Bayreuths Führungsfigur: Bastian Doreth

Teamcheck medi Bayreuth Bayreuth setzt auf junge Wilde und Anker Doreth

Stand: 27.09.2022 15:56 Uhr

Nach dem Ausstieg des Hauptsponsors starten die Bayreuther Basketballer in eine schwierige Bundesliga-Saison. Kapitän Bastian Doreth ist die Führungsfigur in einem komplett verjüngten Kader. Die Situation bietet den jungen Spielern auch Chancen.

Von Ulrich Knapp

Das Bayreuther Gesicht ist geblieben. Der 33-jährige Bastian Doreth spielt seit sieben Jahren in Oberfranken. So eine Treue gibt es nicht oft in der Basketball-Bundesliga. Und der gebürtige Nürnberger hängt noch weitere Spielzeiten dran - bis 2024 läuft sein Vertrag.

Anders als im Falle Doreths gibt es in Bayreuth aber auch prominente Abgänge zu vermelden. Ex-Nationalspieler Andreas Seiferth ist weg, und der Hauptsponsor ist nach Jahren ausgestiegen - und es gibt keinen neuen. Die Bayreuther tragen medi weiterhin im Namen, für weniger Geld. Wirtschaftlich ist es also gerade schwierig.

Doreth sticht heraus im ansonsten jungen Kader

Für den Mannschafts-Kapitän Doreth ist das jedoch keine Ausrede: "Einfach ein bisschen die Pobacken zusammenkneifen und schauen, wie man das mit weniger Budget hinbekommt", sagt er.

Die Bayreuther starten als erste bayerische Mannschaft in die neue Basketball-Bundesliga-Saison. Sie legen am Freitag (30.09.2022, 20.30 Uhr) daheim gegen die Frankfurt Skyliners los.

Bayreuth will aggressiv übers ganze Feld verteidigen

Der Rückzug des Hauptsponsors hinterlässt im Kader allerdings deutliche Spuren, denn der Kapitän ist mit Abstand der erfahrenste Spieler im Kader. Doreth trägt einen dunklen Vollbart, er sticht allein deshalb schon heraus aus all den Anfang- und Mitte-Zwanzigjährigen. "Wir sind doch sehr jung und athletisch", sagt er. "Da wäre es fatal, wenn wir uns wie eine Alt-Herrenmannschaft nur hinten in die Zone reinstellen. Von daher wollen wir schon anpressen und die jugendliche Energie, die wir durchaus besitzen, da in der Verteidigung nutzen."

Aggressiv übers ganze Feld verteidigen und nach Ballgewinnen schnell abschließen - so könnte es was werden in der neuen Saison. Generell soll das Bayreuther Spiel nicht nur schnörkelloser, sondern auch defensiver werden.

Neuer Coach Lars Masell erstmals Cheftrainer

Verantwortlich dafür ist auch ein neuer Coach: Lars Masell ersetzt Raoul Korner, der nach sechs Jahren in Oberfranken einen "Tapetenwechsel" brauchte und zum ambitionierteren Bundesliga-Konkurrenten Hamburg Towers weiterzog. Der 41-jährige Masell ist zum ersten Mal in seiner Laufbahn Chef, er hat auch den jungen Kader komplett zusammengestellt - um Doreth herum hat sich einiges verändert.

Und er spürt den Druck: "Am Anfang dachte ich, ich kann mitfühlen mit den Headcoaches, aber es ist nochmal anders, wenn man drinsteckt. Du hast halt die Verantwortung, komplett die Verantwortung." Er gibt als Saisonziel wohl auch daher keine genaue Platzierung oder gar die Play-offs aus, sondern will die jungen Spieler erst einmal stetig verbessern.

Flügelspieler Kay Bruhnke mit "Potenzial für große Rolle"

Und ihnen auch erstmals mehr Verantwortung geben. So eine wirtschaftliche Notlage bietet vielen auch ungeahnte Chancen. Angesprochen dürfte sich da Kay Bruhnke fühlen. Der 21-Jährige kommt aus Weiden und ist ein vielseitiger Flügelspieler, in ihm sieht Masell "Potenzial für eine große Rolle" - wenn er denn nach mehreren Wochen Verletzung aufs Bundesliga-Niveau kommt.

Gerade wegen dieses Mixes aus dem erfahrenen Kapitän Doreth und einigen jungen, hungrigen Wilden sehen manche Experten die Bayreuther als Absteiger, andere erkennen darin eine Stärke und sprechen von den Play-offs. Ein Platz irgendwo dazwischen wäre auf jeden Fall ein Erfolg für das junge Team.