13 Spiele in 44 Tagen 13 Spiele in 44 Tagen: Eintracht Frankfurt beißt lächelnd auf die Zähne

Stand: 29.09.2022 16:23 Uhr

Eintracht Frankfurt startet mit einem Heimspiel gegen Tabellenführer Union Berlin in sechs Englische Wochen. Trainer Oliver Glasner freut sich über den Termin-Stress, gute Nachrichten gibt es von Sorgenkind Luca Pellegrini.

Die Zeit des Durchpustens ist bei Eintracht Frankfurt ab sofort vorbei. Dank der Winter-WM in Katar startet der Hinrunden-Endspurt bereits am kommenden Samstag (15.30 Uhr) mit dem Duell gegen Bundesliga-Spitzenreiter Union Berlin. Es folgen weitere zwölf Partien in genau sechs Wochen, die Winterpause beginnt dann am 13. November. "Es ist schon besonders, dass man Ende September bereits von den letzten Wochen des Jahres spricht", blickte Eintracht-Trainer Oliver Glasner am Donnerstag voraus auf den heißen Herbst. "Aber wir freuen uns drauf."

Eintracht startet mit zwei Brocken

Klar ist schon jetzt, dass diese Phase der Eintracht vor allem körperlich alles abverlangen wird. 13 Spiele in 44 Tagen ist eher Qual als Freude. Klar ist aber auch, dass die Hessen es ja genauso gewollt haben. "Wir hätten nur einen Elfmeter verschießen müssen, dann hätten wir jetzt nur neun Spiele", spielte Glasner auf das gewonnene Finale in der Europa League und die damit verbundene Dreifachbelastung in Liga, DFB-Pokal und Champions League an. "Wir gehen das deshalb mit einem Lächeln an, dann ist es nur noch halb so anstrengend." Die Eintracht beißt also mit einem Lächeln auf den Lippen auf die Zähne.

Wie anstrengend diese Zeit werden könnte, dürften die Spieler der Eintracht spätestens in der Nacht zum Mittwoch schon deutlich in den Beinen spüren. Denn der Auftakt mit den beiden Heimspielen gegen Union und Tottenham Hotspur hat es in sich. Erst kommen die Defensiv-Maschinen aus dem Südosten Berlins, dann die Weltstars um Harry Kane, Richarlison und Heung-min Son aus dem Norden Londons. Die einen werden abwarten, die anderen angreifen, beide sind in ihren Disziplinen aktuell in Topform. Wie geht man diesen Doppelpack also an?

Union der Inbegriff von unangenehm

Zuerst einmal, das betonte Glasner nicht ohne Grund, dürfe die Partie in der Champions League am Dienstag (21 Uhr) bei der Partie in der Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr) noch absolut keine Rolle spielen. Weder in den Köpfen der Spieler noch bei der Aufstellung. "Wir werden mit der bestmöglichen Startelf antreten", stellte Glasner klar und unterstrich noch einmal die besondere Stärke der Eisernen. Dass die Berliner mit dem zweitwenigsten Ballbesitz und der zweitschlechtesten Passquote die zweitgefährlichste Offensive der Liga stellen, spreche für sich.

Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer spielt keinen besonders attraktiven Fußball, sie ist aber abgezockt und effizient. Hinten stehen die Köpenicker sehr kompakt, ihr Umschaltspiel ist ligaweit gefürchtet, dazu haben sie mit Sheraldo Becker und Jordan Siebatcheu eines der besten Sturmduos überhaupt sowie eine fast schon traditionelle Stärke bei Standards. Union Berlin ist der klassische Fall eines unangenehmen Gegners. "Es ist schwierig, gegen sie Räume zu finden", gab auch Glasner zu. "Das wird ein ganz heißes Spiel."

Jakic fehlt, Pellegrini zurück

Dieses heiße Spiel verpassen wird aller Voraussicht nach Kristijan Jakic. Der Kroate hat eine Entzündung in der Hüfte und seit zwei Wochen nicht trainiert. Sein Einsatz ist unwahrscheinlich. Der leicht angeschlagene Ansgar Knauff soll hingegen genau wie Linksverteidiger-Sorgenkind Luca Pellegrini zur Verfügung stehen. Der italienische Linksverteidiger, der bei der 0:1-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg eklatante Fitness-Probleme offenbart hatte, hat die Länderspielpause für Sondereinheiten genutzt und Kondition gebolzt.

"Wir hatten ja ein paar Tage frei, er hat trotzdem zweimal täglich trainiert", berichtete Glasner. Ob diese zwei Wochen gereicht haben, um alle Rückstände aufzuholen, wisse Glasner zwar auch nicht. "Aber er muss sich jetzt über Spiele und Rhythmus weiter steigern." Nicht auszuschließen also, dass Pellegrini – auch mangels Alternativen – direkt in die Startformation rutscht.

Positiver Ausnahmezustand in Frankfurt

"Wir haben einen starken Kader und sind bereit", fasste Glasner dann die Ausgangslage noch einmal zusammen. Bundesliga, Königsklasse, DFB-Pokal, jede Menge Flutlicht-Spiele und immer wieder Reisen. Kurzum: Es herrscht Ausnahmezustand. Ein Ausnahmezustand, der allen Beteiligten aber erst einmal gefällt. "Die Jungs spielen lieber vor 50.000 Fans, als vor 24 Zuschauern zu trainieren", so Glasner. "Das sind Wettkämpfer, die wollen sich messen." Möglichkeiten dazu gibt es in den kommenden Wochen mehr als genug.

Aufstellung Eintracht Union