernt das Siegen - 3:3 in Berlin

Bei Union Berlin ging es hin und her, aber wie so oft in den vergangenen Wochen stand die Eintracht am Ende mit nur einem Punkt da. Und bewunderte eine überragende Aktion des Gegners. Die Analyse in fünf Punkten.

Eintracht Frankfurt erlebte am Samstagnachmittag beim 3:3 bei Union Berlin eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Robert Andrich (2. Minute) und Max Kruse (Foulelfmeter/6.) brachten die Gastgeber früh in Führung, André Silva glich per Doppelpack (27./37.) aus. Bas Dost erzielte gar das 3:2 (79.) für die Eintracht, doch den Punkt hinter die Partie setzte Max Kruse (82.).

1. Systemfrage beantwortet

Dreierkette, Viererkette, Fünferkette, Fahrradkette…? Nach dem 1:1 gegen RB Leipzig hatte es durchaus verschiedene System-Interpretationen gegeben. Adi Hütter verwies bei der Pressekonferenz vor der Partie bei Union darauf, dass es wohl nicht alle richtig verstanden hätten und es die gekannte Grundordnung mit drei Verteidigern gewesen sei. Nun ja! In Berlin gab es nun keine Fragen und Interpretationsmöglichkeiten.

Martin Hinteregger agierte als letzter Mann, neben ihm verteidigten Kapitän David Abraham und Evan N’Dicka. Erik Durm füllte seine Rolle auf der rechten Abwehrseite diesmal deutlich offensiver aus, Filip Kostic beackerte die linke Seite. Sicherheit verlieh die klare Grundordnung aber nicht, die ersten 15 Minuten waren die wohl schwächsten der bisherigen Spielzeit.

2. Eintracht verschläft Anfangsphase völlig

Vielleicht hätten die Frankfurter die Espresso-Maschine aus ihrer heimischen Mannschaftskabine mit nach Berlin nehmen sollen - denn zu Beginn des Spiels war das gesamte Team alles andere als wach. Andrich nutzte einen seltenen Fehler von Torhüter Kevin Trapp zum 1:0 für Union, Hinteregger war im Zweikampf gegen Taiwo Awoniyi viel zu schläfrig - schon stand es 0:2 aus Frankfurt-Sicht, als gerade einmal sechs Minuten gespielt waren.

"Wir hätten das Spiel schon in den ersten 20 Minuten nach Hause bringen können", analysierte Union-Stürmer Kruse. Und hatte Recht, denn einzig Trapp verhinderte ein drittes oder gar viertes Tor der Gastgeber, von dem sich die Eintracht wohl nicht mehr erholt hätte.

3. Auf André Silva ist Verlass

Doch dann kam Silva und holte die Frankfurter aus der Lethargie: Der Goalgetter spekulierte nach einer scharfen Hereingabe von Daichi Kamada auf einen Ausrutscher von Torhüter Luthe, den es prompt gab - nach 27 Minuten stand es plötzlich nur noch 1:2. Zehn Minuten später war der Portugiese wieder zur Stelle und brachte den Ball per "Uwe-Seeler-Gedächtnis-Hinterkopftor" über die Linie. Mit nun sieben Saisontoren liegt er teamintern weit vor allen anderen und nistet sich in der Spitzengruppe der Bundesliga-Torschützenliste ein.

"Schade, dass wir den Sieg noch aus der Hand gegeben haben", sagte Silva nach dem Spiel. Denn der 25-Jährige war drauf und dran, mit seinem Doppelpack einmal mehr zum Matchwinner für die Eintracht zu werden.

4. Alle bewundern Kruses Kunstschuss

Nach dem 3:2 von Dost war der Auswärtssieg ganz nah. Aber dann setzte Kruse zu einem echten Kunstschuss an und versenkte den Ball aus 18 Metern in den Winkel. Dafür gab es nach Abpfiff viel Lob - und zwar vom Gegner. "Es war sicherlich ein außergewöhnliches Tor", erkannte Hütter an und bezeichnete das 3:3 als "1000-Gulden-Schuss".

"Das war ein Schuss von einem anderen Planeten", musste auch Abraham zugeben. Stefan Ilsanker outete sich gar als Kruse-Anhänger: "Beim 3:3 kannst du aber nur noch Beifall klatschen. Max Kruse ist ein ganz großer Spieler, ich bin Fan von ihm. Scheiße, dass er seine Klasse auch gegen uns gezeigt hat."

5. Und schon wieder unentschieden

Eintracht Frankfurt tritt auf der Stelle - diese Analyse gilt schon seit einigen Wochen. Denn das 3:3 in der Hauptstadt war das vierte Unentschieden in Folge für die Frankfurter. In neun Saisonspielen teilte man sich bereits sechs Mal die Punkte mit den Gegnern. Allmählich verliert man bei den Hessen die Erinnerung daran, wie sich ein Sieg anfühlt, denn den letzten Dreier gab es vor rund zwei Monaten Anfang Oktober gegen Hoffenheim.

Zu großen Sprüngen in der Tabelle kann man so natürlich nicht ansetzen. "Wenn man unsere Ambitionen hat und nach oben will, dann darf man nicht sechs Spiele sieglos bleiben. So wird es schwierig für uns", sagte Hinteregger. Die nächste Chance auf drei Punkte gibt es am kommenden Samstag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen Dortmund.

HR | Stand: 29.11.2020, 13:04

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