BR24 Sport Georg Hackl: "Der Felix macht seinen Weg auch ohne mich"

Stand: 05.12.2022 15:34 Uhr

Was im Fußball oder im alpinen Skisport üblich ist, wird im Rodeln mit viel Skepsis gesehen. Georg Hackls Wechsel zum österreichischen Verband schlug hohe Wellen. Nun verfolgt er an der Seite seines einstigen Konkurrenten gemeinsame Ziele.

Von BR24 Sport

15-mal Weltmeister im Einzel und im Team, dazu drei Gold-, vier Silber- und eine Bronzemedaille bei Olympischen Spielen - das ist die Bilanz von Georg Hackl und Markus Prock. Zwei Rodellegenden, der eine in Deutschland – der andere in Österreich. Seit dieser Saison sind sie vereint in einem Team, unter rot-weiß-roter Flagge.

Hackl und Prock gemeinsam für Österreich

"Wir sind immer über die Jahre gute Freunde geblieben", erklärt Hackl am Mikrofon von BR24 Sport. "Die Idee stand schon oft im Raum, mal zu den Österreichern zu wechseln. Und jetzt kann ich in meinem Leben nochmal etwas ändern."

Hackl und Prock sind also erstmals vereint. Der eine als Materialfuchs, der andere als Präsident der österreichischen Rodler. Geht gut, auch wenn die beiden unterschiedliche Typen sind: "Es geht sogar seht gut", sagt Prock. Und wie zum Beweis dafür haben Hackl und sein Team beim Weltcup-Auftakt in Innsbruck die Deutschen abgehängt.

"Der Schorsch und ich kennen uns ja schon seit vielen vielen Jahren. Wir kennen unsere Charaktere. Jetzt haben wir ein gemeinsames Ziel, nämlich Österreich nach vorne zu bringen."

Trainerwechsel "im Fußball gang und gäbe"

Dass es Kritik und Verwunderung darüber gibt, dass der Ur-Bayer vom Königssee jetzt in Tirol arbeitet, kann Schorsch Hackl nicht verstehen: "Im Fußball ist das gang und gäbe, dass der Trainer mal wechselt. Da hab ich mir gedacht, das probiere ich aus."

Und das auch weil er sich sicher ist, er hat Felix Loch und Co. alles vermittelt, was er weiß: "Weil ich den Felix sehr gut kenne, weiß ich, dass er mit allen Wassern gewaschen ist und alles kann. Der Felix macht auch ohne mich weiter seinen Weg."

Sorgen Hackls Puzzleteile für eine Wachablösung?

Zum Start in den neuen Winter sah das freilich anders aus. Felix Loch stürzte - die österreichische Hymne dagegen bei allen Rennen angestimmt. "Der Schorsch bringt sicherlich noch das eine oder andere Puzzleteil dazu, das uns noch gefehlt hat", so Prock. Ob die Wachablösung gelingt und Österreich an der deutschen "Rodel-Großmacht" dauerhaft vorbeiziehen kann, das muss sich aber noch zeigen.

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Quelle: BR24 Sport 05.12.2022 - 14:55 Uhr