BR24 Sport Skiverbände ziehen gegen Weltverbands-Präsidentenwahl vor Cas

Stand: 18.06.2022 12:24 Uhr

Der Deutsche Skiverband und drei weitere Nationalverbände ziehen nach der umstrittenen Wahl des Weltverbandspräsidenten Johan Eliasch vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas. Für den DSV war die Wahl im Mai eine "Farce".

Von BR24 Sport

Gemeinsam mit dem DSV werden nach Informationen des Bayerischen Rundfunks auch die Verbände Österreichs, der Schweiz und Kroatiens Klage gegen die Wahl des Fis-Oberhauptes einreichen. Zur aktuellen Entwicklung wollten sich die Verbände allerdings noch nicht äußern.

Umstrittene Wiederwahl von Eliasch

Eliasch war Ende Mai für mindestens vier weitere Jahre zum Präsidenten gewählt worden. Der britisch-schwedische Geschäftsmann hatte beim Ski-Kongress in Mailand keinen Gegenkandidaten gehabt. Eliasch erhielt 100 Prozent der abgegebenen Stimmen, aber nicht alle Delegierten hatten gewählt. Auf Antrag von Delegierten wurde per Abstimmung eine geheime Wahl festgelegt, die geforderte Option Nein als Antwort gab es nicht.

"Eine Wahl, bei der die Delegierten nur eine einzige Option hatten, um eine gültige Stimme abzugeben, nämlich mit Ja zu stimmen, deckt sich nicht mit unserem Rechtsverständnis und ist schlichtweg eine Farce", sagte Stefan Schwarzbach, Vorstandsmitglied des Deutschen Skiverbandes, danach im BR-Interview und ergänzte: "Ein solches Vorgehen ist nach Ansicht unserer juristischen Experten auch nicht konform mit dem Schweizer Vereinsrecht." Der DSV und andere Nationen hatten daraufhin nicht an der Wahl teilgenommen. Nach der Wiederwahl-Farce hatten die Kritiker die Prüfung rechtlicher Schritte angekündigt.

Vorschläge sorgen für Irritationen

Der Eklat war die nächste Episode in einem mittlerweile offenen Machtkampf innerhalb der FIS. Der Verdruss bei zahlreichen Nationalverbänden ist groß. Die Vorschläge von Eliasch hatten seit seinem Amtsantritt 2021 immer wieder für Irritationen und Kritik in der Skiszene - etwa der Plan, Skirennen in Dubai zu veranstalten, den Riesenslalom auf nur einen Durchgang zu verknappen sowie Alpin-Weltcups zentral zu vermarkten, gesorgt. Bisher liegen die Vermarktungsrechte bei den Nationalverbänden, auf deren Gebieten die Weltcups stattfinden.

Quelle: BR24 Sport 18.06.2022 - 11:56 Uhr