Tour de France: Cavendish mit Riesen-Comeback beim Sieg auf Etappe vier

Ein Fahrer jubelt nach seiner Zielankunft

108. Frankreich-Rundfahrt

Tour de France: Cavendish mit Riesen-Comeback beim Sieg auf Etappe vier

Der britische Radprofi Mark Cavendish hat die vierte Etappe der Tour de France gewonnen und ein sensationelles Comeback gefeiert. Bester Deutscher wurde André Greipel. Begonnen hatte die Etappe mit einem Bummelstreik der Fahrer für mehr Sicherheit.

Erst der Bummelstreik mit Wortführer André Greipel, dann die sportliche Wiederauferstehung des Mark Cavendish: Der britische Sprint-Star hat bei der 108. Tour de France die von Fahrer-Protesten begleitete vierte Etappe gewonnen und die wohl größte Comeback-Geschichte der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt geschrieben.

Der 36-Jährige vom Team Deceuninck-QuickStep gewann am Dienstag (29.06.2021) den dieses Mal sturzfreien Massensprint in Fougères, wo er bereits vor sechs Jahren triumphiert hatte.

Tränen bei Cavendish, Proteste im Fahrerfeld

Tourfunk 29.06.2021 15:51 Min. Verfügbar bis 30.06.2031 ARD


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Nur Eddy Merckx hat mehr Etappensiege

Im Ziel nach 150,4 Kilometern lag Cavendish vor dem Franzosen Nacer Bouhanni (Arkea-Samsic) und Jasper Philipsen aus Belgien (Alpecin-Fenix). Es war der 31. Tour-Etappensieg für Cavendish. Nur Belgiens Rad-Ikone Eddy Merckx (34 Siege) triumphierte häufiger. Bester Deutscher wurde Cavendishs langjähriger Sprintrivale Greipel (Israel Start-Up Nation) auf dem zehnten Platz.

4. Etappe - die Zusammenfassung Sportschau 29.06.2021 05:00 Min. Verfügbar bis 29.06.2022 Das Erste

"Ich lebe einen Traum"

"Das Rennen hat mir mein Leben gegeben und ich ihm mein Leben. Das bedeutet mir so viel, vom ersten Sieg 2008 bis heute. Ich lebe einen Traum. Ich hätte nie gedacht, noch einmal bei der Tour fahren zu können", sagte der völlig von seinen Gefühlen überwältigte Cavendish, der 2018 an Depressionen erkrankt war. Und er fügte hinzu: "So viele Leute haben nicht mehr an mich geglaubt, aber das Team hat es getan. Es geht nicht darum, jemandem etwas zu beweisen. Es ging nur darum, bei der Tour zu sein."

4. Etappe - die letzten drei Kilometer Sportschau 29.06.2021 06:29 Min. Verfügbar bis 29.06.2022 Das Erste

Cavendish sprintet ins Grünes Trikot

Cavendish übernahm zudem das Grüne Trikot von seinem Teamkollegen Julian Alaphilippe (Frankreich), der in der Punktewertung allerdings ohne Ambitionen ist. Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden trägt weiter der Niederländer Mathieu van der Poel (Alpecin-Fenix).

Van Moer erst kurz vor dem Ziel einkassiert

Der 36-jährige Cavendish, der kurzfristig in den Tour-Kader seines Teams gerutscht war, präsentierte sich wie zu seinen besten Tagen. Taktisch klug hielt der Brite das Hinterrad Philipsens und zog dann mit einem starken Sprint vorbei. Der belgische Ausreißer Brent Van Moer (Lotto-Soudal) war erst 200 Meter vor dem Ziel eingeholt worden.

Protestaktion für mehr Sicherheit: Peloton bleibt stehen Sportschau 29.06.2021 02:28 Min. Verfügbar bis 29.06.2022 Das Erste

Fahrer-Protest nach schlimmen Stürzen

Zu Beginn der Etappe ging erst einmal gar nichts. Aus Protest gegen mangelnde Sicherheitsvorkehrungen stoppte das Feld kurz nach dem "scharfen Start" für knapp eine Minute. Anschließend wurden die ersten Kilometer in langsamer Geschwindigkeit absolviert. Angriffe und Fluchtversuche gab es nicht. Greipel war einer der Wortführer.

Politt zum Stillstand des Feldes: "Wir wollten ein Zeichen setzen" Sportschau 29.06.2021 00:38 Min. Verfügbar bis 29.06.2022 Das Erste

Grund für die Aktion waren die zahlreichen Stürze auf der dritten Etappe, die die Fahrer auf eine gefährliche Streckenführung zurückführten.

Zwei Fahrer scheitern mit Fluchtversuch

"Wenn eine Strecke wie gestern geboten wird, ist das Chaos eigentlich programmiert", hatte etwa der deutsche Radprofi Tony Martin vor dem Start gesagt. Als das Peloton seinen Standpunkt zum Ausdruck gebracht hatte, wagten zwei Fahrer die Flucht. Das Vorhaben des Franzosen Pierre-Luc Perichon (Cofidis) und des Belgiers Van Moer (Lotto-Soudal) war allerdings wenig erfolgversprechend. Van Moer versuchte es später als Solist. Der 23-Jährige kämpfte, trat wild auf die Pedale und hatte den Sieg vor Augen. Am Ende war er gegen das heraneilende Peloton aber machtlos. Cavendish und die weiteren Sprinter zogen am Tour-Debütanten vorbei.

4. Etappe - die komplette Übertragung Sportschau 29.06.2021 03:10:03 Std. Verfügbar bis 29.06.2022 Das Erste

Erstes Einzelzeitfahren steht an

Am Mittwoch bietet sich den gestürzten Favoriten auf den Gewinn des Gelben Trikots die Chance zur Wiedergutmachung. Auf der fünften Etappe steht das erste von zwei Einzelzeitfahren auf dem Plan. Der Kurs führt über 27,2 Kilometer von Change nach Laval und ist mit 304 Höhenmetern durchaus anspruchsvoll.

Dann sind die Anwärter auf den Gesamtsieg gefordert. Schließlich kann es bereits zu größeren Zeitabständen kommen. Gute Chancen, das Gelbe Trikot zurückzuerobern, hat dann Alaphilippe, der als passabler Zeitfahrer gilt. Aber auch Spezialisten wie Stefan Küng (Schweiz) oder Ex-Weltmeister Tony Martin (Eschborn) dürfen auf den Tagessieg hoffen.

sid/dpa/red | Stand: 29.06.2021, 18:38

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