Handball-EM: DHB-Auswahl vor dem Spiel gegen Polen

01:06 Min. Verfügbar bis 17.01.2023


Schon zwei Corona-Fälle im deutschen Team

"Bauch-Beine-Po": Handball-Star Julius Kühn hält sich in Isolation fit

Stand: 17.01.2022, 15:15 Uhr

Corona bleibt das große Thema bei der Handball-EM. Nach dem Melsunger Julius Kühn wurde am Montag ein weiterer Spieler aus dem deutschen Team positiv getestet.

Hanteln, Sprungseile, Deuserbänder - Julius Kühn hat alles parat. Während seine Teamkollegen bei der EM am Dienstag (18 Uhr/ZDF) gegen Polen um den Gruppensieg kämpfen, hockt der coronainfizierte Torjäger der deutschen Handballer im Quarantänehotel und hält sich so gut es geht fit, um für eine Rückkehr gewappnet zu sein.

"Natürlich wäre er viel lieber bei uns, das ist keine Frage", berichtete DHB-Sportvorstand Axel Kromer am Montag. "Aber es ist Gott sei Dank nicht so wie etwa bei den Olympischen Spielen, wo sich die Isolierten überhaupt nicht wohl fühlen konnten." Es sei okay, "wenn sich Julius ein paar Tage ein bisschen nach hinten legt und die typischen Bauch-Beine-Po-Geschichten macht wie Liegestütze und Sit-ups."

Corona bestimmt auch die Handball-EM

Corona bleibt eines der großen Themen bei der EM. Auch im DHB-Team, das am Montag mit dem nachnominierten Hendrik Wagner (Ludwigshafen) bereits die zweite Infektion zu verzeichnen hatte. Schon der Fall des am Wochenende positiv getesteten, aber symptomfreien Kühn von der MT Melsungen hatte im deutschen Lager die Sinne geschärft. "Der positive Befund hat viel durcheinander geworfen", sagte der Kapitän und gebürtige Rüdesheimer Johannes Golla nach dem Österreich-Spiel (34:29) und nannte die Infektion des Rückraumspielers eine "Schocknachricht" für die Mannschaft.

Man habe sich "vorher sicher gefühlt, weil wir uns streng an alle Vorgaben gehalten haben". Dieses Gefühl der Sicherheit ist nun erst einmal dahin, die Sorgen im Team wachsen. "Am Abend nimmt man das Thema auch mit ins Bett", sagte etwa Luca Witzke: "Es kann jeden erwischen, das weiß jeder von uns." Und auch Christoph Steinert stimmt die momentane Lage nachdenklich.

"Man spürt, dass die Einschläge näher kommen"

"Die Situation geht einem nicht so einfach aus dem Kopf. Man spürt, dass die Einschläge näher kommen", so der Linkshänder. Mit jeder neuen Testung kommt die Ungewissheit von neuem. Doch Angst? "Es ist keine gute Situation, aber so geht es vielen Menschen auf der Welt, da müssen wir aktuell durch", sagte Rechtsaußen Timo Kastening, der auch in Melsungen Kühns Teamkollege ist. "Es kann zwar jeden treffen, aber Angst als Gefühl wäre in dieser Lage trotzdem fehl am Platz."

Zumal selbst ein positives Testergebnis nicht gleichbedeutend mit dem EM-Aus sein muss. Fünf Tage beträgt die Quarantänepflicht, Kühn könnte mit zwei negativen PCR-Tests also theoretisch schon beim Hauptrundenstart am Donnerstag wieder mit von der Partie sein. Trainer Alfred Gislason jedenfalls ist zuversichtlich, was eine Rückkehr seines Rückraumspielers angeht. "Vielleicht tut Julius die Pause gut und er kommt frisch in fünf Tagen wieder", sagte der Isländer.

Quelle: HR

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