Überangebot durch Neuverpflichtungen Eintracht Frankfurt hat zu viele Verteidiger

Stand: 05.06.2022 10:44 Uhr

Mit der Verpflichtung von Jérôme Onguéné, Hrvoje Smolcic und zuletzt Aurélio Buta hat die Frankfurter Eintracht ihre Abwehr für die kommende Saison ordentlich verstärkt. Das Problem: Die Hessen haben nun ein deutliches Überangebot an Verteidigern.

Ob man ihn nun Rechtsverteidiger nennt oder rechter Schienenspieler: Aurélio Buta soll den Frankfurter Flügel verstärken. So viel ist klar. Der Portugiese, der am Freitag einen Vertrag bis 2026 unterschrieben hat, dürfte auf seiner Stammposition als Nummer zwei in die neue Bundesliga-Spielzeit gehen. Ansgar Knauff, die Leihgabe von Borussia Dortmund, hat nach einer Wahnsinns-Premierensaison die Nase vorne. Das dürfte eigentlich auch Buta klar sein.

Viele Spieler, keine Alternative

Die Eintracht hat mit der Verpflichtung des 25-Jährigen dennoch eine Lücke geschlossen. Sollte Knauff sich verletzen oder schlicht einmal eine Pause brauchen, hatten die Hessen nämlich bisher nicht wirklich adäquaten Ersatz in ihren Reihen. Und das, obwohl sie mit Timothy Chandler, Almamy Touré, Erik Durm und Danny da Costa nominell noch vier (!) weitere Rechtsverteidiger im Kader hatten.

Da Costa hat die Eintracht inzwischen gen Mainz verlassen, für Durm sucht Frankfurt schon lange einen Abnehmer. Der Weltmeister von 2014 will auch selbst weg, schließt dem Vernehmen nach auch einen Wechsel ins Ausland nicht aus.

Chandler auch als Local Player wichtig

Chandler brauchen die Hessen nicht nur als Integrations- und Identifikationsfigur, sondern auch, um die Champions-League-Auflagen für die Anzahl der Local Player im Kader zu erfüllen. Zudem war auf den 32-Jährigen immer Verlass, wenn er gefordert war.

Und Touré? Der bewies zum Ende der abgelaufenen Spielzeit, dass er den Hessen durchaus noch helfen kann – allerdings auf der Innenverteidiger-Position. Dort aber hat die Eintracht ja inzwischen auch schon aufgerüstet.

Mit Touré ins letzte Vertragsjahr?

Sportvorstand Markus Krösche hat mit dem Rechtsfuß Jérôme Onguéné und dem Linksfuß Hrvoje Smolcic das Zentrum gestärkt. Mit Tuta, Martin Hinteregger (der bleiben soll), Evan N’Dicka (der verkauft werden könnte) und Lebensversicherung Makoto Hasebe scheinen die Hessen aber auch hier ziemlich gut besetzt. Nur wenn der bärenstarke N’Dicka tatsächlich nicht gehalten werden kann, scheint es sinnvoll, an Touré als Backup für die rechte Seite festzuhalten.

Der Vertrag des Franzosen läuft kommenden Sommer aus. Krösche hatte zwar generell angekündigt, mit keinem Spieler ins letzte Vertragsjahr gehen zu wollen, bei einem Profi, den man aber nur als Notlösung in der Hinterhand behalten möchte, könnte die Eintracht durchaus eine Ausnahme machen.

Links könnte der Schuh drücken

Bei all dem Überangebot auf rechts sieht es auf der linken Eintracht-Seite deutlich dünner aus. Mit Filip Kostic und dem vom Verletzungspech geplagten Christopher Lenz sind die Frankfurter dort relativ dünn besetzt. Smolcic könnte hier aushelfen, ist aber eigentlich für die Innenverteidigung vorgesehen. Noch dünner wird es, sollte sich aus dem immer wiederkehrenden Flirt von Kostic mit der Serie A in diesem Sommer etwas Festes entwickeln.

Die Eintracht hat schon viel Arbeit in die Remodellierung ihre Abwehr gesteckt. Fertig ist der Prozess aber noch lange nicht.