Niklas Süle, Robert Lewandowski und David Alaba

Fußball | Bundesliga Dem FC Bayern laufen die Stars davon - fehlt die Wertschätzung?

Stand: 31.05.2022 16:47 Uhr

Erst David Alaba, dann Niklas Süle, nun vielleicht Robert Lewandowski - dem FC Bayern laufen die Spieler weg. Das Problem ist meist das Gleiche: Die Spieler beklagen Wertschätzung.

Der Abschied aus München - für Robert Lewandowski scheint dies beschlossene Sache. "Meine Geschichte beim FC Bayern ist vorbei. Eine weitere gute Zusammenarbeit kann ich mir nicht vorstellen", sagte der zweitbesten Torjäger der Bundesliga-Historie. Die knallharte Botschaft sorgte für ein Beben an der Säbener Straße, Bayern-Boss Oliver Kahn sagte, Wertschätzung sei keine Einbahnstraße.

"Lewandowski fühlt sich nicht respektiert"

Kurz zuvor hatte Lewandowskis Berater Pini Zahavi der Bild-Zeitung gesagt, dass Lewandowski "sich seit Monaten von den Verantwortlichen nicht respektiert fühlt, das ist die Wahrheit. Der FC Bayern hat nicht den Spieler Lewandowski verloren, sondern den Menschen Robert."

Trotz Vertrags bis 2023 will der 33-Jährige zum FC Barcelona. Dass der Klub mit BVB-Sturmjuwel Erling Haaland flirtete, während mit dem Polen zu der Zeit nicht gesprochen worden sei, habe der wohl als Majestätsbeleidigung aufgefasst, glaubt BR-Reporter und FC-Bayern-Experte Taufig Khalil - genau wie die später erfolgte Münchener Offerte, seinen Vertrag nur um ein Jahr zu verlängern.

Auch Süle fehlte die Wertschätzung

Definitiv weg in der nächsten Saison ist Niklas Süle. Mangelndes Vertrauen und Wertschätzung in der Chefetage - der Abwehrspieler machte keinen Hehl aus den Gründen für seine Entscheidung, die Bayern zu verlassen. "Das ist, was mir ganz wichtig ist, kein Nachtreten. Und auch keine Abrechnung. Ich möchte nur erklären, wie ich mich gefühlt habe", sagte der Innenverteidiger. Trotz versöhnlicher Worte ist sein ablösefreier Wechsel zu Borussia Dortmund für den Rekordmeister schmerzhaft.

Alabas Vertragsverhandlungen drehten sich im Kreis

Denn ein weiterer Abwehrspezialist fehlt fortan den Münchnern, nachdem in der vergangenen Saison David Alaba die Bayern nach einem langen Vertragspoker verlassen hatte. Dem Österreicher wurde Geldgier vorgeworfen, ein lukratives Angebot hatte der Verein zurückgezogen. Gleiches droht nun bei Serge Gnabry: Entweder, so heißt es aus Bayern-Kreisen, der Nationalspieler nimmt das bestehende Angebot an oder er soll gehen.

Hoeneß: "Wertschätzung heißt Euro"

Liegt der Weggang der Stars nun an der fehlenden Wertschätzung oder ist doch das Geld für einen Verbleib bei den Bayern entscheidend? Uli Hoeneß hat da eine ganz klare Antwort parat: "Die Wertschätzung heißt Euro, zu 99 Prozent", sagte der Ehrenpräsident unlängst. "Bei Alaba war es nur das Geld, bei Süle war es nur das Geld und bei Robert Lewandowski weiß ich das nicht. Ich kann es mir nicht vorstellen, aber er will jetzt vielleicht einen Dreijahresvertrag, den er so jetzt nicht kriegen kann."

Auch für Khalil ist klar, dass sich "Wertschätzung" bei den Profis häufig in der Höhe der monatlichen Zuwendung widerspiegelt. Dem 33-jährigen Weltfußballer, der seit 2010 erst für den BVB und dann für die Bayern in der Bundesliga spielt, gesteht er aber auch den Wunsch zu, noch einmal woanders spielen zu wollen - etwa in der Primera Divison bei einem Klub wie dem FC Barcelona.